Die Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg wird weiter angestrahlt sein, aber nicht mehr so lange.

Im Landkreis Weilheim-Schongau gehen die Lichter früher aus

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Seit 1. August gilt das neue bayerische Immissionsschutzgesetz, mit dem die Lichtverschmutzung eingedämmt werden soll. Es sieht unter anderem vor, dass öffentliche Gebäude wie Kirchen, Rathäuser und Schulen von 23 Uhr bis zur Morgendämmerung nicht mehr beleuchtet werden dürfen. Eine Vorschrift, die nicht nur auf Zustimmung stößt.

Landkreis – Vielen, die nach einer Reise in der Dunkelheit Richtung Heimat fahren, gibt der Anblick der beleuchteten Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg das gute Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Bis um 24 Uhr, eine zeitlang auch bis 1 Uhr war die Kirche bislang weithin zu sehen, denn so lange war sie angestrahlt. Das hat sich jetzt geändert. Seit im August das neue bayerische Immissionsschutzgesetz in Kraft getreten ist, dürfen öffentliche Gebäude, zu denen auch Kirchen zählen, nur noch bis um 23 Uhr beleuchtet sein. Das schreibt der Artikel 15 des Gesetzes vor (siehe Kasten).

Die Lichtverschmutzung soll eingedämmt werden – vor allem, um Insekten zu schützen. Technisch sei die Umstellung bei der Wallfahrtskirche kein Problem gewesen, sagt der Hohenpeißenberger Bürgermeister Thomas Dorsch, der zugleich auch Kirchenpfleger der Wallfahrtskirche ist. Die Zeitschaltuhr sei einfach zurückgestellt worden. Allerdings bedauert er das frühere Ausschalten: „Ich find’s total schade.“ Das gelte für den Winter und besonders für die Vorweihnachtszeit, wenn sich die Menschen nach Licht und Helligkeit sehnten. Zudem sehe die beleuchtete Wallfahrtskirche einfach schön aus.

Außerdem bezweifelt Dorsch den Sinn der Regelung für die Monate, in denen ohnehin keine Insekten fliegen. „Im Winter bringt die eine Stunde dem Insektenschutz gar nix“, sagt Dorsch. Im Sommer sehe dies allerdings anders aus. Da sei es durchaus sinnvoll, die Beleuchtung früher abzuschalten. Energetisch falle diese eine Stunde weniger auch nicht groß ins Gewicht, denn die Beleuchtungsanlage wurde vor geraumer Zeit auf LED umgestellt.

Über dieses neue Gesetz und seine Konsequenzen diskutierte auch der Seeshaupter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Dort ist die katholische Kirche St. Michael bislang die ganze Nacht über angestrahlt gewesen. Mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes wäre es um die Kirche, die fast am Starnberger See liegt, ab 23 Uhr duster – und diejenigen, die später auf dem See unterwegs sind oder am Ufer entlang fahren, könnten sich nicht mehr am Anblick der beleuchteten Kirche erfreuen.

Bürgermeister Michael Bernwieser regte an, sich zu erkundigen, ob die Beleuchtung das ganze Jahr über früher ausgeschaltet werden muss oder ob es für die Wintermonate eine Ausnahme geben kann. „Von November bis März fliegen keine Insekten“, sagte er. Auch diese Beleuchtung sei auf LED umgerüstet worden. Als aus dem Gremium die Frage kam, ob das Anstrahlen denn überhaupt wichtig sei, sagte der Bürgermeister: „Die Leute, die am See entlang fahren, sehen das gerne. Musst mal mit deiner Frau oder Freundin auf den See hinaus fahren, dann siehst wie schön das ist – auch nachts um halb eins.“

Auch für Weilheim hat das neue Gesetz Konsequenzen, wie der Leiter der Bauverwaltung, Manfred Stork, erläutert: „Wir haben an die Stadtwerke den Auftrag gegeben, dass alle öffentlichen Gebäude, die beleuchtetet sind, um 23 Uhr abgeschaltet werden.“ Die Kirche St. Pölten solle künftig nicht mehr angestrahlt werden und um die Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt, die seiner Information bislang nach die ganze Nacht über beleuchtet war, gehen nun um 23 Uhr auch die Lichter aus.

Auch in Schongau gehen die Lichter künftig früher aus, wie Martin Blockhaus, der bei Stadtverwaltung unter anderem für die Straßenbeleuchtung zuständig ist, sagt: „Ab 23 Uhr werden die Beleuchtungen aller öffentlicher Gebäude abgeschaltet“, sagt Blockhaus. Auch die historische Stadtmauer werde künftig nur noch bis 23 Uhr angestrahlt.

Für die Wieskirche in Steingaden ändert sich durch die neue Regelung dagegen nichts, wie der dortige Pfarrsekretär Christoph Schneider sagt: „Wir haben außer den normalen Straßenlaternen keine Beleuchtung an der Wieskirche.“ Seit dem Jahr 1991 habe es eine provisorische Beleuchtung gegeben, diese sei aber vor ein paar Jahren abgebaut worden.

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