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Dr. Wolfgang Hug leitet das Büro des World Wide Fund For Nature (WWF) in Weilheim. Er hat mit Sigrun Lange und Mathias Fischer zwei Mitarbeiter. 

Interview mit Außenstellenleiter Dr. Wolfgang Hug, der aus der Schweiz kommt

Warum es ausgerechnet in Weilheim ein WWF-Büro gibt

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In Bayern gibt es nur eine Außenstelle des WWF, eine der größten Natur- und Umweltschutzorganisationen weltweit. Warum dieses Büro seinen Sitz ausgerechnet in Weilheim hat, verriet der Leiter der Außenstelle, Dr. Wolfgang Hug, im Interview.

Weilheim – Dr. Wolfgang Hug ist 49 Jahre alt und gebürtiger Schweizer. Seit Januar leitet er das Büro „Wildflüsse und Alpen“ des WWF (World Wide Fund For Nature), das sich seit 2015 an der Münchener Straße in Weilheim befindet und die einzige WWF-Außenstelle in Bayern ist. Er wohnt in Dießen. Im Interview sprach Hug, der zuletzt im Schweizer Kanton Jura als Direktor der Abteilung für Archäologie und Paläontologie des Amts für Kultur arbeitete, über seine neue Aufgabe.

-Herr Dr. Hug, zunächst einmal die Frage: Warum gibt es denn ausgerechnet in Weilheim das einzige WWF-Büro in Bayern?

Das liegt an unserem aktuellen Hotspotprojekt „Alpenflusslandschaften“. Ein wichtiges Thema für den WWF sind die Süßwassergewässer, in Deutschland insbesondere die Elbe und die Donau. Zum Einzugsgebiet der Donau gehören die Alpenflüsse Lech, Ammer, Loisach und Isar, mit denen sich das Projekt „Alpenflusslandschaften“ beschäftigt. Und dieses lässt sich von Weilheim aus eben gut betreuen.

-Was sind denn Ihre Aufgaben als Leiter des WWF-Büros?

Zusammen mit Sigrun Lange und Mathias Fischer leite ich das Hotspotprojekt, mit der Aufgabe, Maßnahmen in den Bereichen „Naturschutz“, „Bildung“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ umzusetzen. Wir arbeiten mit 18 Projektpartnern zusammen, was mich an der Tätigkeit ziemlich gereizt hat. Jeder Partner ist für eigene Maßnahmen zuständig. Der WWF ist der koordinierende Verbundpartner.

-Können Sie Beispiele nennen, wie sich die Projektpartner engagieren?

In sehr guter Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim plant der WWF beispielsweise Renaturierungsmaßnahmen in den Schnalzauen. Die „Schutzgemeinschaft Ammersee“ betreut zum Beispiel Maßnahmen am Ammersee. Das Ziel ist allgemein, den Lebensraum an Flüssen wilder, naturnäher zu machen. Es wäre auch ein Ziel für Weilheim, die stark eingedeichte Ammer natürlicher zu gestalten, selbstverständlich mit Rücksicht etwa auf den Hochwasserschutz und die Interessen von Grundstücksbesitzern. Der aktuelle Zustand, schadet der Attraktivität des Flusses, der als Naherholungsraum und wirtschaftlicher Standortfaktor viel wertvoller sein könnte.

-Haben Sie bisher beruflich schon etwas Ähnliches gemacht wie jetzt?

In den vergangenen 17 Jahren habe ich etwas ganz anderes gemacht, zumindest von der fachlichen Seite her. Aber eine Parallele ist, dass ich schon ein großes Team geleitet habe – vom Labortechniker bis zum Wissenschaftler. Von der Ausbildung her bin ich Geologe, speziell Sedimentologe. Sedimentologen beschäftigen sich zum Beispiel mit den Prozessen, die Gesteine umwandeln. Da geht es auch um Entwicklungen in der Umwelt, im Klima und um die Folgen für die Lebensräume. Wenn man weiß, wie sich der Klimawandel früher manifestiert hat, dann kann man auch den Unterschied zwischen einem natürlichen und einem vom Menschen herbeigeführten Klimawandel erkennen.

-Welchen Aufgaben widmen Sie sich neben dem Hotspotprojekt beim WWF noch?

Es ist auch meine Aufgabe, künftige Projekte und die Ziele des WWF in Bayern zu definieren. Das Projekt „Alpenflusslandschaften“ läuft noch bis 2020, also ist es wichtig, ein neues Projekt zu erarbeiten. Wichtig ist es mir dabei, die Menschen von Anfang an „mitzunehmen“. An meiner neuen Aufgabe reizt mich das Spannungsfeld, zu dem unter anderem der Naturschutz, die Landwirtschaft, die typisch bayerische Betriebsamkeit und die Politik gehören. Es gibt im Übrigen schon eine kleine Fortsetzung des Hotspotprojekts: Mit dem „Tourismusverband Pfaffenwinkel“ bereiten wir eine Studie zum naturschutzorientierten Tourismus vor.

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