Die große Kantate „Lumen“ wird vom  „Simon-Mayr-Chor“ und „Concerto de Bassus“ aufgeführt.

Konzert am 29. September in Weilheim  

Helmschrott denkt Luther weiter

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Das Reformationsjubiläum setzt Weilheim nicht nur in neues Licht (wenn Philipp Geist im Oktober die Apostelkirche erstrahlen lässt), es hält auch ein Konzert-Highlight bereit: Am 29. September erklingt in der Stadtpfarrkirche eine neue, große Kantate des aus Weilheim stammenden Komponisten Robert M. Helmschrott. Er will „Luther weiterdenken“.

Weilheim – „Lumen“ (lateinisch für „Licht“) heißt das rund einstündige Werk für vier Solisten, Chor, Harfe und Orchester, in dem Helmschrott (78), wie er selbst sagt, „alle musikalischen Ausdrucksweisen zusammenfasst“, die er im Laufe seines Komponistenlebens entwickelt hat. Vor allem aber soll die Kantate ein Beitrag zum interreligiösen Dialog sein. Während das „Luther feiern“ mit dem Reformationsfest Ende Oktober zu Ende sei, müsse man doch „Luther weiterdenken“, erklärt der gebürtige Weilheimer, der Professor und Präsident der Münchener Musikhochschule war und zu den namhaften deutschen Komponisten der Gegenwart zählt: „Der Reformationsgedanke muss lebendig bleiben“, so Helmschrott, „und immer wieder mit Leben erfüllt werden“. Es gehe nicht mehr nur um Ökumene, sondern um Versöhnung.

In diesem Sinne hat der Komponist in „Lumen“ Elemente und Texte der drei Religionen eingearbeitet, die sich auf den Urvater Abraham beziehen: des Judentums, des Christentums und des Islams. Helmschrott lässt russisch-orthodoxe Kirchenmusik einfließen, Liedsätze der chassidischen Tradition (in hebräischer Sprache) sowie einen Gebetsruf und Koranverse auf Arabisch. Neben Worten aus dem Alten und Neuen Testament, dem Talmud und dem Koran zitiert er aus den Tischreden Martin Luthers, aus Texten von Konfuzius, Meister Eckhart, Katharina von Genua, Johann Wolfgang von Goethe, Immanuel Kant und Bertolt Brecht.

Er habe für die Arbeit an „Lumen“ über 40 Bücher gelesen, erklärt Helmschrott im Gespräch mit der Heimatzeitung, „das hat mich ein halbes Jahr voll beschäftigt“. Aber er sei „sehr bereichert worden“ durch diese Arbeit: „Ich habe viel gelernt dabei, auch bezüglich politischer und gesellschaftlicher Fragen.“ Nun freut sich der Komponist auf die Aufführungen unter Leitung des Ingolstädter Organisten und Dirigenten Franz Hauk, der das Luther-Werk aufgrund historischer Bezüge in seiner Heimat in Auftrag gegeben hat: In Ingolstadt amtierte als Münsterpfarrer Johannes Eck, der spätere Gegenspieler Luthers; und die Neuburger Schlosskapelle, 1543 geweiht, gilt als der älteste protestantische Kirchenraum Deutschlands. Im Schloss Neuburg ist am 23. September Uraufführung von „Lumen“, sechs weitere Aufführungen folgen in Ingolstadt, München, Nürnberg, Berlin, Porto – und eben am Freitag, 29. September, in Weilheim.

Ausführende sind der von Hauk gegründete „Simon-Mayr-Chor“ (bestehend aus professionell ausgebildeten Sängern der Region Ingolstadt, Gesangsstudenten und Mitgliedern des Chors der Staatsoper) und das renommierte Ensemble „Concerto de Bassus“ um Konzertmeisterin Theona Gubba-Chkheidze. Komponist Robert M. Helmschrott, der in München lebt und 2014 den Kulturpreis der Stadt Weilheim erhielt, wird beim Konzert in seiner Heimatstadt „selbstverständlich“ dabei sein – und ist bereits gespannt, wie das Publikum auf seinen „etwas anderen Beitrag zum Lutherjahr“ reagiert.

Das Konzert

Neben „Lumen“ von Robert M. Helmschrott erklingt beim Konzert am Freitag, 29. September, 20 Uhr, in der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt als „spannungsvoller Kontrapunkt“ – wie es in der Ankündigung heißt – Johann Sebastian Bachs berühmtes „Magnificat“ in D-Dur, der Lobgesang Mariens. Eintrittskarten kosten laut Veranstalter zwischen 18 und 22 Euro (Schüler/ Studenten 10 bis 15 Euro) und sind im Vorverkauf bereits erhältlich unter www.lumen-2017.de.

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