Es geht bergauf: Die Zufriedenheit der Unternehmer im Landkreis steigt, wie Herbert Klein (links) und IHK-Geschäftsstellenleiter Jens Wucherpfennig bei der Präsentation der Standortstudie berichteten. 

IHK-Studie für den Landkreis

Der Standort ist gut, aber einiges fehlt noch

Die IHK stellte die Ergebnisse ihrer zweiten Standortumfrage vor.   Die Unternehmen finden Weilheim-Schongau als Standort zwar gut, es gibt aber Verbesserungsbedarf.  

Weilheim – Die Loyalität der Mitarbeiter bewerten die Unternehmer im Landkreis als besonders gut. Dies ist eines der Ergebnisse der zweiten Standortumfrage, mit der die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern die Zufriedenheit ihrer Mitglieder mit ihrem Standort im Landkreis Weilheim-Schongau ermittelte.

Die Studie, die der Vorsitzende des Regionalausschusses, Herbert Klein, nun in der IHK-Geschäftsstelle in Weilheim präsentierte, belegt auch, dass die Stromversorgung klappt. Die Unternehmer gaben ihr die Note 2,1 auf der fünfstufigen Skala, 0,2 Notenpunkte weniger als der Mitarbeiterloyalität.

Ebenso gut wurde das Schulangebot im Landkreis beurteilt. Die schlechtesten Noten erhielt mit der 4,0 die Anbindung an den Luftverkehr und an den Schienengüterverkehr. Die Entfernung vom Münchner Flughafen – die Fahrzeit beträgt rund eineinhalb Stunden – stellt laut Klein ein Problem dar, weil Ersatzteile, die per Luftfracht kommen, erst spät im Werk ankommen, was zu längeren Produktionsausfällen führe.

Auch beim Besuch von ausländischen Geschäftspartnern spiele die Entfernung zum Flughafen eine Rolle. Ein Aufenthalt in Peißenberg, wo Klein Werkleiter von „Agfa“ ist, sei in der Regel „kein Tagesausflug mehr“. Das Problem könnte durch eine Verbesserung der Verkehrswege gelöst oder wenigstens entschärft werden. Die Bundesstraße 472 sollte ausgebaut werden, auch der dreistreifige Ausbau der Straßen nach München würde die Situation verbessern. Die Distanz zu Forschungseinrichtungen sehen die Unternehmer im Landkreis als weiteren Standortnachteil, da sie den Innovationstransfer behindere.

In der Umfrage, die von 111 IHK-Mitgliedsunternehmen beantwortet wurde und damit laut Klein als repräsentativ betrachtet werden kann, gaben 68 Prozent dem Standort Weilheim-Schongau die Gesamtnote „gut“ oder „sehr gut“. Damit kam der Landkreis auf einen Notendurchschnitt von 2,2 – gegenüber 2,3 in der ersten Umfrage vor zwei Jahren. 82 Prozent der Unternehmer gaben an, dass sie sich wieder für den Standort entscheiden würden. Das sind fünf Prozent mehr als 2015.

Trotz der guten Bewertung sieht Klein Handlungsbedarf. So müsse dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit die benötigten Mitarbeiter auch hier leben können. Außerdem müsste die Ausbildung verstärkt werden, um qualifizierte Mitarbeiter – das müssen „nicht unbedingt Akademiker sein“ – einstellen zu können.

In der Bürokratie sieht Klein ebenfalls ein Problem. Der Nachbarlandkreis Landsberg habe eine bürokratiearme Verwaltung, die als Vorbild dienen könne. Und schließlich müssten von den Kommunen Gewerbeflächen „zu erschwinglichen Preisen“ bereitgestellt werden.

Die Studie soll laut Klein den „Akteuren aus Politik und Verwaltung eine Orientierungshilfe geben“. Alle Beteiligten müssten sich gemeinsam für einen attraktiven Standort stark machen. Nur so „können wir die Zukunft unseres Landkreises erfolgreich gestalten“, sagte Klein.

Alfred Schubert

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