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Aus acht Landkreisen kommen die frisch gebackenen Hauswirtschafterinnen, deren Abschluss jetzt gefeiert wurde. 

Der einzige männliche Absolvent fehlte

55 Hauswirtschafterinnen freigesprochen

Viele Wege führen zum Berufsabschluss in Hauswirtschaft. Das wurde bei der vom Weilheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) organisierten Freisprechungsfeier in Eberfing deutlich. 56 Auszubildende aus acht Landkreisen haben heuer erfolgreich an den Abschlussprüfungen teilgenommen – darunter auch ein männlicher Hauswirtschafter aus Polling.

Eberfing – AELF-Mitarbeiter Dr. Michael Schwertl, der in Vertretung von Behördenchef Dr. Stefan Gabler die Begrüßungsrede hielt, tat sich während seines Vortrags schwer. Nein, nicht inhaltlich, sondern mit der Anrede. Ihm kam immer wieder das Wort „Absolventinnen“ über die Lippen – obwohl er selbst bemerkte, „dass das nicht ganz richtig ist, weil auch ein Herr die Prüfungen geschafft hat“. Gemeint war Dominikus Weiß aus Polling, der sich allerdings zum Bedauern von AELF-Bildungsberaterin Barbara Schmid für die Freisprechungsfeier entschuldigen ließ: „Das wären ihm heute wohl doch zu viel Frauen gewesen“, mutmaßte Schmid schmunzelnd. „Glücklich und stolz“ sei sie, dass alle 56 Prüflinge bestanden haben.

„Weltmeisterlich habt Ihr die Aufgaben gemeistert“, lobte Schmid die jungen Hauswirtschaftskräfte, die nicht alle das gleiche Ausbildungssystem durchliefen. 33 Prüflinge absolvierten entweder eine duale oder schulische Ausbildung respektive eine Kombination aus beidem. 22 schlugen den zweiten Bildungsweg ein. Wie in einer Interviewrunde mit Absolventinnen zu erfahren war, haben einige Prüflinge vorher schon eine andere Ausbildung abgeschlossen, zum Beispiel eine Konditor- oder Optikerlehre. Die dreijährige Hauswirtschaftsausbildung, so erzählten die jungen Frauen, sei anstrengend gewesen, habe sich aber gelohnt: „Man lernt was fürs Leben – und für daheim“, hieß es etwa.

Während der Freisprechungsfeier, bei der zahlreiche Ehrengäste aus der Politik anwesend waren, wurde von den Rednern kräftig für das Berufsbild geworben. Schwertl rühmte die Hauswirtschaft als „lebensnah und vielfältig“: „Sie ist viel mehr als Kochen, Waschen und Putzen.“ Zudem biete die Hauswirtschaft beste Zukunftschancen und umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten wie die Meisterschule, die Fachhauswirtschaftsausbildung oder diverse Studiengänge.

Schmid richtete einen unmissverständlichen Appell an die anwesenden Lokaljournalisten: „Für die Presse bitte zum Mitschreiben: ,Wir haben kein schlechtes Image!‘.“ Die Hauswirtschaft sei gesellschaftlich anerkannt und sei absolut krisensicher: „Arbeitslos werdet ihr nicht sein. Ihr werdet gebraucht“, ließ Schmid die Absolventinnen wissen.

Die Azubi-Zahlen in der Branche seien stabil und würden sogar wieder steigen. „Aus dem tiefsten Mangel sind wir heraus“, so Schmid. Mit den Leistungen des Abschlussjahrgang 2018 war die Bildungsberaterin „zufrieden“: „Man muss berücksichtigen, dass es sehr anspruchsvolle Prüfungen sind.“

Die Jahrgangsbesten schlossen mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,70 und 1,97 ab. Nicht jeder Absolventin stünde bei der Freisprechungsfeier die Freude ins Gesicht geschrieben, bemerkte Prüfungsausschussvorsitzende Sonja Feller treffend. Die Prüfungstage bedeuteten für die Auszubildenden „Stress pur“. Nicht immer könne man unter solchen Umständen seine Bestleistung abrufen. Doch die Noten seien nicht das Entscheidende, so die Vorsitzende des Prüfungsausschusses: „Es ist nicht wichtig, was im Zeugnis drinsteht, sondern dass ihr es habt“, betonte Feller.

Die Absolventen aus dem Landkreis: Karina Bodenburg (Wildsteig), Magdalena Buchmann (Wielenbach), Laura Elsenhans (Wildsteig), Miriell Langfort (Peißenberg), Bernadette Lutz (Oberhausen), Michaela Mayr (Wielenbach), Elisabeth Melcher (Pähl), Ulrike Nagl (Eglfing), Veronika Reichl (Pähl), Lisa Schauer (Rottenbuch), Magdalena Schlögel (Wielenbach), Andrea Schwaller (Peißenberg), Kathrin Schweiger (Sindelsdorf), Carina Sichart (Raisting), Katharina Spiel (Pähl), Regina Thiel (Peiting) und Dominikus Weiß (Polling).

Bernhard Jepsen

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