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Hallenbad Weilheim: Nur 6,6 Besucher pro Stunde, dennoch verdoppeln sich bald die Eintrittspreise

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Sollte es dann noch stehen, wird der Sprung in die Fluten des Weilheimer Hallenbades ab Anfang Juli auf alle Fälle deutlich teurer.
Sollte es dann noch stehen, wird der Sprung in die Fluten des Weilheimer Hallenbades ab Anfang Juli auf alle Fälle deutlich teurer. © EMANUEL GRONAU

Das Baden im Weilheimer Hallenbad wird in Zukunft deutlich teurer. Im Schnitt verdoppeln sich die Eintrittspreise nahezu. Der Kreisausschuss gab den Änderungen bereits grünes Licht.

Landkreis – Ein Besucheransturm sieht anders aus. In den Jahren zwischen 2016 und 2019, also bevor Corona die Statistiken verfälschte, wurden im Weilheimer Hallenbad, das von Stadt und Landkreis gemeinsam betrieben wird, durchschnittlich 28 000 Besucher pro Jahr gezählt. Setzt man das in Bezug zu den durchschnittlichen 4229 Stunden, an denen das Bad geöffnet war, kommt man auf magere 6,6 Besucher pro Stunde. Wohlgemerkt: In dieser Statistik sind schon die Unterrichts- und Vereinstrainingszeiten im Hallenbad, bei denen sich in der Regel deutlich mehr Menschen gleichzeitig im Wasser tummeln, bereits mit enthalten.

Der Betrieb des Hallenbades ist also für Stadt und Landkreis ein Zuschussgeschäft. Um die auflaufenden Kosten wenigstens ansatzweise zu decken, müsste, so haben es die Mitarbeiter des Landratsamtes ausgerechnet, jeder Badegast 28 Euro für 90 Minuten bezahlen. „Dass bei solchen Preisen nur relativ wenige Badegäste kommen würden, ist uns auch klar“, sagte der stellvertretende Kreiskämmerer Matthias Brugger scherzhaft, als er die neue Kalkulation am Montag im Kreisausschuss vorstellte.

Aber nicht zuletzt mit Blick auf die in den vergangenen Monaten immens gestiegenen Energiepreise war eine Neukalkulation der Eintrittspreise dringend nötig, schließlich liegt die letzte Anpassung elf Jahre zurück.

Die Preise fürs Hallenbad bei dessen Eröffnung im Jahr 1972. Kaufkraftbereinigt entsprechen die 2,50 Mark damals heute übrigens 5,04 Euro. Repro: LANDKREIS Preise bewegen sich in etwa auf dem Niveau der Hallenbäder in der näheren Umgebung
Die Preise fürs Hallenbad bei dessen Eröffnung im Jahr 1972. Kaufkraftbereinigt entsprechen die 2,50 Mark damals heute übrigens 5,04 Euro. © Repro: Landkreis

Gleichwohl hat es die neue Tarifstruktur in sich. Zahlte man bislang als Erwachsener für die Einzelkarte 2,90 Euro, werden ab Anfang Juli 5 Euro fällig. Das System, nach dem die 14 umliegenden Gemeinden, die ihre Schüler zum Schwimmunterricht ins Weilheimer Hallenbad schickten, die Kosten dafür übernehmen, wird komplett neu abgerechnet. Waren bislang pro Schüler und Doppel-Schulstunde 1,60 Euro fällig, zahlen die Gemeinden dann eine Pauschale von 270 Euro für 90 Minuten Schwimmunterricht – egal, wie viele Schüler sich dann am Ende im Becken tummeln. „Die bisherige Abrechnung war immens aufwändig“, erklärte Brugger dazu. 270 Euro werden auch fällig, wenn ein Verein das gesamte Bad für eine Stunde nutzt. Nur das Sportbecken kostet 180 Euro pro Stunde, eine einzelne Bahn 60 Euro.

Vereine bekommen zwei Drittel Rabatt

Da das die finanziellen Möglichkeiten vieler Vereine allerdings weit über Gebühr strapazieren würde, schlug die Verwaltung vor, dass den Vereinen analog zur Vorgehensweise bei anderen Sportstätten nur ein Drittel der tatsächlichen Kosten in Rechnung gestellt werden. Das wären also, wenn das gesamte Bad genutzt wird, 90 Euro pro Stunde. Bevor die neuen Preise vorgeschlagen wurden, sondierten laut Matthias Brugger die Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Preise der anderen Hallenbäder im Umkreis. Diese variieren stark – von 3,80 Euro für den ganzen Tag im Freibad in Altenstadt bis zu 9,50 Euro für zwei Stunden Schwimmen in der Kristall Therme in Kochel.

Im Zuge der Neukalkulation der Eintrittspreise im Hallenbad wurden auch die nötigen Satzungen gleich mit beschlossen. Denn die bisherige Satzung hatte – wie das Hallenbad – ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel. „Durch die Aufteilung in eine Stamm- und eine Gebührensatzung haben wir jetzt auch wieder Rechtssicherheit“, sagte der stellvertretende Kreiskämmerer.

Nun ist nur noch fraglich, ob die neue Gebührensatzung überhaupt noch wirklich in Kraft tritt. Denn der Landkreis hat der Stadt Weilheim die Pistole auf die Brust gesetzt. Wenn sie eine neue Dreifachturnhalle für das Gymnasium möchte, muss sie das Hallenbad abreißen und das Grundstück für den Bau zur Verfügung stellen. Die Debatte läuft gerade an.

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