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„Landkreis-Zeitung“ stößt auf Skepsis

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Hans Rehbehn, Pressesprecher am Landratsamt, will eine „Landkreis-Zeitung“. © Gronau/Archiv

Ob das Landratsamt bald eine eigene Zeitung herausgibt, steht in den Sternen. Entsprechende Vorschläge von Landratsamts-Pressesprecher Hans Rehbehn stießen am Montag im Kreisausschuss auf große Skepsis.

Weilheim – Viermal im Jahr soll sie erscheinen, 80.000 Euro kosten, werbefrei sein, die Bürger über die Arbeit der Behörde informieren, die Lebensqualität erhöhen und die Identifikation mit der Region und das Gemeinschaftsgefühl stärken: So lauten die Vorstellungen Rehbehns für das neue Medium. Denn seiner Ansicht nach werde der Landkreis auch 45 Jahre nach der Gebietsreform und der Gründung von Weilheim-Schongau „immer noch als mehrfach geteilt empfunden“– geteilt zum Beispiel in die beiden Altlandkreise Weilheim und Schongau. Unterstützt würde diese Trennung unter anderem durch die beiden Tageszeitungen, „Schongauer Nachrichten“ auf der einen, „Weilheimer Tagblatt/„Penzberger Merkur“ auf der anderen Seite, die einer gemeinsamen „Landkreis-Identität“ entgegenstünden, so Rehbehn in der Vorlage zur Sitzung des Kreisausschusses.

„Erst fand ich den Text witzig über die hehren Ziele dieser Landkreis-Zeitung, die gar nichts mit der Realität zu tun haben. Ernst wurde ich erst, als ich die Kosten in der Sitzungsvorlage gelesen habe“, so Hans Geisenberger (Unabhängige/ÖDP, Sachsenried) über die Pläne des Pressesprechers. Den indirekten Vorwurf, für Landrätin Andrea Jochner-Weiß sei eine solche Zeitung eine ideale Wahlkampfhilfe für 2020, wies diese entrüstet zurück. Sie brauche kein „Wiederwahlforum“. Man wolle „einfach publizieren, was wir tun“, so die Landrätin.

Auch Klaus Gast (CSU, Weilheim) zeigte sich skeptisch. „Ich glaube nicht, dass die Herausgabe eine solchen Zeitung zu einer höheren Lebensqualität im Landkreis führen wird.“ Richard Kreuzer (CSU, Penzberg) würde sich von den Kosten nicht abschrecken lassen, die seien im Vergleich zur Haushaltssumme des Landkreises (rund 200 Millionen Euro) „Peanuts“. Auch Alfons Hadersbeck (CSU, Altenstadt) sah die Idee durchaus positiv.

Nachdem aber Peter Erhard (CSU, Böbing) Bedenken, auch von Bürgermeister-Kollegen, angemeldet hatte, sprang Personalchef Georg Leis seinem Kollegen Rehbehn bei: Es müssten ja nicht unbedingt vier Ausgaben pro Jahr mit jeweils zwölf Seiten sein, wichtig sei nur zu klären, ob man so eine Zeitung überhaupt will. Bislang könne man einfach nicht garantieren, dass die Pressemeldungen des Landratsamtes in den Tageszeitungen oder Anzeigenblättern jeweils abgedruckt würden.

Aber auch die Anregung von Leis stieß nicht auf einhellige Zustimmung, schließlich einigte sich der Ausschuss darauf, dass die Pressestelle ein Probeexemplar erstellen soll. Dann werde man weiter diskutieren.

Johannes Thoma

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