Stefan Zirngibl, Ex-Kreishandwerksmeister.
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Stefan Zirngibl, Ex-Kreishandwerksmeister.

Schon seit April nicht mehr im Amt

Handwerkerschaft trennt sich von Kreishandwerksmeister Zirngibl - die Hintergründe sind unklar

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Die Kreishandwerkerschaft Oberland, der 758 Betriebe aus zehn Innungen angeschlossen sind, hat sich von ihrem Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl getrennt. Bekannt gemacht wurde der Schritt vom April zunächst nicht. Er drang aber inzwischen an die Öffentlichkeit.

Landkreis – Zirngibl hält sich im Gespräch der Heimatzeitung bedeckt, als er nach dem Grund für sein Ausscheiden aus dem Amt gefragt wurde. „Ich kann es eigentlich nicht benennen“, sagt der Schlossermeister nach einer Pause, in der er offenbar nach den passenden Worten sucht. Doch dann holt Zirngibl, der für die CSU im Weilheimer Stadtrat und im Kreistag sitzt, doch noch ein wenig aus: Die Kreishandwerkerschaft habe einen Wechsel gewollt, sie wolle sich anders orientieren, so der 60-Jährige. Gab es denn vor der Trennung einen Streit? Es sei „nicht einmal in diesem Sinne ein Streit“ gewesen, antwortet Zirngibl höflich, aber ohne konkreter zu werden.

Öffentlichkeit wurde wochenlang nicht informiert

Mitte April wurde, wie er erklärt, seine Bestellung zum Kreishandwerksmeister aufgehoben. Die Öffentlichkeit wurde darüber allerdings wochenlang nicht informiert. Am gestrigen Dienstagnachmittag gab die Kreishandwerkerschaft aber – auf eine telefonische Nachfrage der Heimatzeitung hin – eine Pressemitteilung zur Trennung von Zirngibl heraus. Roland Streim, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, war als Hauptamtlicher an der Entscheidung zum Führungswechsel, die die zehn Mitglieder der Vollversammlung trafen, nicht beteiligt. Er möchte in der Angelegenheit unparteiisch bleiben, organisierte aber gestern die Stellungnahme des Kreishandwerkerschaft-Vorstands.

Dieser äußerte sich in dem Schreiben in vier Sätzen. Zwei davon lauten: „Die Ausübung des von Herrn Stefan Zirngibl seit 2009 übernommenen Amtes als Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Oberland wurde im 2. Quartal 2021 beendet. Wir danken Stefan Zirngibl für die langjährige Übernahme dieser ehrenamtlichen Tätigkeit.“ Die Hintergründe der Trennung bleiben offen. Auch mit welchem Stimmenverhältnis die Entscheidung gegen Zirngibl fiel, wurde nicht bekannt gemacht.

Kreishandwerkerschaft wird neuen Vorstand und Kreishandwerksmeister wählen

Im zweiten Absatz der Pressemitteilung ist der Blick nach vorn gerichtet: „Die Kreishandwerkerschaft wird in Kürze einen neuen Vorstand und Kreishandwerksmeister wählen, um auch zukünftig die gemeinsamen Interessen des selbstständigen Handwerks und der Innungsfachbetriebe zu vertreten“, heißt es. „Damit unser Handwerk die Herausforderungen der Zukunft meistern kann, ist es unser erklärtes Ziel, unseren Handwerksunternehmern fachkundig, unbürokratisch und mit persönlichem Kontakt und Engagement beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.“ Der Einzugsbereich der Kreishandwerkerschaft Oberland mit ihren zehn Innungen – von der Bäcker- bis zur Zimmererinnung – umfasst neben dem Landkreis Weilheim-Schongau auch den Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Dritte Amtszeit endete früher

Stefan Zirngibl stand als Nachfolger von Peter Sprenger knapp zwölf Jahre an der Spitze der Handwerksorganisation. 2019 war der Schlossermeister eigentlich für weitere fünf Jahre als Kreishandwerksmeister wiedergewählt worden. Doch seine dritte Amtszeit endete nun bereits nach zwei Jahren.

Für den Posten an der Spitze der Kreishandwerkerschaft habe er gern viel Zeit verwendet, er habe das „ganz tolle Ehrenamt“ sehr gern ausgeübt, so Zirngibl. Besonders gefallen habe es ihm, mit Lehrlingen, Ausbildern und Betriebsinhabern zusammenzukommen. Auch die Freisprechungsfeiern und der Neubau der Berufsschule in Weilheim seien etwas Schönes gewesen. Und über sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt sagt Zirngibl mit einigen Wochen Abstand: „Das muss man entspannt nehmen.“

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