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An 100 Jahre Fraue nwahlrecht erinnerten gestern (v.l.) Irene Blattner, Anni Hechenrieder, Hanna Hasselmann, Gisela Payer, Christine Lang, Stela Willus und Nora Schwaiger vom Frauenbund Mariae Himmelfahrt in Weilheim. 

Internationaler Frauentag

Sind Frauen wirklich gleichberechtigt?

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Heute ist Internationaler Frauentag. Doch sind Frauen wirklich gleichberechtigt? Immerhin stieß Landrätin Andrea Jochner-Weiß in eine Männerdomäne vor. Und der Katholische Frauenbund erinnert an das Frauenwahlrecht.

Landkreis – Fast hätte sie ihn vergessen, den Internationalen Frauentag. „Gut, dass Sie mich daran erinnern“, sagt Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU). Dabei sei das eine willkommene Gelegenheit, mal darüber nachzudenken, wie weit man in Deutschland in Sachen Emanzipation sei.

„Ich finde, wir sind auf einem sehr guten Weg, auch wenn wir noch nicht am Ziel sind“, sagt die Politikerin. 71 Landkreise gibt es im Freistaat Bayern, immerhin fünf davon werden von einer Frau regiert. Ein Umstand, den Jochner-Weiß sehr genießt: „Es fällt mir immer noch deutlich leichter, mich mit einer Kollegin auszutauschen als mit einem Mann“, bekennt sie. Unter Frauen sei es leichter zuzugeben, dass man manche Dinge nicht weiß.

„Gerade am Anfang musste ich mich immer wieder behaupten, hatte das Gefühl, dass genauer hingeschaut wird, als man es bei einem Mann machen würde.“ Mittlerweile fühle sie sich allerdings anerkannt.

Was sagt sie als CSU-Politikerin eigentlich zu der Diskussion darüber, dass die Bayern bei der Besetzung der Ministerposten auf Bundesebene die Quote ignoriert haben und nur Männer ins Kabinett schicken? „Die Doro (gemeint ist Dorothee Bär, demnächst Digital-Staatsministerin, Anm. d. Red.) hält die Fahne hoch“, sagt sie. Ansonsten verfahre die Union nicht streng nach Quote: „Man muss doch bei aller Gleichberechtigung auch darauf schauen, wer die nötige Qualität und das Wissen für ein Ministeramt hat“, so Jochner-Weiß. Im Landratsamt sei man in Sachen „Quote“ schon sehr viel weiter. „Wenn hier durchs Amt gehe, sehe ich viele Frauen.“ Das liege aber auch „an der Arbeit, die wir hier machen“, sagt sie.

Apropos Arbeit: Für Landrätin Andrea Jochner-Weiß stimmen die Rahmenbedingungen in der Region, die es Frauen ermöglichen, ihre beruflichen Ziele zu erreichen: „Man muss die Wahl haben. Ich beglückwünsche jede Frau, die sich dafür entscheidet und die Möglichkeit hat, zwei, drei Jahre zu Hause auf ihre Kinder aufzupassen. Wir müssen aber auch all jenen, die sofort wieder arbeiten wollen oder müssen, die Möglichkeit bieten, ihre Kinder betreuen zu lassen“, sagt sie. Die Gemeinden im Landkreis würden sehr viel Geld und Mühe aufwenden, um den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz umzusetzen. Dennoch würde sie auch heute noch zu Hause bleiben, um sich um die Kinder zu kümmern: „Der Arbeitsmarkt bietet so viele Möglichkeiten, später wieder ins Erwerbsleben einzusteigen.“ Wunschlos glücklich ist die Landrätin anlässlich des Internationalen Frauentages aber nicht: „Mein Wunsch ist, dass es in allen Ländern weltweit den Frauen so gut geht wie bei uns in Deutschland.“

Frauen sollen Frauen wählen

Der Landesverband Bayern des katholischen Frauenbundes nimmt den Internationalen Frauentag derweil zum Anlass, an „100 Jahre Frauenwahlrecht“ zu erinnern. Frauen hätten es in der Hand, Frauen in die Parlamente zu wählen. „Leider ist es oft ein weiter Weg von der Gleichberechtigung zur Gleichstellung“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Zweigvereine des Frauenbundes sind, so Christine Lang, Vorsitzende des Zweigvereins von Mariae Himmelfahrt in Weilheim, weniger politisch als der Landesverband. Für sie selbst ist der Internationale Frauentag aber Thema. Sie ist im Organisationsteam für Veranstaltungen. Heute, Donnerstag, sind alle Frauen zu einer kostenlosen Vorführung des Films „Sternstunde ihres Lebens“ ab 18 Uhr ins Weilheimer „Starlight“ eingeladen“.

gre    

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