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Der Park-Ride-Parkplatz in Weilheim ist stets voll belegt.

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Park+Ride: Kostenlos ist Trumpf im Landkreis

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Auch im Landkreis setzen Kommunen auf Park+Ride. Die Plätze sind in der Regel kostenfrei - was vorerst so bleiben soll.

LandkreisPark+Ride-Plätze sind gefragt. „Ganz leicht wird Autofahrern der Umstieg auf den ÖPNV nicht gemacht, dennoch ist das Gesamtbild positiv“, sagt der ADAC. Dieser hatte 60 Anlagen in zehn Städten getestet. Dass dort kein Mangel herrscht, ist angesichts städtischer Verkehrsprobleme kein Wunder. Auch im Landkreis setzten die größeren Kommunen darauf.

Kritik eines Pendlers

Allerdings ist das Angebot nicht immer kostenfrei. Das ärgert Berufspendler. Wie Benedikt Dötter aus Bernried. Der 24-Jährige arbeitet als Elektriker bei den Stadtwerken München. Täglich geht es mit dem Auto nach Tutzing und weiter mit der Bahn in die Landeshauptstadt. Von Bernried aus gleich mit der Bahn zu fahren, sei keine Alternative: „Das ist mega unflexibel und teuer.“ 

Tutzing führt Gebühr ein

Tutzing als letzte Station im MVV-Verbund lohne sich. Doch seit Oktober wird Dötter dort zur Kasse gebeten. Die Bahn führte am Bahnhof über die Firma Contipark ihr Park+Ride+Modell ein. Die Stunde kostet 50 Cent, der Tag 1,50 Euro. Pendler Dötter stellt sich „die Frage nach der Glaubwürdigkeit unserer Politik“. Weil die Bahn angesichts mangelnder Attraktivität als Alternative ausscheide. Bleibe im schlechtesten Fall nur, gleich mit dem Auto nach München zu fahren. „Ökologisch völliger Irrsinn, aber finanziell und in punkto Flexibilität die einzig sinnvolle Alternative.“

Im Landkreis meist kostenlos

Im Landkreis Weilheim-Schongau würde der Bernrieder meist kostenlos parken. Beispiel Penzberg: Der Bike+Ride-Parkplatz am Bahnhof hält circa 190 gebührenfreie Stellplätze bereit. „An eine Gebührenerhebung ist bis dato nicht gedacht“, sagt Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann. Das Areal sei Montag bis Freitag gut ausgelastet. Die Stadt lässt sich den Service einiges kosten: Einschließlich Winterdienst geht das Rathaus von 9000 Euro jährlich aus. Erweitert werden soll das Platzangebot jedoch nicht, so Holzmann.

Vier Areale in Schongau

In Schongau gibt es auf den P+R-Stellplätzen weder eine Parkraumbewirtschaftung noch eine zeitliche Begrenzung, wie Rathaus-Sachbearbeiter Martin Blockhaus mitteilt. Vier ausgewiesene Areale gibt es: an der Bahnhofstraße, am Bahnhofsvorplatz, an der Verladerampe und an der Hermann-Ranz-Straße mit insgesamt rund 80 Plätzen. Im Umkreis von 250 Metern zum Bahnhof gibt es die Parkplätze Buchenweg und Lechberg (fast 90 Plätze gesamt) – ebenfalls kostenlos. Blockhaus: „Derzeit ist keine Bewirtschaftung geplant.“ Die Stellplätze werden vor allem von Pendlern genutzt, aber auch Autos von Anwohnern, Beschäftigten und Altstadtbesuchern sind zu finden. Bei einer Bedarfsermittlung 2013 wurde „eine Maximalauslastung von 83 bis 100 Prozent“ ermittelt. Die Stadt will im Bahnhofsumfeld etwa 23 zusätzliche P+R-Plätze südlich des Gebäudes schaffen.

Ein Platz in Peißenberg

Peißenberg verzichtet auf Gebühren bei der P+R-Anlage am Bahnhof. „An eine Einführung ist derzeit nicht gedacht“, so Bürgermeisterin Manuela Vanni. 48 Stellplätze gibt es, die hauptsächlich Bahnfahrer nutzen. Zur Not können Pendler auf den 150 Meter entfernten Moosleiten-Platz ausweichen. Vanni: „Der Parkplatz am Bahnhof ist wochentags immer voll.“

Kein Angebot in Peiting

Fehlanzeige in Peiting: Dort gibt es überhaupt kein Park+Ride seitens der Kommune, wie von Julian Weninger vom Ordnungsamt zu erfahren ist.

Gebühr in Weilheim

Als einzige größere Kommune verlangt Weilheim einen Obolus für seinen P+R-Platz westlich des Bahnhofs. Am Öferl gibt es rund 280 Stellplätze. Fällig sind: 1 Euro am Tag, 4 Euro (Woche), 15 Euro (Monat) und 100 Euro (Jahr). Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder spricht von „nahezu täglich voller Belegung, am Wochenende etwas weniger“. Neben Berufspendlern nutzen vor allem Ausflügler nach München und Garmisch den Service. Die Stadtwerke wollen auf der städtischen Fläche des Platzes ein Parkhaus errichten.

Huglfing verlangt nichts

Auch Huglfing gönnt sich einen kostenlosen Park+Ride-Platz. Dafür hat die Gemeinde beidseitig des Bahnhofs Flächen mit circa 100 Stellplätzen ausgewiesen. Die Nachbargemeinde Oberhausen hat sich an den Kosten beteiligt, so Bürgermeister Bernhard Kamhuber. „Es wird immer stärker genutzt“, sagt er über die Resonanz. Die Gebührenfreiheit begründet er mit „unserer Philosophie“ in Huglfing: „Wenn Leute schon nach München zur Arbeit fahren müssen, wollen wir nicht noch ihr Geld verlangen.“

In Bernried jedenfalls wird Benedikt Dötter weiter das Park+Ride in Tutzing nutzen. Er zahlt dann zähneknirschend die Gebühr. „Es bleibt mir nicht anderes übrig.“

Lesen Sie auch: Tutzinger Bahnhof-Parker zahlen ab Oktober: Bürger reagieren mit Unverständnis.

Ebenfalls interessant: Autofahrer, zur Kasse, bitte.

Parken in Weilheim: Parkhaus am Bahnhof Weilheim: Weitere Ebene für „Bremicker“.

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