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Gut behütet waren die meisten Besucher der offiziellen „Ackerteilung“, mit der in Weilheim ein weithin einmaliges Projekt begann. 

Syrische Familien bauen Gemüse an

Die „HeimatTafel“ als Vorzeigeprojekt

Das ist einmalig in Bayern: Auf einem Acker im Süden Weilheims bauen sieben syrische Familien Gemüse für sich und andere an.

Weilheim – Die „Weilheimer Tafel“ betreut ein neues Projekt, und das ist einzigartig in Bayern: die „HeimatTafel“. Finanziell unterstützt wird sie von der Initiative „Zu gut für die Tonne“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Mit einer „Ackerteilung“ wurde die „HeimatTafel“ offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Sieben syrische Familien bauen nun im Weilheimer Süden Gemüse an – für den eigenen Bedarf und den der „Weilheimer Tafel“. Sie erfüllen damit die Vorgaben des Ministeriums für das Projekt, die da lauten: „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung von ehrenamtlichen Lebensmittelrettern – Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden bei den ,Tafeln‘“. Insgesamt stellte das Ministerium dafür bundesweit 150 000 Euro zur Verfügung, die „Weilheimer Tafel“ bekam davon 6800 Euro.

„Es ist ein wunderbarer Standort, an dem unsere syrischen Familien ihr Können auf bayerischem Boden ausprobieren können“, sagte Eva-Maria Muche, als der Acker übergeben wurde. „Wir sind von ausgewählten ,Tafeln’ die einzige in Bayern und können dank der Fördermittel das Projekt vorantreiben“, so Muche weiter. Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock lobte das Engagement der „Tafel“, die ein fester Bestandteil in Weilheim sei und echte Integrationsarbeit leiste.

Bevor die sieben syrischen Familien ihre Äcker mit Spaten und Hacke bearbeiten konnten, gab Dekan Axel Piper dem Projekt, das auf zwei Jahre festgelegt ist, den kirchlichen Segen. „Fördermittel sind Fordermittel, keine geschenkten Gelder. Landwirtschaft ist harte Arbeit und liegt auch in Gottes Hand“, sagte er. Eine der Anbauerinnen ist Jihada Hussein aus Syrien, die seit zwei Jahren in Weilheim lebt. Sie ist Lehrerin und mag die Arbeit auf dem Feld. „Mein Mann und ich freuen uns schon darauf, doch was wir anbauen wollen, wissen wir noch nicht“.

Zur Verfügung gestellt wurde die Ackerfläche in Weilheim, auf der jede Familie 50 Quadratmeter bewirtschaften und ihre Fähigkeiten und Arbeitskraft ehrenamtlich in die „Tafel“ einbringen kann, von einem Bauern. Die „Stadtwerke Weilheim“ stellten Platz für vier Bienenvölker bereit, die von „Tafel“-Imker Suhel Nissan betreut werden. Die Leute auf dem Feld werden von den „Tafel“-Mitarbeitern Charlotte und Dieter Meer betreut und beraten. Angebaut werden kann heimisches Gemüse wie Kohl, Karotten, Zwiebel, Lauch oder Tomaten. Die Hälfte des Ertrages kommt den „Tafelgästen zugute, den Rest dürfen die Anbauer behalten.  gre/ge

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