+
Das Team des „Heimatoffice“ in Weilheim: (v.l.) Sylvia Franz, Christian Kopsch, Nele Biniek, Roswitha Vavrovec, Mariett Haink und Clarissa Dumpert. 

Pendelst Du noch oder arbeitest Du schon?

„HeimatOffice“: Arbeitsplätze für Pendler aus dem Raum Weilheim

Zur Arbeit nach München zu pendeln kostet reichlich Zeit, Geld und Nerven. Deswegen hat es sich Christian Kopsch unter dem Motto „passend leben – passend arbeiten“ zur Aufgabe gemacht, den Pendlern einen Arbeitsplatz in ihrer Heimatregion zu bieten, um ihnen den Pendler-Stress zu ersparen.

Weilheim – Viele Firmen reduzieren bereits die Anzahl der Schreibtische im Büro, damit nicht alle Angestellten jeden Tag den Weg ins Büro auf sich nehmen müssen. Doch von Zuhause aus zu arbeiten, das gestaltet sich bei einigen durchaus schwierig.

Da kommt das „HeimatOffice“ ins Spiel. Christian Kopsch, Vorstand der NSBE AG, und seine rund 20 Mitarbeiter vermieten sowohl vier Einzelbüros als auch 16 Coworking-Plätze. Ihr Ziel ist es, „die Region zu fördern und den Menschen einen passenden Arbeitsplatz zu bieten“, so Kopsch.

Lesen Sie auchSchülerjury hat entschieden: Weilheimer Literaturpreis geht an Saša Stanišić

Wichtig sind dabei vor allem kurzfristige und flexible Arbeitsplätze. Im März 2018 hielt die Stadt Weilheim einen Workshop zum Thema „Coworking und Pendlerstation“ ab und gab damit „die Initialzündung“ für das „HeimatOffice“, so Stefan Frenzl von der Wirtschafts- und Standortförderung der Stadt Weilheim. Das Projekt startete vergangenen Oktober.

Durch die sechsmonatige Testphase konnte das Geschäftsmodell weiter optimiert werden. Auch die Angebote wurden dadurch besser angepasst. Aktuell feilen die Verantwortlichen an der sogenannten „Heimatkarte“. Dabei handelt es sich um eine Guthabenkarte, mit der man – bis jetzt – nur im „HeimatOffice“ für die Räumlichkeiten zahlen kann. Es ist aber schon ein Ausbau der Karte in Planung, damit man in Zukunft auch in anderen Geschäften damit bezahlen kann.

Mittlerweile in Aktiengesellschaft umgewandelt

NSBE (Netzwerk – Strategie – Beratung – Entwicklung) ist mittlerweile keine personengeführte Einzelfirma mehr, sondern eine kleine Aktiengesellschaft. Der Unterschied zu einer „normalen“ AG besteht darin, dass NSBE nicht an der Börse notiert ist. „Die Aktien werden auf unserem Markt generiert“, sagte der Vorstand. „Wir wollen nicht nur Geld verdienen. Was wirklich wichtig ist, ist der Sinn des Projekts“, so Kopsch.

Der Wandel gerade in den letzen fünf Jahren sei enorm. „Der soziale Charakter von Arbeit fehlt immer mehr“, sagte der Vorstand der NSBE AG. Man habe sich bewusst für die Region und nicht das Zentrum einer Großstadt entschieden, da der Bedarf an Büros hier weitaus höher sei.

Lesen Sie auchBürgerdialog zur Umfahrung: „Guter und schlechter Flächenverbrauch“

„Die Zahl der Kunden variiert stetig“, so Sylvia Franz vom „Heimatoffice“. Am Tag seien es zwischen sechs und zehn. Manche kommen jeden Tag, andere buchen nur Besprechungsräume. Einige sind auch projektbezogen in den Büroräumen, da es sich nicht lohnt, für einen gewissen Zeitraum ein extra Büro einzurichten. Der Kundenstamm weise „ein relativ breites Spektrum“ auf. Da sind sowohl Programmierer und Grafiker als auch Unternehmensgründer vertreten.

Alles da, was man braucht - und die Atmosphäre ist super

Zu letzteren gehört auch Alexander Leonhardt, der sich gerade sein eigenes Unternehmen aufbauen will. Er nutzt die Coworking-Plätze jeden Tag und lernt immer wieder neue „Coworker“ aus verschiedenen Branchen kennen, die ihm hilfreiche Tipps geben. „Im ,HeimatOffice’ ist alles vorhanden was man braucht und die Atmosphäre ist super“, sagte Leonhardt.

Um in der Region auch bestens vernetzt sein zu können, gibt es an jedem Standort einen Regionalmanager, der auch auf die Bedürfnisse der Pendler eingeht. Das nächste „HeimatOffice“ wird im Herbst in Landsberg am Lech eröffnet. Aber die Anfragen häufen sich und es sind bis Januar weitere Standorte geplant, so Kopsch.

Mit verschiedenen Workshops zum Thema „New Work“, will das Team um Kopsch weiterbilden. Diese finden zwischen 6. August bis 28. Oktober im „HeimatOffice“ in der Münchener Straße 19 statt.

VON FRANZISKA FLORIAN

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die Polizei hat viel zu vermelden: Schwerer Unfall auf der B 2, Auto landet im Garten, Obdachloser zündet Haus an
Viel zu tun gab es heute für die Weilheimer Polizei: Sie wurden von einem Einsatz zum nächsten gerufen. Hier die Meldungen im Überblick. 
Die Polizei hat viel zu vermelden: Schwerer Unfall auf der B 2, Auto landet im Garten, Obdachloser zündet Haus an
Schlagloch auf der Bahnstrecke: Schienenersatzverkehr zwischen Schongau und Peißenberg
Wegen einer Gleisverwerfung, fuhren am Mittwoch keine Züge zwischen Schongau und Peißenberg. Stattdessen wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Schlagloch auf der Bahnstrecke: Schienenersatzverkehr zwischen Schongau und Peißenberg
Erfolg durch Leistung: „Maler- und Lackiererinnung Oberland“ hat 33 neue Gesellen
Die „Maler- und Lackiererinnung Oberland“ hat 33 neue Gesellen. Der Handwerker-Nachwuchs wurde in einer Feierstunde im Pollinger Bibliotheksaal freigesprochen.
Erfolg durch Leistung: „Maler- und Lackiererinnung Oberland“ hat 33 neue Gesellen
Landwirt vergisst über Weg gespannte Schnur - Radfahrer (61) stürzt schwer
Die Unachtsamkeit eines Landwirts ist am Dienstagnachmittag einem Radfahrer (61) auf dem Grambacherweg bei Böbing zum Verhängnis geworden.
Landwirt vergisst über Weg gespannte Schnur - Radfahrer (61) stürzt schwer

Kommentare