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Aus Grau wurde Weiß: Hell bis unters Dach prä- sentiert sich inzwischen der Innenraum der HeiligGeist-Spitalkirche, der früher nur bis auf halber Höhe gestrichen war. Ganz fertig ist der neue Anstrich aber noch nicht.

Aufwändige Sanierungsarbeiten seit Januar

Heilig-Geist-Spitalkirche: Sanierung hinter verschlossener Tür

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Weilheim - Seit Mitte Januar ist die Weilheimer Heilig-Geist-Spitalkirche geschlossen. Die Innensanierung ist aufwändig. Am 11. September dürfen die Weilheimer allerdings hineinspitzen.

Die Heilig-Geist-Spitalkirche, die 1826/1827 nach den Plänen des Weilheimer Architekten Karl von Fischer, einem Schüler Leonhard Schmidtners, errichtet wurde, zählt zu den klassizistischen Hauptwerken in Bayern. Ende dieses Jahres soll sie diesem Ruf optisch wieder gerecht werden, bis dahin sollen die umfangreiche und rund 1,6 Millionen Euro teure Sanierung abgeschlossen werden. Für die Wiedereröffnung des Gotteshauses gibt es allerdings noch keinen Termin. Dr. Joachim Heberlein geht von Januar 2017 aus – wenn alles klappt. Die Sanierung des Gotteshauses wird nun schon zum zweiten Mal von der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ (DSD) finanziell unterstützt. Im vergangenen Jahr förderte sie die umfangreichen Arbeiten mit 50 000 Euro, und zwar dank der Lotterie „GlücksSpirale“, zu deren Begünstigten sie seit 1991 gehört, wie es in einer Mitteilung der Stiftung heißt. Heuer schießt sie für die Malerarbeiten im Inneren weitere 30 000 Euro zu. 

Millimeterarbeit leistet Bernd Engel von der Firma „Glasmalerei Sattler“ aus Scheuring beim Streichen der Fensterstreben in der Kirche.


Die Sanierung der Heilig-Geist-Spitalkirche begann im Jahr 2013 mit einem dramatischen Einschnitt: Um die Standsicherheit zu gewährleisten, musste für rund ein Jahr eine Notsicherung eingebaut werden. Im Dachstuhl mussten Balken mit Spanngurten gesichert und das Gotteshaus vorübergehend für einige Wochen gesperrt werden. 2015 fand dann die Au- ßensanierung statt, die Kirche bekam einen neuen in Weiß- und Grautönen gehaltenen Anstrich. 2016 wurde die Innensanierung aufgenommen. Die Kirche ist deswegen seit  22. Januar geschlossen. Zur Zeit ist Bernd Engel von der „Glasmalerei Sattler“ aus Scheuring bei Landberg mit dem Streichen der Fensterstreben befasst. Andere Handwerker haben die alte Farbe von den Wänden gekratzt, zum Teil wurden sie laut Heberlein auch schon frisch gekalkt, das Deckengemälde, das von der DSD in ihrer Begründung für den erneuten Zuschuss besonders erwähnt wird, wurde gereinigt. Die Weilheimer können sich das ganze Jahr über nur an einem einzigen Tag ein Bild von dem Fortschritt der Arbeiten machen: Am Sonntag, 11. September, am „Tag des offenen Denkmals“ öffnet sich das Kirchentor für einige Stunden. 

Für die Kosten der Renovierung muss die Stadt als Besitzerin des ehemaligen Klosters aufkommen. Es beteiligen sich auch das Kultusministerium, der Bezirk Oberbayern, der Landkreis und die Weilheimer Bürger, die bislang rund 60 000 Euro durch Spenden und Benefizaktionen beitrugen. „Die Benefizaktion wird weitergeführt, sobald die Kirche wieder offen ist“, so Heberlein.

Die Stiftung 

Die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ wurde 1985 gegründet und ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Eigenen Angaben zufolge wird sie von 200 000 Förderern getragen und hat inzwischen mehr als 500 Millionen Euro eingesetzt.


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