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„Roche“ in Penzberg hat gute Erfahrungen mit seinen Werksbussen gemacht. 

Initiative denkt an Großbetriebe

Weilheimer „Agenda 21“ forciert Werksbusse

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Wenn Weilheim von Autoverkehr entlastet werden soll, dann muss sich was tun in Richtung „Werksbusse“ und „Jobtickets“: Das ist die Überzeugung des „Agenda 21“-Arbeitskreises „Mobilität und Verkehr“. Und davon sollen jetzt auch Firmenchefs überzeugt werden.

Weilheim Im Zuge der Diskussion um eine „Ortsumgehung Weilheim“ ist sie in aller Munde, die Belastung der Kreisstadt durch Autoverkehr. Dabei wird immer wieder gefordert, dass Menschen mehr zu Fuß gehen, mehr Rad fahren und öfter den Stadtbus nutzen sollten. „Das ist alles richtig“, meint Kurt Dörr, Sprecher des Arbeitskreises (AK) „Mobilität und Verkehr“ der „Weilheimer Agenda 21“. Allerdings: Das Verkehrsaufkommen „durch die Vielzahl der nach Weilheim einpendelnden Beschäftigten“ lasse sich damit nicht wirksam verringern.

Auch hier seien aber Verbesserungen nötig – deshalb forciert der AK Gespräche mit örtlichen Wirtschaftsvertretern über die „Einführung von Werksbussen und Jobtickets für die täglich nach Weilheim fahrenden Berufstätigen“. Wie Dörr in einer Pressemitteilung schreibt, hat der Arbeitskreis kürzlich zu einem „Gedankenaustausch mit den Chefs bzw. Personalabteilungsleitern der größeren Betriebe, den Verantwortlichen aus dem Landratsamt und der Stadt Weilheim“ geladen. In der Runde berichtete der Mobilitätsexperte der Firma „Roche“ über „die guten Erfolge“ bei Einführung der Werksbusse und der Jobtickets in Penzberg.

Um auch für Weilheim Vorschläge zu erarbeiten, soll bis zur nächsten Sitzung im Herbst konkret ermittelt werden, „von woher die Mehrzahl der Pendler kommt und in welche Gewerbegebiete sie fahren“. Der Agenda-Arbeitskreis denkt bei seiner Initiative vor allem an Großbetriebe wie „Bremicker“, „Motoren Bauer“, WTW oder „Zarges“. Zudem solle das Angebot des Weilheimer Stadtbusses dahingehend überprüft werden, „ob es Sinn macht, dieses stärker auf die Bedürfnisse des Berufsverkehrs auszurichten“. Und auch die „Regiobahn“ soll ins Boot geholt werden – mit dem Ziel, die Fahrt mit dem Zug für Berufstätige attraktiver zu gestalten.

Bis ein konkreter Vorschlag steht, über den letztlich politische Gremien des Landkreises zu entscheiden haben, werde es noch einige Zeit dauern, erklärte Agenda-Vertreter Dörr auf „Tagblatt“- Anfrage. Denn beim Thema „Mobilität“ spiele die Gewohnheit eine große Rolle: „Das ist ein langer Prozess, so etwas zu ändern. Aber man muss mal damit anfangen.“ Bislang sei für viele Pendler „das Auto vor der Haustüre“ schlicht das bequemste Transportmittel. Zugleich sei es aber auch das teuerste.

Vorteile haben Werksbusse und Jobtickets laut Dörr sowohl für Pendler als auch für Arbeitgeber. Erstere hätten günstigere Fahrpreise, kämen entspannt zum Arbeitsplatz, auf Dauer bräuchen einige wohl gar kein Zweitauto mehr. Die Unternehmen könnten mit einem solchen Angebot Fachkräfte an sich binden – und müssten nicht „kostbares Firmengelände“ für Parkplätze opfern. Viele Flächen, so der Agenda-Aktive, seien schlicht „viel zu wertvoll, als dass darauf acht Stunden lang Autos herumstehen“. In zahlreichen Städten und in Teilen Niederbayerns ist es Dörr zufolge längst üblich, dass Firmen ihre Mitarbeiter mit Werksbussen abholen – auch als „Bonbon“ im Kampf um Fachkräfte.

Schließlich hätten von solchem Umdenken alle etwas, weil dann schlicht weniger Autoverkehr herrsche. Fährt ein Pendler täglich zehn Kilometer mit dem Auto nach Weilheim zur Arbeit, so summiert sich das bei 220 Arbeitstagen im Jahr (mit Rückfahrten) auf 4400 Kilometer, wie Dörr vorrechnet: „Benutzen 50 Personen den Werksbus, so werden 220 000 km Fahrtstrecke pro Jahr erspart“ – 22 000 Autofahrten. „Verwaltung, ÖPNV-Betreiber und Unternehmen“ seien gefordert, dafür „ein schlüssiges Konzept zu entwickeln“.

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