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Befassten sich mit dem Thema „Übergewicht“ , v.l.: Erika Huber, Dr. Reinhold Lang, Martina Meissl. 

Weilheim

Operation als letzter Ausweg für Dicke 

Extremes Übergewicht vermindert nicht nur die Lebenserwartung, es schränkt auch die Lebensqualität erheblich ein. Doch es gibt einen Ausweg. 

von inge Beutler

Weilheim – Die chirurgische Therapie gewinne bei Adipositas-Patienten, also Menschen mit einem so genannten Body Mass Index (BMI) über 30, deswegen zunehmend an Bedeutung, sagte Dr. Reinhold Lang beim „2. Weilheimer Adipositas-Tag“ im Weilheimer Krankenhaus. Lang, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Klinik, erläuterte den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Casino die Voraussetzungen, die für eine Magenverkleinerung zu erfüllen sind.

„Dazu braucht es drei Gutachten“, so Lang. Und zwar von Fachleuten wie Psychologen, Chirurgen und Ernährungsberatern. Dazu müssen eine stete Betreuung beim Essverhalten sowie der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe gewährleistet sein. „Wünschenswert ist auch ein Gutachten des Hausarztes“, so Lang, der sich über das rege Interesse an der Veranstaltung freute.

Die Besucher konnten sich einen Vormittag lang über Ernährungs- und Bewegungstherapie, die Arbeit der Selbsthilfegruppe oder rechtliche Fragen zur Antragsstellung für eine Operation informieren. Erika Huber, Leiterin der „Adipositas-Selbsthilfegruppe Oberland“, hat sich im Oktober 2016 operieren lassen. „Ich habe lange gebraucht, bis ich mich dazu entschlossen habe“, berichtete sie. Sie habe viele Diäten gemacht, keine habe einen Erfolg gebracht. Zudem habe sie gesundheitliche Probleme wie Arthrose, Fibromyalgie und Diabetes gehabt, erzählte sie.

Vor ihrer Operation wog die 61-jährige Weilheimerin 134 Kilogramm, danach hat sie 26 Kilo abgenommen. „Es geht mir deutlich besser, ich brauche weniger Schmerzmittel und habe wieder Spaß an Sport und am Leben“, so die ehemalige Arzthelferin.

Auch Martina Meissl aus Füssen hat einen Antrag auf Operation gestellt, der aber wurde abgelehnt. „Ich habe Beschwerden mit der Atmung, Rückenschmerzen und zehn Bauchdecken-Operationen hinter mir“, so die 45-jährige Pflegehelferin, die seit einem Jahr krankgeschrieben ist. Auch sie ist Mitglied der Adipositas-Selbsthilfegruppe und hat ihre Ernährung komplett umgestellt. „Jetzt wiege ich noch 145 Kilogramm, hoffe aber auf eine Operation, denn ich möchte gern wieder Skifahren“, sagte sie.

Nach den vielen Informationen am Vormittag konnten sich die Besucher bei einem kleinen gesunden Imbiss austauschen und Fragen an die Experten richten.

Infos

Die Selbsthilfegruppe „Adipositas Weilheim-Schongau“ trifft sich einmal im Monat. An geraden Monaten im Krankenhaus Weilheim, an den ungeraden im Krankenhaus Schongau, jeweils am 2. Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr. Kontakt: Erika Huber, Weilheim, Telefon 0881/62 133, E-Mail: e-huber-weilheim@t-online.de

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