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Der Vorentwurf sieht ein Gebäude ohne Seitenfenster vor – Licht soll nur über das Dach hereinfallen.

Projekt des Landkreises

Gymnasium Weilheim: Neue Turnhallen für 13 Millionen Euro

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Das Weilheimer Gymnasium soll vom Landkreis zwei neue Turnhallen mit drei Sportflächen bekommen. Der Ferienausschuss des Kreistags beschloss, diese Variante weiterplanen zu lassen.

Weilheim – Die Stadt Weilheim braucht eine neue Turnhalle. Doch über das Wo und Wie wird seit 2016, als der eingeplante Bau einer Dreifachhalle aus der Haushaltsplanung flog, gerungen. Im Februar 2019 machte der Kreistag einstimmig Nägel mit Köpfen: Der Landkreis errichtet einen Ersatzbau für die in die Jahre gekommenen Hallen des Gymnasiums. Zwei Varianten sollten untersucht werden – „3 x 1“ mit drei übereinandergestapelten Einfachturnhallen sowie „2 + 1“ mit einer ballsporttauglichen Zweifach- und einer Einfachhalle. Ein Jahr später ist klar: Es läuft auf letztere Variante hinaus.

Noch kein Baubeschluss

Der Ferienausschuss des Kreistags beschloss einmütig, den jetzt vorgelegten Entwurf unverändert bis zur Genehmigungsplanung weiterzuführen. Ein offizieller Baubeschluss wurde jedoch nicht gefasst. Dies war eigentlich noch im April in Kreisausschuss und Kreistag vorgesehen, fällt jedoch der Corona-Krise zum Opfer. Die zwölf Ausschussmitglieder und Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) waren sich einig, damit wegen der unklaren Haushaltslage zu warten. 

Planung aber weitermachen

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, machte Jochner-Weiß deutlich: „Wir sollten die Planung auf alle Fälle fertigmachen.“ Wolfgang Taffertshofer (Obersöchering, BfL) wies auf den Bedarf hin: „Es ist einfach notwendig.“ CSU-Fraktionschef Peter Erhard (Böbing) sprach von einem „klaren Signal an die Schule“. Steht der erwartete Nachtragshaushalt, könnte der Baubeschluss erfolgen. Für September war im Kreistag der Bauantrag vorgesehen.

Variante „2+1“

Das Landratsamt hatte für die Variante „2 + 1“ plädiert. Eine halb eingegrabenen Einfachturnhalle mit einer darüber liegenden Zweifachhalle wurde „als funktional beste Lösung“ angesehen, wie Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung, erläuterte – für Schule wie für Breitensport. Zudem sei es wirtschaftlich und städtebaulich zu favorisieren. Der Vorentwurf der Stuttgarter Planer „Tiemann-Petri Koch“ sieht eine Nutzfläche von 1887 Quadratmetern vor. Damit liegt man geringfügig über dem staatlichen Raumprogramm (1782). 

Keine Fenster an den Seiten

Es braucht vor allem mehr Platz für zwei Foyers und die wegen des Breitensports gewünschte Zuschauerempore. Das Markante ist die Optik: Das Gebäude verzichtet aus Lärm- und Sonnenhitzegründen auf eine seitliche Verglasung. Die Beleuchtung erfolgt komplett über Fenster im Dach, das eine PV-Anlage krönt.

Kostenschätzung: 13 Millionen Euro

Der Landkreis wird für den Neubau viel Geld in die Hand nehmen müssen. Erstmals liegen Zahlen auf dem Tisch. Stand jetzt würden sich die Gesamtkosten laut Steinbach auf rund 11,6 Millionen Euro belaufen – 10,4 Millionen Euro auf Landkreis-Seite, und 1,2 Millionen Euro finanziere die Stadt Weilheim dazu. „Wir bauen aber nicht heute“, machte Steinbach jedoch klar, dass mit einer Preissteigerung zu rechnen ist. Am Ende würde es auf rund 13,1 Millionen Gesamtkosten inklusive Puffer und Unvorhergesehenes hinauslaufen – aufgeteilt auf Landkreis (11,7 Millionen) und Stadt (1,3 Millionen). Allerdings kann laut Steinbach mit Zuschüssen gerechnet werden. Die Gespräche mit der Regierung von Oberbayern laufen. Aus München liegt bereits die schulaufsichtliche Genehmigung vor – alle drei Hallenteile seien förderfähig. Kreiskämmerer Norbert Merk stellte eine 40-prozentige Förderung bei den Baukosten in den Raum.

Baubeginn 2021

Erteilt der Kreistag im September seinen Segen, laufen die Planungen an. Der Abbruch der alten Turnhallen ist für Februar bis Juni kommenden Jahres vorgesehen, Baubeginn könnte im Juni 2021 sein. Mit der Inbetriebnahme des Neubaus rechnet das Landratsamt zum Jahreswechsel 2022/2023.

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