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Hilft hier ein Kreisel oder eine Ampel?

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Von: Magnus Reitinger

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Viele Weilheimer Schüler sind täglich an der Kreuzung von Geistbühelstraße und Pollinger Straße unterwegs.

Mit der weiteren Bebauung des Angers zwischen „Pöltner Hof“ und Au braucht es dringend eine Verkehrslösung an der Kreuzung beim Hallenbad, da ist sich der Stadtrat einig. Aber was? Eine Ampel oder einen Kreisverkehr? Darüber diskutierte gestern der Verkehrsausschuss.

Weilheim – Dass überhaupt öffentlich über die neuen Ideen für die Kreuzung Pollinger Straße/Geistbühelstraße gesprochen wurde, das ist Grünen-Stadtrat Eckart Stüber zu verdanken. Bürgermeister Markus Loth (BfW) – der die gestrige Sitzung nicht selbst leitete, sondern von 2. Bürgermeister Horst Martin (SPD) vertreten wurde – hatte das Thema eigentlich auf den nicht-öffentlichen Teil der Tagesordnung gesetzt. Denn in puncto Kreisverkehr gehe es auch um Grundstücksverhandlungen, wie Verkehrsreferent Claus Reindl (BfW) erklärte. Darüber hätte kürzlich der Bauausschuss nicht-öffentlich beraten sollen, dort wurde das Thema aber vertagt. Im Verkehrsausschuss, der nur die „verkehrliche Sicht“ behandelt, gebe es freilich keinen Grund für „Nicht-Öffentlichkeit“, betonte Stüber. Auf seinen Antrag stimmte dann das ganze Gremium für eine öffentliche Diskussion.

Eine Entscheidung pro Ampel oder pro Kreisel gab es dabei jedoch nicht. Beschlossen wurde einstimmig, ein „erweitertes Verkehrsgutachten“ in Auftrag zu geben, das nicht nur die Kreuzung selbst in den Blick nimmt. Es gelte die „enormen Schülerströme“ in diesem Bereich und auch die Verkehrssituation an der Ecke St. Pölten/Greitherstraße zu beachten, zugleich gelte es, den „Verkehrsfluss zu erhalten“. Und Stüber setzte durch, auch zu untersuchen, welche Auswirkungen es hätte, wenn die Stadt die Straße „In der Au“ längs der Bahnlinie für den Durchgangsverkehr sperren würde. Denn das brächte dem Grünen-Vertreter zufolge auch eine Entlastung für die Kreuzung beim Hallenbad.

Ein bereits vorliegendes, allerdings nicht so umfassendes Verkehrsgutachten kommt zu dem Schluss, dass die bestehende Kreuzung für den nächsten Abschnitt der geplanten Wohnbebauung an der Geistbühelstraße noch ausreiche. Für die weiteren Bauvorhaben (wie berichtet, könnten auf dem Areal rund 270 zusätzliche Wohnungen entstehen) brauche es aber eine andere Lösung dort – etwa eine Ampel-Anlage.

Das Stadtbauamt hat nun auch untersuchen lassen, ob ein Kreisverkehr möglich wäre. Ergebnis laut Bauverwaltungs-Leiter Manfred Stork: Sowohl ein „Mini-Kreisverkehr“ mit 17 Metern Durchmesser (wie etwa an der Durchgangsstraße in Peißenberg) als auch eine größere Variante mit 26 Metern Durchmesser hätten an dieser Stelle Platz. Wobei für Letztere an allen vier Ecken der Kreuzung kleine Grundabtretungen nötig wären, so Stork, und darüber habe man mit den Eigentümern noch nicht gesprochen.

Verkehrstechnisch sinnvoll wäre laut Untersuchung allein der größere Kreisel. Dass man keinesfalls einen Mini-Kreisel à la Peißenberg wolle, darüber waren sich die Ausschuss-Mitglieder einig – zumal Martin Hackl, Verkehrsbeauftragter der Weilheimer Polizei, erklärte, dass dieser „äußerst unfallträchtig“ sei; fast 30 Unfälle habe man dort binnen vier Jahren gezählt.

Für einen (größeren) Kreisverkehr an der Hallenbad-Kreuzung warben die CSU-Vertreter Uta Orawetz und Klaus Gast sowie Walter Weber (FW). Eine Ampel würde ihrer Meinung nach die Verkehrsprobleme auf der Pollinger Straße und drumherum eher verschärfen. Florian Lechner hingegen warnte angesichts der vielen Schüler, die dort unterwegs sind, vor einem Kreisel: Ein solcher wäre „für Kinder mit Fahrrädern extrem gefährlich“, so der BfW-Stadtrat: „Da muss eigentlich eine Ampel her.“ Denn man brauche an dieser Stelle „keine Beschleunigung des Autoverkehrs, sondern eine Rhythmisierung“. Eine zusätzliche Ampel könnte mit der bestehenden Anlage an der Waisenhausstraße sinnvoll gekoppelt werden. Auch Grünen-Stadtrat Stüber plädierte mit Blick auf die Schüler klar für eine Ampel an der Kreuzung Pollinger Straße/Geistbühelstraße: „An dieser Stelle ist ein Kreisel völlig falsch.“

Für Claus Reindl (BfW), den Verkehrsreferenten des Stadtrats, ist der Ausschuss „nicht sachkundig genug“ zu entscheiden, ob eine Ampel oder ein Kreisel sinnvoller wäre; da seien Fachleute gefragt. „Wir sollten uns die Zeit nehmen, das Verkehrsgutachten zu erweitern und im nächsten Jahr weiter darüber diskutieren“, so Reindl. So entschied der Verkehrsausschuss denn auch. Doch brauche es an dieser Kreuzung in jedem Fall eine Lösung, bevor der „Dietmayr-Anger“ weiter bebaut wird, betonte Orawetz: Die Stadt müsse „diesmal bitte die Reihenfolge richtig machen“.

Lesen Sie hier mehr über Bauvorhaben.

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