Imposant: das Schloss HIrschberg; ebenso imposant sind auch die Pläne für das Anwesen am Haarsee.

Pläne für Schloss Hirschberg  

Das Hotel ist „noch lange nicht gebaut“

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Weilheims Stadtrat soll in der nächsten Sitzung den Flächennutzungsplan ändern, um ins Verfahren für das umstrittene Luxushotel über dem Haarsee einzusteigen. Das empfiehlt die Bauausschuss-Mehrheit. Nur so bekäme man die nötigen „fachlichen Antworten“ der Behörden.

Weilheim– Ein 5-Sterne-Gesundheitshotel mit 149 Doppelzimmern, Wellness-Anlagen, Gastronomie, Biergarten, Personalhaus und rund 150 Angestellten im und am zuletzt privat bewohnten Schloss Hirschberg am Haarsee? Diese Pläne eines Investors aus Hamburg haben im Weilheimer Stadtrat vergangenen September großteils Begeisterung ausgelöst. Aber bei der Bürgerversammlung Anfang April in Marnbach gab es auch starke Ablehnung aus der Bevölkerung.

So oder so solle der Stadtrat nun die Flächennutzungsplan-Änderung beschließen, die um das denkmalgeschützte Schloss ein Sondergebiet für „Schlossanlage und Fremdenbeherbergung sowie Erholung und Freizeitgestaltung“ zulasse. Dafür hat der Bauausschuss bei seiner Vorberatung am Dienstag votiert (gegen die Stimme von Grünen-Sprecher Alfred Honisch). Denn nur auf diesem Weg, so die Mehrheitsmeinung, bekomme man von den maßgeblichen Stellen konkrete Aussagen zu Möglichkeiten und Grenzen des Projekts. „Damit ist da noch lange nicht gebaut“, betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW).

Man wisse, „dass einiges im aktuellen Vorschlag durchaus fraglich ist“, ergänzte BfW-Stadträtin Brigitte Holeczek: „Aber wir müssen das Verfahren so anstoßen, um zu erfahren, was die Behörden dazu sagen. Anders kommen wir da nicht weiter und finden keinen Konsens, was da letztlich umgesetzt werden kann.“ Klaus Gast (CSU), der Stadtratsreferent für den Ortsteil Marnbach, sah es genauso: Nur so gebe es Klärung für die Vorbehalte, die bei der Bürgerversammlung laut wurden – etwa in Sachen Verkehrserschließung und Vereinbarkeit mit dem Naturschutz.

Die Änderung des Flächennutzungsplans schaffe noch kein Baurecht, erklärte CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl. Doch dieses werde folgen, warnte Alfred Honisch: „Die Entscheidung des Stadtrats ist längst gefallen.“

Anders als die Mehrheit sieht Grünen-Vertreter Honisch die Hotelpläne über dem Haarsee „nicht als großen Treffer für die Stadt“ und erinnerte daran, dass solche Anlagen gemäß „Anbindungsgebot“ nicht auf die „grüne Wiese“ gehörten. Dagegen sprach Zirngibl erneut von einer „Riesenchance für unsere Stadt und unsere Region“: „Ich finde das ein wirklich tolles Projekt und würde mich freuen, wenn das realisierbar wäre und auch realisiert würde.“ Dies sagte Zirngibl auch vor dem Hintergrund dessen, „was für Schloss Hirschberg in der Vergangenheit sonst schon überlegt war – bis hin zu einem Swingerclub“.

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