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In Tourismusbranche droht Personalmangel

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Pandemiebedingt im Schnelldurchlauf wurden bei der Hauptversammlung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel die wichtigsten Themen behandelt.
Pandemiebedingt im Schnelldurchlauf wurden bei der Hauptversammlung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel die wichtigsten Themen behandelt. © WernerSchubert

Die Gastronomen und Hoteliers hatten heuer trotz der Corona-Pandemie einen relativ guten Sommer. Aber es kündigen sich schon neue Probleme an: Lockdown und Personalmangel.

Weilheim – Zur Hauptversammlung des „Tourismusverband Pfaffenwinkel“, die laut Satzung nur als Präsenzveranstaltung abgehalten werden darf, konnte Landrätin Andrea Jochner-Weiß vergangene Woche gut ein Dutzend Besucher im Zugspitzsaal des Landratsamts begrüßen. Wegen der Pandemie gab es nur einen knapp einstündigen Schnelldurchlauf durch die wichtigsten Themen.

Die Kernbotschaft der Geschäftsführerin Susanne Lengger war, dass der Tourismus im Landkreis Weilheim-Schongau weniger unter der Pandemie gelitten hat als der in anderen Regionen, über den Berg seien die Gastronomen und Hoteliers aber noch lange nicht. Dass der Landkreis relativ gut davongekommen ist, liegt laut Lengger daran, das es hier wenig Wintertourismus gibt. Die Sommersaison sei sowohl 2020 als auch 2021 gut gelaufen. Zwar seien in dieser Zeit Geschäftsleute als Gäste ausgeblieben, dafür seien aber mehr Urlauber gekommen, weil die Pandemie einen Trend zum Urlaub im eigenen Land ausgelöst habe.

„Müssen uns anstrengen, dass die Gäste bleiben“

„Jetzt müssen wir uns anstrengen, dass die Gäste bleiben“, so Lengger zur Ausschöpfung des Gästepotenzials im Inland. Die Betriebe haben laut Lengger zwei Probleme. Das kurzfristige Problem sei die Absage der Weihnachtsfeiern, das langfristige sei fehlendes Personal. Ein Teil des Personals, das während der Pandemie keine Arbeit hatte, habe sich anders orientiert und werde nicht zurückkehren, wenn die Betriebe wieder normal laufen. Es drohe daher ein „massiver Personalmangel“.

Nicht quantifizierbar ist laut Lengger der Ausflugsverkehr, der im Alpenvorland eine große Rolle spielt. Um die Überlastung einzelner Orte zu verhindern, müssten die Kommunen eine Datenerfassung einrichten, die die Autofahrer in Echtzeit über die Auslastung von Parkplätzen informiert. So könnten diese noch unterwegs in andere Orte umgeleitet werden.

Lengger empfiehlt den Betrieben eine Anpassung

Lengger empfiehlt den Betrieben eine Anpassung an die künftigen Anforderungen. Dies werde auch gefördert. So gebe es etwa Zuschüsse für die Installation von Ladestellen für Elektro-Autos und -Fahrräder. Tourismus ohne Auto ist ein weiteres Thema des Verbands. Dafür wird jetzt ein Radwegekonzept für Freizeitradler erstellt. Es werden Themenwege ausgewiesen, die an Bahnhöfen beginnen und enden. Damit sollen Ausflügler per Bahn in den Landkreis geholt werden, die gerne Rad fahren und sich für Moore, Klöster oder Kunst interessieren. In diesem Zusammenhang rief Lengger die Bürgermeister auf, die Fahrradwege in ihren Gemeinden zu melden, die dafür freigegeben sind. 20 von 34 Bürgermeistern hätten dies noch nicht getan, obwohl der Abgabetermin bereits im Oktober war. Eile sei geboten, da das Projekt heuer abgeschlossen werden müsse.

Einen Erfolg habe es bei der Einbindung des öffentlichen Personennahverkehrs gegeben. Seit 1. August können die Übernachtungsgäste in Steingaden und Bernried, die eine Gästekarte vorweisen, die Busse des ÖPNV kostenlos benutzen (wir berichteten).

Werbemöglichkeiten sind derzeit eingeschränkt

Ein Problem für den Tourismusverband sieht Lengger darin, dass die Werbemöglichkeiten derzeit eingeschränkt sind. So entfalle der Infostand auf dem Münchner Christkindlmarkt. Auch habe es heuer keine Messen gegeben, und für 2022 sei nur die Teilnahme an der „f.re.e“ in München geplant. Zudem sei die öffentlichkeitswirksame Jubiläumsfeier des 1971 gegründeten Verbands verschoben worden.

Der von Kassier Georg Bäck vorgestellte Haushaltsplan für das Jahr 2022, der ein Volumen von 638 600 Euro hat, wurde bei der Versammlung einstimmig angenommen. In ihm sind 179 800 Euro für Werbung vorgesehen.

Alfred Schubert

Auch das soll den Tourismus fördern: Geld aus einem Sonderfonds gibt es für Orte im Landkreis

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