+
Sonogramm zu Übungszwecken: Chefarzt Dr. Reinhold Lang und die georgischen Studentinnen Teona Sartania (Mitte i. Bi.) und Mariam Bakuradze. 

Studentinnen aus Georgien am Krankenhaus Weilheim

„Hier ist alles besser organisiert“

Weilheim - Das  Weilheimer Krankenhaus und die Uni in Tiflis (Georgien) kooperieren. Zwei  Studentinnen lernen und arbeiten in der Chirurgie.

„Hier ist alles besser organisiert“, sagt Teona Sartania (20), und ihre Kommilitonin Mariam Bakuradze (23) ergänzt: „Es sind alle sehr nett hier.“ Die beiden Medizinstudentinnen aus Georgien sind voll des Lobes für das Weilheimer Krankenhaus, wo sie derzeit für drei Monate arbeiten. Wenn die beiden jungen Frauen wieder in ihre Heimat fliegen, kommen andere Medizinstudenten hierher, denn es besteht eine Kooperation zwischen der Weilheimer Klinik und der medizinischen Universität von Tiflis.

Privatdozent Dr. Reinhold Lang hatte Kontakt zu der Universität. „So ist diese Kooperation entstanden“, sagt er. Der Mediziner war während seines Studiums im Ausland und hat diesen Aufenthalt als wichtige Zeit erlebt: „Ich war in Amerika und fand das dort richtig klasse“, sagt der Chefarzt der „Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ am Weilheimer Krankenhaus. „Nach diesem Aufenthalt habe ich unser Gesundheitssystem besser zu schätzen gelernt, ich habe die Sprache gelernt und festgestellt, dass die dort auch nur mit Wasser kochen.“ Damals hat sich der Mediziner vorgenommen, auch anderen Studierenden diese wichtige Erfahrung zu ermöglichen, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt.

Vor zwei Jahren kamen dann die ersten Medizinstudenten aus Tiflis ans Weilheimer Krankenhaus. Seitdem sind ständig angehende Ärzte aus Georgien für drei Monate in der Kreisstadt. Wie Teona Sartania und Mariam Baruradze lernen sie an der Universität Deutsch und sind im Studium bereits so weit fortgeschritten, dass sie am Krankenhaus gut einsetzbar sind.

Sie unterstützen beim Röntgen, im Operationssaal und übernehmen Aufgaben wie zum Beispiel Blutabnehmen. Die beiden Studentinnen genießen die Zeit in Oberbayern und lernen viel: „Wir können hier viel erfahren und kennenlernen“, sagt Teona Sartania. Nach gut zwei Monaten am Krankenhaus in Weilheim ist Mariam Baruradze klar: „In Deutschland ist das System besser.“ In ihrer Heimat sei die medizinische Versorgung eher schlecht. Es gibt nur wenige öffentliche Krankenhäuser, und wer sich dort untersuchen und behandeln lassen will, muss Geld mitbringen, denn jede MRT-Aufnahme, jede Computerthomographie müssen die Patienten aus eigener Tasche bezahlen. „Hier ist die Pflege der Patienten sehr gut,“ sagt Teona Sartania. Das Essen sei besser als in den georgischen Kliniken, zudem würden die Patienten freundlicher behandelt.

Ein Mal im Jahr fliegt Lang nach Georgien, um dort an vier Tagen zusammen mit anderen deutschen Kollegen an der Universität Tiflis Vorlesungen zu halten und Lehrgänge zu geben. Diese Veranstaltungen finden auf Deutsch statt und werden von Studenten, die die Sprache beherrschen, simultan übersetzt. Der Chefarzt freut sich jedes Jahr auf diese Arbeitsreise: „Georgien ist ein spannendes Land, ich genieße es, jedes Jahr dorthin fahren zu können.“

Kathrin Hauser

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Autofahrer landet fast im Stadelbach
Da hatte wohl jemand zu viel gefeiert. Ein 22-jähriger Peißenberger  ist am Sonntag gegen 20 Uhr fast mit seinem Auto im Stadelbach gelandet.
Autofahrer landet fast im Stadelbach
Keine Einschränkung beim Winterdienst
Beim Winterdienst in Peißenberg wird sich organisatorisch etwas ändern – die Bürger sollen davon nicht viel mitbekommen. Der Gemeinderat hat sich vorgenommen, den …
Keine Einschränkung beim Winterdienst
Bürger-Supermarkt hat Startschwierigkeiten
Der Bürger-Supermarkt in Seeshaupt kämpft mit Startschwierigkeiten. Auch knapp ein Jahr nach seiner Eröffnung haben sich Umsatz und Gewinn trotz Sortimentserweiterung …
Bürger-Supermarkt hat Startschwierigkeiten
Verhandlung wegen einer „Nicht“igkeit
Es war nur eine kleines Wort, das fehlte.  Und so wurde eine Unterlassungserklärung wegen Parkens auf einem Privatparkplatz zur Posse.
Verhandlung wegen einer „Nicht“igkeit

Kommentare