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Wo die Pflege noch ein Traumjob ist

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Nach der Pressekonferenz: (v.l.) Sabrina Schuler, stellvertretende Stationsleiterin der Notaufnahme in Weilheim, Susi Weber, Praxisanleiterin und stellvertretende Leiterin von Station 6 in Schongau, Thilo Rudloff, Stationsleiter Station 2 in Weilheim und Integrationsbeauftragter, Pflegedienstleiterin Sandra Buchner und Pflegedirektorin Anne Ertel.
Nach der Pressekonferenz: (v.l.) Sabrina Schuler, stellvertretende Stationsleiterin der Notaufnahme in Weilheim, Susi Weber, Praxisanleiterin und stellvertretende Leiterin von Station 6 in Schongau, Thilo Rudloff, Stationsleiter Station 2 in Weilheim und Integrationsbeauftragter, Pflegedienstleiterin Sandra Buchner und Pflegedirektorin Anne Ertel. © Foto: Krankenhaus Weilheim-Schongau

Die Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH genießt einen hervorragenden Ruf als Arbeitgeber. Das bestätigte sich jetzt wieder beim Jahres-Pressetermin der Pflege.

Schongau – Viel wurde in den vergangenen beiden Jahren über die immense Belastung der Pflegekräfte insbesondere in den Krankenhäusern gesprochen. Doch erst wenn man sich die tatsächlichen Zahlen anschaut, kann man erahnen, wie anstrengend die Corona-Pandemie bislang insbesondere für das Pflegepersonal war.

Wie die Pflegedirektorin der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH, Anne Ertel, gestern auf Anfrage der Heimatzeitung berichtete, wurden seit März 2020 insgesamt 970 Covid-Patienten in den beiden Krankenhäusern in Schongau und Weilheim stationär behandelt. 114 von ihnen mussten intensivmedizinisch versorgt werden.

Für die Pflegekräfte stellte das eine immense Zusatzbelastung dar. Immer unter Vollschutz arbeiten, Pausen immer nur allein absolvieren. Dazu der Umstand, dass Covid-Patienten im Vergleich zu anderen Intensivpatienten oft wochenlang auf Station waren, deren Behandlung deutlich zeit- und kraftaufwändiger war als beispielsweise von jemandem, der nach einer Operation für ein, zwei Tage auf der Intensivstation liegt. Dennoch habe man die Aufgabe bislang hervorragend gemeistert, so Anne Ertel weiter im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Mehr als 600 Pflegekräfte arbeiten – unterstützt von Servicekräften – auf den Stationen der Krankenhaus GmbH. Die personelle Ausstattung in Weilheim und Schongau ist oftmals deutlich besser als in den umliegenden Krankenhäusern. „Hier zahlen sich die Vorteile eines kommunalen Arbeitgebers und unser innovatives Recruitingkonzept wirklich aus“, so die Pressesprecherin der Krankenhaus GmbH, Isa Berndt.

Der Grund, warum so viele Pflegekräfte zur Krankenhaus GmbH wechseln, liegt nicht in einer überzogenen Bezahlung – Tarif ist Tarif. Das Geheimnis des Erfolges liege vielmehr darin, dass den Bewerbern ein Rundum-Sorglos-Paket angeboten werde, so Berndt weiter.

Das beginne bei den beiden Integrationshelferinnen, die für die Betreuung ausländischer Pflegekräfte (etwa aus der Ukraine – wir berichteten) eingestellt wurden. Diese begleiten die neuen Mitarbeiter bei ihrem Eingliederungsprozess. Dazu kommt noch Thilo Rudloff, der nicht nur Stationsleiter auf der „Zwei“ in Weilheim ist, sondern auch Integrationsbeauftragter. Gemeinsam mit den beiden neuen Helferinnen unternimmt er alles, um die neuen Kollegen im deutschen Alltag im Krankenhaus und der Gesellschaft zu begleiten. Solange sich beispielsweise die ukrainischen Fachkräfte noch im Anerkennungsprozess befinden, nehmen sie auch am Blockunterricht in den Heimerer Schulen teil.

Weiter geht es mit einem umfangreichen Wohnraumangebot. In Weilheim hat die Krankenhaus GmbH mittlerweile rund 50 Wohnungen angemietet, in Schongau etwa zehn. Sie werden jeweils von einem Wohnungsbetreuer verwaltet, der auf die Wünsche der Bewerber eingeht, wo immer das möglich ist.

Ein Pfund, mit dem die Krankenhaus GmbH nach eigenen Angaben im Wettstreit um neue Mitarbeiter wuchern kann, sind auch die Karrieremöglichkeiten, die sie den Pflegekräften bietet. „Von der Fachkraft zur Praxisanleiterin oder durch Weiterbildung in die Verantwortung als Stationsleitung – die Wege in der Krankenhaus GmbH sind kurz und unkompliziert“, so Isa Berndt.

Weiterführende und neue Ausbildungen seien in den vergangenen Jahren hinzugekommen: etwa eine Qualifikation zur „Operationstechnischen Assistentin“ oder „Anästhesietechnischen Assistentin“ wie auch der Bildungsweg des „Physican Assistant“. Alle drei Ausbildungen könnten nach dem Abschluss der Mittleren Reife begonnen werden, so die Pressesprecherin. Damit sich das weiter herumspricht, werden speziell geschulte Fachkräfte an die Schulen des Landkreises geschickt, um die Ausbildungsmöglichkeiten im Haus vorzustellen.

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