Informierten am Stand, v.li.: Hospizbegleiterin Ursula Gerwert, Koordinatorin Lissi Schmid sowie die Hospizbegleiter Gisela Jäckle, Monika Nudlbichler, Sabine Keuchel und Dirk Reintjes mit Standbesucherinnen; Gruppe rechts (v.li.) Koordinatorin Gesa Mayer, Hospizbegleiterin Uschi Lagutin und Renate Dodell mit einer Passantin. Foto: gronau

Zu Hause oder im Heim 

Hospizarbeit muss man   von Herzen machen 

In Weilheim gibt es eine von insgesamt neun Ortsgruppen im Hospizverein im Pfaffenwinkel. Sie ist zugleich dessen größte. Ehrenamtlich begleiten hier 30 speziell ausgebildete Frauen und Männer schwerstkranke Menschen in der letzten Lebensphase.

Weilheim – Auf einem Tisch unter einem Pavillon auf dem Weilheimer Kirchplatz liegen an diesem Vormittag Informationsbroschüren und Programmflyer zum 25-jährigen Bestehen des Hospizvereins im Pfaffenwinkel, daneben Stofftaschen, Spruchkarten, Luftballons und Unterschriftenlisten für die „Charta zur Betreuung schwerstkranker Menschen in Deutschland“. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Sterben unter würdigen Bedingungen“ heißt es darin. Der Hospizverein im Pfaffenwinkel arbeitet bereits seit 25 Jahren nach dieser Prämisse und kann dabei in der ambulanten Arbeit auf mittlerweile mehr als 150 speziell ausgebildete ehrenamtliche Hospizbegleiter zählen.

30 davon sind inzwischen in zwei Weilheimer Untergruppen organisiert, die von Sabine Brehme, Gabriele Schweizer und Christine Schneider geleitet werden. Sie waren am Stand auf dem Kirchplatz dabei, als der Verein zum Welthospiztag über seine Arbeit und über die Charta informierte. Zusammen mit Vorstandsmitgliedern und Koordinatorinnen, welche die ambulanten Einsätze organisieren, suchten die Hospizbegleiter das Gespräch mit Passanten. Die Arbeit des Vereins noch bekannter zu machen und die Menschen für die Hospizarbeit und das Thema „Sterben“ zu sensibilisieren, das ist ihnen ein großes Anliegen.

„Man muss es von Herzen machen“, sagt Ursula Gerwert über die ambulante Hospizarbeit. Sie war vor 23 Jahren eine der ersten, als sich die Weilheimer Gruppe als zweite nach Bernried im damals noch jungen Hospizverein formierte. Die Mitglieder schenken regelmäßig todkranken und sterbenden Menschen in deren familiärem Umfeld sowie im Krankenhaus, im Bürgerheim und in den Pflegeeinrichtungen der Stadt ihre Zeit.

Zur Hospizarbeit war sie gekommen, nachdem sie sich intensiv um ihre Mutter in deren letzten Lebenswochen gekümmert hatte. Da habe sie erfahren, wie wichtig es sei, Menschen am Lebensende viel Zeit zu schenken, sagt sie. Zeit für Gespräche oder zum Vorlesen, Zeit, noch den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen oder Zeit, um einfach nur dazusitzen und die Hand zu halten, wenn das Reden zu mühsam wird.

Von der Begleitung durch Hospizhelfer profitieren laut Gerwert nicht nur die Sterbenden selbst, sondern auch deren Angehörige, die durch die häusliche Pflege oftmals an ihre Grenzen stoßen und sich dann auch mal eine Auszeit nehmen können. Die ambulante Hospizarbeit beschränkt sich inzwischen nicht mehr nur auf das familiäre Umfeld, durch das neue Hospiz- und Palliativgesetz wird der Begleitung in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern hoher Stellenwert beigemessen. Für den Hospizverein bedeutet das einen erhöhten Bedarf an ehrenamtlichen Begleitern, die er selbst umfassend ausbildet. In wenigen Wochen geht der aktuelle Kurs mit 20 Teilnehmern zu Ende.

Am Infostand am Kirchplatz war das Interesse der Passanten da – sowohl an der Arbeit des Hospizvereins wie auch an der Unterschriftenaktion. Deren Träger sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und Palliativverband und die Bundesärztekammer. Infos dazu gibt es unter www.charta-zur-betreuung-sterbender.de. Laut der Koordinatorinnen Lissi Schmid und Gesa Mayer vom Hospizverein kamen am Ende an die 230 Unterschriften zusammen.  mb

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