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Micha Acher (45), aufgewachsen in Weilheim, feiert mit „The Notwist“ als Bassist Erfolge, ist ansonsten aber vor allem als Trompeter und Komponist aktiv – u.a. im „Alien Ensemble“ und „Tied & Tickled Trio“. Der zweifache Familienvater macht auch Theatermusik (wie 2011 als musikalischer Leiter in der „Dreigroschenoper“ am Münchner Volkstheater). 

Interview mit Micha Acher von "Notwist"

„Ich freu’ mich sehr, heuer dabei zu sein“

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Weilheim -  Sie sind rar, die Auftritte der „Notwist“-Musiker in ihrer Heimatstadt. Im Rahmen der 12. Weilheimer Jazztage „Ammertöne“ ist am 26. November mal wieder Gelegenheit, Micha Acher live in Weilheim zu hören – mit seinem „Alien Ensemble“. Das macht Jazz und sprengt zugleich alle gängigen Jazzkategorien. Wie das klingt, erklärt der 45-Jährige im Interview.

Ganz ehrlich: Kann es sein, dass Weilheim nicht Ihr liebster Auftrittsort ist?

Micha Acher: Nein, eigentlich hab’ ich da kein Problem damit... Aber es kommt tatsächlich selten vor, dass ich in Weilheim spiele, irgendwie hat es sich nie ergeben. Letztes Jahr wollte ich schon bei den „Ammertönen“ spielen, doch dann hat es terminlich nicht geklappt. Jetzt freue ich mich total, dass es klappt!

Unter Ihren vielen Musik-Aktivitäten, von „Notwist“ bis zur Produzententätigkeit für „Kofelgschroa“: Welche Bedeutung hat das „Alien Ensemble“ im Micha-Acher-Kosmos?

Acher:  Das ist mir ziemlich wichtig. Ich wollte immer schon eine Band haben, die sich hinstellen und rein akustisch spielen kann – und hatte auch viele Stücke dafür. Und ich wollte mit Schlagzeuger Andi Haberl und Vibraphonist Karl Ivar Refseth, die ja auch bei „Notwist“ dabei sind, auch mal Musik machen, für die es keine Rechner braucht. Momentan ist das „Alien Ensemble“ richtig gut, weil wir gerade die zweite Platte gemacht und uns ein gutes Zusammenspiel erarbeitet haben.

Wie würden Sie diese Musik beschreiben?

Acher:  Sie ist teilweise etwas kammermusikalisch arrangiert, teils sind es sehr poppige Harmonien – aber im akustischen Gewand. Die Musik hat auch viele freie Teile, viel Raum für Ungeplantes, wo man nicht weiß, wo es an dem Abend hingeht. Für die zweite Platte haben auch Andi Haberl und Posaunist Matthias Götz komponiert, damit wurde es noch interessanter. Ich finde das gerade sehr spannend.

Die „Ammertöne“ gibt es heuer schon zum 12. Mal. Was haben Sie bisher von diesem Festival mitbekommen?

Acher: Ich war leider noch nie dort, habe aber bisher nur Gutes darüber gehört. Es muss toll sein, deshalb freu’ ich mich sehr, heuer dabei zu sein.

Kurz danach laden Sie mit Ihrem Bruder Markus für 2. und 3. Dezember zur „Alien Disko“ in die Münchner Kammerspiele. Was hat es damit auf sich?

Acher:  Wir organisieren da ein Festival an allen drei Orten der Kammerspiele, bei dem wir an einem Abend mit „Notwist“ spielen, aber auch 12, 13 andere Bands eingeladen haben. Bands, von denen wir Fans sind, die aber großteils noch nie in München gespielt haben – von lauten Gitarrenbands über ein Klaviertrio bis zu elektronischen Sachen.

Und was sind Ihre nächsten Projekte?

Acher:  Nächste Woche nehme ich mit Johannes Enders und Drummer Howard Curtis ein Album auf. Außerdem machen wir mit „Notwist“ gerade Musik für eine Fernsehserie von Hans-Christian Schmid. Dann kommt eine „Notwist“-Tour, dann, glaube ich, eine mit dem „Alien Ensemble“... Es ist immer viel los!

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