Die Freude über die Wiedereröffnung ist bei Saika Gebauer-Merx groß. Endlich dürfen wieder Gäste in das Altstadthotel „Bachbräu“ in Weilheim kommen. Gebucht wurde schon fleißig.
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Die Freude über die Wiedereröffnung ist bei Saika Gebauer-Merx groß. Endlich dürfen wieder Gäste in das Altstadthotel „Bachbräu“ in Weilheim kommen. Gebucht wurde schon fleißig.

Trotz Testpflicht großer Ansturm

Hotels sind schon teilweise ausgebucht - manche Hoteliers sind aber noch vorsichtig

  • Franziska Florian
    VonFranziska Florian
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Seit gestern dürfen die Hotels im Landkreis Weilheim-Schongau wieder öffnen. Die Betreiber sind trotz der strengen Hygieneauflagen froh, endlich wieder Gäste in Empfang nehmen zu können – und haben dafür ordentlich vorgesorgt. Doch nicht alle Hoteliers öffnen ihre Pforten sofort.

Weilheim – Saika Gebauer-Merk war die Freude über die Wiedereröffnung deutlich anzumerken. „Wir öffnen auf alle Fälle wieder“, sagte die Inhaberin des Altstadthotels „Bachbräu“ in Weilheim. Die Vorbereitungen dafür liefen in den vergangenen Tagen auf Hochtouren: „Wir haben alles noch mal auf Vordermann gebracht und die Mitarbeiter belehrt“, damit alle Hygienemaßnahmen auch richtig umgesetzt werden. Beispielsweise liegen am Frühstücksbuffet Einmalhandschuhe aus.

Im „Bachbräu“ geht Einchecken auch kontaktlos

Neben all den Vorbereitungen hat sie noch „Tests für unsere Gäste besorgt“. Denn wer derzeit in einem Hotel übernachten möchte, muss sich alle 48 Stunden testen lassen. Damit niemand an den Teststationen in Weilheim selbst einen Termin vereinbaren muss, bieten Gebauer-Merx und ihr Mann, Ralf Gebauer, vor Ort Tests an. Der Selbsttest findet dann unter Aufsicht der extra geschulten Mitarbeiter statt.

Wer beim Einchecken lieber niemandem begegnen möchte, kann im Altstadthotel „Bachbräu“ auch kontaktlos sein Zimmer beziehen. Die Gäste schicken dazu vorab ihre Handynummer und bekommen im Gegenzug den Türcode. Der Schlüssel für das Zimmer wird dann an einem bestimmten Ort hinterlegt. Die Kontaktdaten der Besucher können über die Luca-App angegeben werden – „der Zettel hängt schon lange an der Tür“, so Gebauer-Merx.

Registrierung per Luca-App geht auch ohne Smartphone

Für diejenigen, die kein Smartphone besitzen, gibt es die Möglichkeit, einen Schlüsselanhänger mit QR-Code direkt über die Luca-Webseite (www.luca-app.de) zu bestellen. Die Schlüsselanhänger müssen vor der ersten Nutzung einmalig registriert werden und können dann direkt vom Betreiber des Hotels gescannt werden. „Das Landratsamt und der Tourismusverband Pfaffenwinkel prüfen derzeit, ob es eine Möglichkeit gibt, den Schlüsselanhänger kostenlos zur Verfügung zu stellen“, hieß es dazu in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Weiter appellieren Tourismusverband und Landratsamt an alle Betriebe wie Hotels und Gaststätten, aber auch an den Einzelhandel, Freizeiteinrichtungen, Museen und Kinos, die Luca-App zu nutzen. „Das Gesundheitsamt hat die technischen Voraussetzungen geschaffen, so dass die Kontaktnachverfolgung einfach gelingen kann“, schrieb das Landratsamt weiter. Mehr Infos für Gäste gibt es auf der Webseite des Tourismusverbands Pfaffenwinkel (www.pfaffen-winkel.de/luca-app-fuer-gaeste).

Tourismusverband Pfaffenwinkel will bei Einführung der Luca-App helfen

Zusätzlich steht der Verband allen als als Ansprechpartner für die Einführung zur Verfügung und informiert über Rundmails sowie auf der Webseite über die Vorgehensweise.

Dieses Angebot wird auch das „Marina“ in Bernried in Anspruch nehmen, wie Hoteldirektor Kai Emmerling sagte. Zwar hat sich das Team bereits mit der App befasst, doch die Hilfe nimmt es gerne an, damit die Einführung reibungslos abläuft.

In Bernried steht das Testzentrum auf dem Hotelgelände

Auf die Wiedereröffnung hat sich Emmerling „so gut es geht vorbereitet“. Mitarbeiter wurden instruiert und auch im Außenbereich wurde alles auf Vordermann gebracht. Gebucht wurde das „Marina“ bereits fleißig. „Der Juli ist schon voll“, so der Direktor. Aber auch über Pfingsten gibt es bereits jede Menge Buchungen. „Man merkt, dass die Leute wieder raus wollen“, sagte Emmerling.

Den Gästen des „Marina“ steht das Schnelltestzentrum in Bernried, das auf dem Hotelgelände Platz fand, zur Verfügung. Die Freude über die Wiedereröffnung ist bei Emmerling auf jeden Fall sehr groß: „Wir haben so lange darauf gewartet.“

Hotelier in Schongau war nur wenig von der Corona-Pandemie betroffen

Von der Corona-Pandemie nicht wirklich betroffen war Georg Lutzenberger, Inhaber des Hotels „Alte Post“ in Schongau. Denn er beherbergt hauptsächlich Geschäftsreisende und hatte deswegen gar nicht geschlossen. Auf die Wiedereröffnung vorbereiten musste er sich deswegen auch nicht. Jeder Gast, der wegen einer Geschäftsreise kommt, „hat einen negativen Test dabei, weil er den für die Firmenbesuche benötigt.“ Bisher hat Lutzenberger von Touristen noch keine Buchungen, aber „vielleicht kommen für den Sommer noch welche“.

Hotel in Seeshaupt wartet noch mit der Wiedereröffnung

Doch nicht jedes Hotel in der Region hat gestern seine Pforten geöffnet. Das „The Starnbergsee Hideaway“ in Seeshaupt empfängt erst zum 1. Juni wieder Gäste, wie Hoteldirektor Ernst Karl Schassberger sagte. „Wir warten erst mal noch ab. Es ist alles noch ziemlich ungewiss.“ Buchungen ab dem 1. Juni gibt es aber bereits.

So sieht es auf den Campingplätzen in der Region aus

Seit gestern dürfen auch die Campingplätze in der Region wieder öffnen. Einfach umzusetzen waren die ganzen Hygienevorschriften jedoch nicht, wie Iris Echtler vom Campingplatz am Richterbichl in Rottenbuch erklärt. „Wir haben im Ort selber keine Möglichkeit für die Schnelltests.“ Deshalb müssen sich die Gäste selbst darum kümmern. „Wir haben uns dazu entschieden, auch Selbsttests unter unserer Beobachtung zuzulassen“, so Echtler, „auch wenn das für uns enormen Aufwand bedeutet“. Dafür gibt es jeden Tag ein Zeitfenster von einer Stunde. Doch auch die von der Regierung geforderten Tests halten kaum jemanden ab, seinen Urlaub auf dem Campingplatz zu verbringen. „Wir haben sehr viele Buchungen“, sagte Echtler. Ein paar Plätze sind aber noch frei, so dass auch spontan jemand kommen könnte.

Das sieht bei Manfred Fischer, Inhaber des Campingplatzes „Ammertal“ in Peißenberg, anders aus. „Wir sind seit vier Wochen über Pfingsten komplett ausgebucht.“ Deshalb muss Fischer täglich 20 bis 30 Leuten absagen, die noch spontan einen Platz ergattern wollen. „Es gibt einfach einen großen Camping-Boom.“ Die Freude, die Gäste endlich wieder vor Ort in Empfang nehmen zu können, ist bei Fischer trotz der vielen Hygienevorschriften groß.

Ebenfalls komplett ausgebucht ist der Campingplatz von Matthias Lederer in Seeshaupt. „Die Gäste nehmen das auch mit der Testerei in Kauf. Man merkt, dass sie einfach raus wollen“. Da die Testmöglichkeiten in Seeshaupt begrenzt sind, hat sich Lederer mit den Campingplätzen Fischer und Ambach am See in Münsing (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) zusammengetan: „Wir haben eine Kooperation mit einer Apotheke aus München, die mit dem Wohnwagen zu uns zum Testen kommt“, erklärte Lederer. Doch ganz versteht er nicht, wieso sich die Camper alle 48 Stunden testen lassen sollen. „Hier ist jeder unter sich und an der frischen Luft“, so sein Fazit.

Neue Lockerungsschritte stehen für die Gastronomie bevor: Während sich viele Wirte im Landkreis freuen, bald wieder Gäste draußen bedienen zu dürfen, gibt es auch noch einige Zweifel.

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