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Als Jugenstiljuwel  gilt Schloss Hirschberg, das bis Anfang der 2000er Jahre vom Bundesnachrichtendienst (BND)  genutzt  und dann verkauft wurde. Nun steht ein erneuter Verkauf an. 

Marnbach 

Schloss Hirschberg erhitzt die Gemüter

Die  Pläne, aus Schloss Hirschberg Hirschberg ein 5-Sterne-Hotel mit 300 Betten zu machen, stoßen  in Marnbach auf Unverständnis und Kritik.

Weilheim – Groß, größer am größten: Bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Gemeindehaus ging es vor allem um Großprojekte. Zu den seit vielen Jahren immer wieder neu aufgelegten Themen wie Umfahrung von Weilheim und Hochwasserschutz am Angerbach könne er nicht viel sagen, stellte Weilheims Bürgermeister Markus (Loth) fest, denn alles sei im Fluss. Das gilt  auch für die Pläne für Schloss Hirschberg, die der Stadtrat im Herbst vergangenen Jahres  begrüßte.

 Und so hörten die rund 80 Besucher aus Marnbach-Deutenhausen, dass in einer anderen Ecke der Stadt, nämlich am Waitzackerbach, das Hochwasserrückhaltebecken Anfang Juni 2016 bereits seine erste große Bewährungsprobe bestanden habe.

„Die Gesamtmaßnahme ,Hochwasserschutz am Angerbach’ befindet sich im

Planfeststellungsverfahren. Daher kann ich dazu derzeit nichts sagen“, so das Stadtoberhaupt. Die Ertüchtigung des Einlaufbauwerks an der Angermaierstraße und die Räumung durch die Stadtwerke bei den starken Regenfällen im Sommer hätten aber bereits Wirkung gezeigt: Der Simetsbach sei in seinem Bett geblieben, die Sonnwendstraße sei aber vorsichtshalber durch die Feuerwehr geräumt worden. Allerdings, so Loth, wurden kurzzeitig in Deutenhausen und in Marnbach Wiesen entlang des Weidenbachs überschwemmt.

Wenig Neues wusste Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes, in Sachen „Umfahrung“ zu berichten. Stand der Dinge sei, dass nach der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan nun die Planung beginne und alle vier Trassen (Ost- und Westumfahrung sowie die zwei unterirdischen Varianten) geprüft würden. Ob der Verkehr auf der Staatsstraße Weilheim-Seeshaupt Richtung Autobahn, wie von der „Bürgerinitiative gegen die geplante Ostumgehung“ befürchtet, wegen der Osttrasse zunehmen werde, dazu könne er nichts sagen, so Kordon. Das werde das Verkehrsgutachten zeigen, das anhand der Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 erstellt werde.

Um viel Geld drehten sich die Ausführungen von Landrätin Andreas Jochner-Weiß, die sich nebenbei als treue Besucherin der Aufführungen der Marnbacher Theaterer zu erkennen gab. 60 Millionen Euro stecke der Landkreis in die Sanierung von Schulen in Weilheim, Schongau und Penzberg, weitere rund 65 Millionen in den Neubau der Berufsschule in Weilheim. „Ich bin stolz, dass wir die Berufsschule für unser Handwerk bauen dürfen“, sagte sie.

Kritische Fragen gab es aus den Reihen der Besucher zu einem anderen Großprojekt: den Hotelplänen für Schloss Hirschberg am Haarsee. Wie berichtet, soll das rund 100 Jahre alte denkmalgeschützte Jugendstiljuwel zum Mittelpunkt eines 5-Sterne-Luxus- Gesundheitshotels werden. Investoren aus Hamburg wollen dazu einen Neubau mit 149 Doppelzimmern plus Gastronomie und Biergarten plus Personalhaus erstellen. Der Stadtrat war im September 2016 sehr angetan von diesen Plänen und stimmte deren Prüfung zu. Freiherr Christoph von Hirschberg wollte wissen, was Stand der Planung sei, wie das Vorhaben mit dem Naturschutz vereinbar sei, wie die Zufahrt über die 2,90 Meter breite Straße und die für die Lastwagen über die Straße Marnbach-Antdorf erfolgen sowie Wasserver- und Abwasserentsorgung geregelt werden solen.

„Ich kann dazu nichts sagen“, stellte Bürgermeister Loth fest, „die Investoren verhandeln direkt mit den Behörden“. Dass es Haken und Ösen gebe, sei klar, aber die Schlosseigentümer hätten „das gute Recht“, das Grundstück zu verwerten und verschiedene Möglichkeiten künftiger Nutzung ausloten zu lassen, so Loth. Peter Wild sah das, wie einige andere Bürger auch, etwas anders: Die Stadt müsse von Anfang an sagen, dass das nicht geht, forderte er. 

gre

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