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Zwei Turnhallen liegen im Gebäude (r.) übereinander. Die obere wird nun für die Vereinsnutzung gesperrt. Die Container (l.) machen die Sanierung schwieriger.

Dach trägt schwere Schneelasten nicht

Turnhalle für Vereine gesperrt

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Weilheim – Nächste schlechte Nachricht vom Weilheimer Gymnasium: Nach dem Dachstuhlbrand am 10. Oktober  trifft es nun die Turnhalle. Die obere Halle im zweigeschossigen Gebäude ist ab sofort über den gesamten Winter für den Vereinssport gesperrt.

Die Sperrung entschied das Landratsamt in Absprache mit der Schulleitung. Grund: Bei einer Untersuchung stellte der Prüfstatiker Mängel an der Dachkonstruktion aus sogenannten Nagelbindern fest.

Die Untersuchung war vom Landratsamt routinemäßig veranlasst worden und hatte nichts mit dem Oktober-Brand zu tun, wie von Kreiskämmerer Norbert Merk am späten Freitagnachmittag zu erfahren war. Vor 14 Tagen lag das Gutachten auf dem Tisch. Das Ergebnis fiel negativ aus: Bei einer größeren Schneelast auf dem Dach drohe Einsturzgefahr, sagt Merk. Eingedenk der Tragödie um den Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle entschied sich das Weilheimer Landratsamt für eine Komplettsperrung.

Allerdings gilt die Regelung nur für die obere Halle – und nur für die Vereine, vor allem den TSV als Hauptnutzer. Diese seien bereits mündlich und per E-Mail informiert worden, so Merk. Anfang dieser Woche soll dies schriftlich erfolgen.

Für den Schulsport am Gymnasium fand die Kreisbehörde auf Wunsch der Schulleitung eine eigene Regelung. Laut Merk schaut ein Hausmeister täglich in der Früh am Dach nach dem Rechten und meldet die Situation bis 7 Uhr dem Landratsamt – dieses entscheidet dann je nach Schneelage, ob aus Sicherheitsgründen auch die Schüler ausgesperrt werden müssen. Bis 7.30 Uhr werde das Direktorat informiert, so Merk. Gibt es zum Beispiel aus Krankheitsgründen in der Früh keine Hausmeister-Info, „ist die Halle automatisch gesperrt“ – damit wolle man jedes Risiko ausschließen. Dass diese Regelung nicht auch für die Vereine gilt, begründet der Kreiskämmerer mit dort fehlender organisatorischer Flexibilität.

Immerhin kann die untere Turnhalle weiter von Schule und Vereinen genutzt werden. Denn der Statiker konnte das Landratsamt beruhigen: Die darüber liegende Spannbetondecke würde im Falle eines Dacheinsturzes die Last tragen, erklärt Merk.

Der Kreiskämmer betont „das Entgegenkommen und große Verständnis“ von Schule und TSV, allerdings hat das Dach-Problem erhebliche Auswirkungen auf die derzeit laufende Sanierung des Gymnasiums. Wie berichtet, modernisiert der Landkreis als Sachaufwandsträger für fast 23 Millionen Euro den Zentralbau. Dazu sind Klassenräume und Verwaltung in Container ausgelagert, die auf dem Lehrerparkplatz aufgebaut wurden. Problem: Für die laut Merk unumgängliche Sanierung des Turnhallendachs braucht es einen Platz für den Kran – und der müsste eigentlich vom Bauablauf her am besten auf dem belegten Parkplatz stehen.

Wie es zeitlich weitergeht, ist noch unklar. Das Landratsamt steigt möglichst schnell in die Bauplanung ein, dann müssen Zuschüsse beantragt werden, und das Vorhaben muss durch die Gremien. Der Kreiskämmerer rechnet damit, dass über den Sommer gebaut wird. Im günstigsten Fall ginge die Halle dann im Herbst wieder in Betrieb.

Eine relativ gute Nachricht hat Merk, was den Schwelbrand über dem Haupteingang des Gymnasiums am 10. Oktober betrifft: „Es ist nicht mit einem sehr hohen Schaden zu rechnen“, sagt er. Zudem sei das Feuer im Zuge von Arbeiten ausgelöst worden – der Landkreis sei da wohl nicht in der finanziellen Verantwortung.

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