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Schnittig unterwegs: der ICE mit dem Namen „Weilheim i.OB“. Links Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der die Taufe vornahm.   Daneben Harald Kühn (MdL), Andrea Jochner-Weiß (Landrätin),  Markus Loth, Klaus Dieter Josel und  Helmut Schütz. 

Ab Dezember ICE-Halt

Weilheim-Berlin in fünfeinhalb Stunden

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9000 Menschen sind im Durchschnitt an einem Werktag am Weilheimer Bahnhof unterwegs. Bald könnten es 10 000 sein, denn die Station gewinnt durch den barrierefreien Ausbau und einen ICE-Halt weiter an Bedeutung.

von Brigitte Gretschmann

Weilheim – Es war ein ungewohnter Anblick am Montagnachmittag am Weilheimer Bahnhof: Auf Gleis 1 stand ein ICE der Baureihe 403, vor ihm, an einem galgenartigen Gebilde, baumelte eine grüne Flasche. Es war unübersehbar: Eine Taufe steht an. Die „Weilheim-Flotte“, die bislang aus einem Minenjagdboot besteht, erhielt Zuwachs: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gab den weißen ICE den Namen „Weilheim i.OB“. Der ebenfalls angekündigte Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn AG, Berthold Huber, war krankheitsbedingt verhindert, wie der bayerische DB-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel bei der Begrüßung sagte.

Seit der Zug-Taufe hat die Kreisstadt im Pfaffenwinkel als einzige der sieben deutschen Weilheim-Städte und -Gemeinden jetzt einen 200 Meter l

angen und 8000 Kilowatt starken Werbebotschafter, der ihren Namen samt rotem Stadtwappen mit einem Tempo bis zu maximal 300 Stundenkilometern durch ganz Deutschland fährt.

Und da ein ICE selten allein kommt, wurde bei der offiziellen Einweihung des barrierefreien Bahnhofs am Montag auch das Geheimnis gelüftet, wann welche ICE künftig auch in Weilheim halten. Ab Dezember sollen nach aktuellem Stand der Dinge jeweils samstags am frühen Nachmittag vier ICE-Züge auf ihrem Weg von und nach Garmisch-Partenkirchen hier Station machen. Eine umsteigefreie ICE-Fahrt verbindet den Pfaffenwinkel dann mit dem Ruhrgebiet, Köln, Frankfurt/Main, eine zweite mit Hamburg, Berlin, Leipzig und Erfurt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 beträgt die Fahrzeit von Weilheim nach Berlin noch etwa fünfeinhalb Stunden, das sind 90 Minuten weniger als bisher. „Mit dem modernisierten Bahnhof machen wir Weilheim zu einem zentralen Knotenpunkt im oberbayerischen Schienennetz“, sagte Dobrindt. Erst der 11,5 Millionen Euro teure Umbau zu einem barrierefreien Bahnhof habe den ICE-Halt ermöglicht. Dass alle Arbeiten – vom Einbau des Blindenleitsystems und der Aufzüge, dem Anbringen der Dächer, und dem Erhöhen der Bahnsteige – bei laufendem Betrieb binnen eines guten Jahres erfolgt seien, „verdient höchsten Respekt und Anerkennung“, so Dobrindt.

Dass der Bahnverkehr jahrzehntelang vernachlässigt worden sei, sagte Ministerialdirektor Helmut Schütz vom bayerischen Innenministerium, der selbst seit 40 Jahren Bahnpendler ist. Jetzt bestehe deswegen großer Nachholbedarf. „Weilheim“, so Schütz, „kann als Vorbild gelten für weitere Umbauten“.

Als einen „besonderen Tag“ bezeichnete Weilheims Bürgermeister Markus Loth die offizielle Freigabe des barrierefrei ausgebauten Bahnhofs. Dieser unterstreiche die zentrale Lage und Aufgabe Weilheims in der Region. Dank der Modernisierung habe sich die Aufenthaltsqualität und Funktionalität des Weilheimer Bahnhofs „enorm verbessert“, so Loth weiter. Damit jeder Bahnnutzer in Zukunft auch ein entsprechendes Umfeld vorfinde, werde als nächstes der Bau des Busbahnhofs angepackt. .

Die kirchliche Weihe von Bahnhof und Zug nahmen der katholische Pfarrer Engelbert Birkle und sein evangelischer Amtsbruder Corvin Wellner vor.

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