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Kathrin Eidenhammer und Robert Schärfl genießen Eis auf dem Marienplatz. 

In Weilheim herrscht Freude über ein bisschen Normalität

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Nachdem sie wochenlang geschlossen hatten, durften die Gaststätten in der Weilheimer Innenstadt gestern zumindest den Außenbereich wieder öffnen – allerdings unter strengen Auflagen. Damit waren nicht alle einverstanden, größtenteils herrschte aber Erleichterung über diese Lockerung.

Weilheim – Es ist kurz nach 12 Uhr auf dem Weilheimer Marienplatz am ersten Tag, an dem die Gaststätten wenigstens ihre Außenbereiche wieder öffnen dürfen: „Endlich sitzen die Leute wieder hier!“, sagt eine Mutter zu ihrem Kind im voll bepackten Kinderwagen. Die Erleichterung darüber, dass der Marienplatz fast wieder das gewohnte Bild zeigt, ist ihr anzuhören. An den Tischen um die Mariensäule sitzen Menschen, unterhalten sich, trinken etwas, essen Eis oder lassen sich ihr Mittagessen schmecken.

Ingrid und Walter Hüglin haben an einem Tisch des „Quadriga“ Platz genommen. „Es ist herrlich. Nach dem langen Eingesperrtsein genießen wir das Essen hier doppelt“, sagt Walter Hüglin. Er habe sich zuvor in der Weilheimer Innenstadt umgeschaut, ob es Gaststätten gibt, die ihren Außenbereich wieder öffnen und dann sofort seine Frau angerufen und gesagt: „Komm sofort, wir gehen essen.“

Den Salat haben sie schon verzehrt, gerade serviert ihnen Kellner Lazaros Kellidis jeweils einen Fisch. Er streckt seinen Arm weit aus, um beim Servieren den nötigen Abstand halten zu können, und trägt einen Mundschutz. „Das ist nicht so schlimm, aber wenn es heiß wird, ist es sicher unangenehm“, sagt er über seine Arbeit mit der Mund-Nasen-Maske. Auf einem Tisch stapeln sich die roten Speisekarten, daneben stehen Sprühflaschen mit Desinfektionsmittel und eine riesige Küchenrolle. Nach jedem Gast muss der Tisch mit Desinfektionsmittel abgewischt werden. Zu Beginn müssen die Gäste ihren Namen, den Wohnort, ihre Telefonnummer, das Datum und die Uhrzeit ihres Gaststättenbesuchs in eine Liste eintragen.

Trotz dieser Maßnahmen und obwohl er, statt wie sonst 24 nur 18 Tische auf dem Marienplatz aufstellen darf, freut sich Inhaber Davide Carbone, dass er nach der wochenlangen Schließung nun wieder Gäste bewirten darf: „Wir sind natürlich froh darüber.“ Viele Stammkunden seien am ersten Öffnungstag gekommen, aber noch wenige Geschäftsleute. Er vermutet, dass viele noch Homeoffice machen und sich alle erst an die neuen Lockerungen gewöhnen müssen. „Das kommt jetzt step by step“, sagt Carbone.

Im „Café Rosalie“ am Kirchplatz genießt Hans Schenke nach wochenlanger Pause seinen ersten Cappuccino in seinem Stammcafé: „Man hat so das Gefühl, dass langsam wieder die Normalität einzieht“, sagt er. Er wohne gleich um die Ecke und sei in den vergangenen Wochen oft durch eine gespenstisch leere und leblose Innenstadt gewandert. Nun habe sich die Atmosphäre wieder geändert. „Es herrscht so eine Art Aufbruchstimmung.“

Wie alle Gäste hat auch er seine Kontaktdaten eingetragen. Mit dieser Maßnahme seien nicht alle einverstanden, erzählen die Servicekräfte im „Café Rosalie“. Die meisten seien froh darüber, dass wieder mehr Leben in der Innenstadt Einzug gehalten hat. Wie Kathrin Eidenhammer und Robert Schärfl, die Eis essend über den Marienplatz schlendern: „Ich habe mich gefreut darüber, dass wieder Stühle und Tische draußen stehen“, sagt Eidenhammer. „Das ist ein bissl mehr Normalität.“

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