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Einzelhändler handeln und erteilen Hausverbot für Maskenmuffel

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Von: Franziska Florian, Franziska Seliger

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Mit einem Schild weisen drei Damen auf die Maskenpflicht hin
Mit dem neuen Schild weisen (v.r.) Veronika Sonner, Inhaberin der Off-Mühle in Sindelsdorf, und ihre Mitarbeiterinnen Christina Zwink und Christine Morgenroth auf die Maskenpflicht hin. In letzter Zeit kam es vermehrt zu Ärger mit Maskenverweigerern. Ein Hausverbot kann auch drohen. © Franziska Seliger

Immer wieder gehen Kunden ohne Maske einkaufen und weigern sich auch nach Aufforderung des Personals, eine zu tragen. Erst kürzlich kam es in einer Penzberger Tankstelle zu zwei Vorfällen dieser Art. Auch andere Einzelhändler kennen diese Situation nur zu gut – und sind darüber nicht erfreut.

Landkreis – Ärger mit Kunden, die sich weigern, in ihrem Geschäft einen Mund-Nasenschutz zu tragen, kennt auch Veronika Sonner nur zu gut. Die Inhaberin der Off-Mühle in Sindelsdorf hat sich an die Heimatzeitung gewandt, nachdem sie und ihre Mitarbeiterinnen in den vergangenen Wochen immer häufiger Probleme mit derartigen Maskenverweigerern hatten.

Sindelsdorf: Jeden Tag kommt Kunde ohne Maske - und ohne Attest

„Seit etwa vier Wochen wird es immer auffälliger“ sagt Sonner. Die Aggressivität nehme zu, hat sie beobachtet. Jeden Tag käme etwa ein Kunde in ihr Geschäft, der keine Maske tragen wolle, aber auch kein Attest vorweisen könne, das ihn von dieser Pflicht entbinden würde.

In ihrem Laden bestehe man aber auf einem solchen Attest, betont Sonner. Würden ihre Mitarbeiter den Maskenverweigerer dann darauf hinweisen, lasse derjenige seinen Unmut über die Maskenpflicht an den Mitarbeitern aus – und das immer öfter mit deftigen und unflätigen Worten. „Man wird mit einer Anzeige bedroht oder als dumm bezeichnet“, sagt Mitarbeiterin Christina Zwink. Erst kürzlich, sagt Sonner, sei eine schwangere Frau gekommen, die behauptet habe, eine Maske schade ihrem ungeborenen Kind. Ein Attest vorlegen konnte sie keines. Auch diese Kundin habe die Mitarbeiter beschimpft und schließlich sogar ihre schon ausgesuchte Ware einfach auf dem Boden ausgelegt, bevor sie gegangen sei, sagt Sonner.

Sindelsdorf: Auf Wunsch wird Ware nach draußen gebracht

Derartiges aggressives Verhalten von Kunden belasten sie und ihre Mitarbeiter. Nun haben sie neue Schilder vor ihrem Geschäft aufgehängt, auf denen sie noch einmal explizit auf die Maskenpflicht hinweisen. Gerne sei man in der Off-Mühle bereit, zu Kunden ins Freie zu kommen und ihnen die Ware hinaus zu bringen, wenn jemand den Laden nicht betreten möchte.

Sonner appelliert an alle, dass Geschäftsinhaber und Mitarbeiter nichts für die derzeit geltenden Regeln könnten. Es sei unfair, den Unmut über die Maskenpflicht an ihnen auszulassen. „Wir können alle nichts dafür. Und keiner trägt die Maske gerne.“ Geschäftsinhaber müssten die Vorgaben aber umsetzen, sonst drohen Bußgelder.

Weilheim: Fast hätte Polizei anrücken müssen

Mit ihrem Unmut ist Sonner nicht alleine. Denn das Problem mit Maskenverweigerern kennt auch Ludwig Fink, der den Edeka-Markt in der Kanalstraße in Weilheim betreibt. „Bei uns kommt das immer wieder vor“, sagt Fink. „Circa jeden zweiten Tag kommt jemand ohne Maske“, so der Supermarktleiter. Maskenverweigerer werden dann des Hauses verwiesen, erklärt Fink.

So schlimm, dass die Polizei gebraucht wurde, sei es noch nicht gewesen. „Aber einmal hätten wir die Polizei fast angerufen. Da hat sich einer extrem beschwert, dass das alles nur ,Schmarrn ist und ,wir alle aufwachen werden, wenn die Wahrheit ans Licht kommt“, sagt Fink. Nach eindringlicher Aufforderung, den Laden zu verlassen, habe der Kunde das schließlich doch noch getan.

Schongau und Peißenberg: Es geht auch anders - Kunden kommen vorbildlich mit Maske

Doch dass es auch anders geht, beweist der „Naturkost Pfifferling Bioladen“ in Schongau, den Klaus Grundner betreibt. „Wir haben da keine Probleme“, sagt er auf Nachfrage der Heimatzeitung. Es komme vielleicht mal vor, dass jemand die Maske im Auto vergisst, aber „dann sagt man kurz was“ und jeder würde verständnisvoll reagieren und die Maske holen.

Ebenso geht es Ursula Einberger, Inhaberin des Buchladens „Peißenbuch“ in Peißenberg. „Es kam einmal vor, dass jemand ohne Maske den Laden betrat“, erklärt sie. Das sei aber gleich – und ohne Polizei – geklärt worden. Ansonsten komme es nur vor, dass jemand die Maske vergisst. „Aber die wird dann sofort geholt, wenn man was sagt“, erklärt Einberger. Zur Not habe sie auch Masken im Laden, die die Kunden nehmen können.

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