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Er ist vorbereitet: Pit Eck, Wirt in der Weilheimer Tapas-Bar „Torito“, mit einem Heizstrahler. Foto: ruder
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Er ist vorbereitet: Pit Eck, Wirt in der Weilheimer Tapas-Bar „Torito“, mit einem Heizstrahler.

Bundesweite Debatte strahlt auch auf den Landkreis aus

Heizpilze als Retter der Gastronomie?

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Über das Aufstellen von Heizpilzen, um der Gastronomie über die kalte Jahreszeit zu helfen, wird zur Zeit debattiert. So könnten auch draußen noch Gäste bedient werden. Doch die Geräte sind umstritten und nicht in allen Kommunen erlaubt. Wie Orte im Landkreis das Ganze handhaben und was hiesige Wirte von der Idee halten.

  • Die bundesweite Debatte über die Heizpilze als Rettungsanker der Gastronomie läuft auch im Landkreis Weilheim-Schongau.
  • Allerdings sehen nur wenige Wirte hier eine echte Option für die Schmuddelwetterperiode.
  • Viele sind - auch mit Blick auf die zu erwartenden Betriebskosten - allerdings noch unentschieden.

Landkreis – Hin- und hergerissen, das sind zur Zeit viele Gastronomen im Landkreis Weilheim-Schongau, wenn es um das Thema „Heizpilze“ geht. Weil sie in ihren Räumen wegen der aktuellen Corona-Auflagen weniger Gäste bedienen dürfen, wird debattiert, ob Heizpilze den Wirten über die kalte Jahreszeit helfen können – weil Biergärten und andere Freischankflächen so auch im Herbst und Winter nutzbar bleiben.

Während vor allem viele größere Städte eigentlich ein Heizpilz-Verbot haben und nun über Lockerungen nachdenken – in München dürfen Wirte nun zum Beispiel Ökostrom-Pilze aufstellen –, steht Gastronomen im Landkreis Weilheim-Schongau in der Regel nichts im Weg, um die Wärmespender aufzustellen. Zwar entscheidet jede Kommune selbst, ob sie Heizpilze zulässt – die fünf größten Orte im Landkreis handhaben das Ganze dennoch ähnlich.

Stadt Weilheim will Gastronomen unterstützen

„Gar kein Problem“, sagt etwa Weilheims Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder. Dass man die Gastronomen unterstützt, und sie Heizpilze aufstellen dürfen, sei für ihn nur logisch. „Wir wollen, dass die Gastronomie überlebt.“ Im Sommer sei man den Wirten bereits mit einer Erweiterung von Biergärten entgegengekommen – wenn sie jetzt Heizpilze aufstellen wollen, sei das verständlich. So sieht es auch Peitings Bürgermeister Peter Ostenrieder. „Wenn Wirte Heizpilze als sinnvoll erachten, wollen wir dem nicht im Wege stehen.“ Ob die Gäste auch im Herbst und Winter draußen sitzen möchten, sei allerdings eine andere Frage.

In Penzberg dürfen ebenfalls Heizpilze aufgestellt werden. „Das müsste sonst in einer Satzung verboten werden – in der Stadt gibt es keinen solchen Beschluss. Somit sind Heizpilze zulässig“, erklärt Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Noch habe es allerdings keine Anfragen gegeben. Auch in Peißenberg und Schongau haben sich bislang keine Wirte an das Ordnungsamt gewendet. Ein generelles Heizpilz-Verbot gibt es in diesen beiden Orten ebenfalls nicht. Gas-Heizpilze sieht Martin Keßler vom Bürgerservice im Schongauer Rathaus allerdings eher kritisch. „Die Freischankflächen sind relativ eng und der Heizpilz wäre recht nah am Kunden“, so Kessler. Bei Strom-Heizpilzen müssten Leitungen über die Gehwege verlegt werden – auch nicht sonderlich „kommod“. Deshalb werde immer der Einzelfall geprüft. Bis Ende Oktober sind die Freischankflächen in Schongau noch genehmigt, dass darüber hinaus Bedarf bestehe – dafür gebe es bisher keine Anzeichen, so Kessler.

Wirt: „Der Drang nach draußen ist schon extrem“

Gibt es also tatsächlich kein Interesse daran, Gäste auch im Herbst und Winter draußen zu bewirten? Michael Fischer vom Terrassen-Café Restaurant Bayerischer Rigi auf dem Hohen Peißenberg kann den Heizpilzen für die kalte Jahreszeit durchaus positives abgewinnen. „Die Leute wollen nicht so gerne drinnen sitzen. Der Drang nach draußen ist schon extrem“, so seine Beobachtung in der Corona-Zeit. Weil man auf dem Hohen Peißenberg den ganzen Tag über Sonne habe, lasse es sich auch im Herbst gut auf der Terrasse aufhalten. Fischer und seine Mitarbeiter haben bereits überlegt, Heizpilze aufzustellen, um die Terrasse noch längere Zeit nutzen zu können, erzählt er. Zu einem Ergebnis sei man aber noch nicht gekommen. „Wir haben draußen nur eine Markise und befürchten, dass die Wärme deshalb schnell verfliegt“, so Fischer.

Weitaus kritischer ist deshalb auch Markus Wohlhaupter vom Schongauer Löwenhof gegenüber den Heizpilzen eingestellt. „Es ist eine Umweltsünde vor dem Herrn und verbraucht Gas ohne Ende“, so seine Bedenken. Hinzu kommen hohe Anschaffungskosten. Dennoch habe auch er schon darüber nachgedacht, Heizpilze aufzustellen. Wenn der Winter eher mild wird, könnten sich die Heizpilze rentieren, weil Gäste auch draußen sitzen möchten. Noch ist Wohlhaupter allerdings hin- und hergerissen zwischen dem Für und Wider.

Für wohlige Wärme wären extrem viele Heizpilze nötig

Ähnlich geht es Davide Carbone vom Quadriga am WeilheimerMarienplatz. „In der Sonne, bei acht, neun Grad, ist es mit Heizpilzen sicherlich angenehm – aber wenn es regnet oder schneit, helfen die auch nichts.“ Und weil die Leute vor allem zum Essen ins Quadriga kommen, geht Carbone davon aus, dass sie eh lieber gemütlich drinnen sitzen – Heizpilz hin oder her. Zur Umweltbelastung und Energieverschwendung, die aus Sicht von Carbone gegen das Aufstellen von Heizpilzen sprechen, kommen hohe Anschaffungskosten: „Mit eineinhalb Metern Abstand zwischen den Tischen bräuchten wir unglaublich viele Heizpilze.“ Dennoch: „Wir sind schon am Überlegen, ob wir welche aufstellen – eine ideale Lösung gibt es wohl nicht.“

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