Der Weilheimer Jazz-Saxofonist Johannes Enders (l.) ist künstlerischer Leiter der „AmmerTöne“ – und tritt in beiden Konzerten von deren „Sommer-Edition“ selber auf: am 29. Juli als Mitglied des „Claus Raible Quartet“, das Musik von Thelonious Monk interpretiert, und am 19. August im Duo mit Pianist Rainer Böhm (r.).
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Der Weilheimer Jazz-Saxofonist Johannes Enders (l.) ist künstlerischer Leiter der „AmmerTöne“ – und tritt in beiden Konzerten von deren „Sommer-Edition“ selber auf: am 29. Juli als Mitglied des „Claus Raible Quartet“, das Musik von Thelonious Monk interpretiert, und am 19. August im Duo mit Pianist Rainer Böhm (r.).

Der Jazz ist zurück in Weilheim

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Gute Nachrichten für Jazz-Fans: Noch im Juli startet eine „Sommer-Edition“ des Weilheimer Jazzfestivals „Ammertöne“. Und wer noch nicht Jazz-Fan ist, könnte es bei diesen zwei Konzerten werden.

Weilheim – Zwei Jahre keine Jazzkonzerte in Weilheim? Das geht ja nun wirklich nicht in dieser Stadt, deren Gymnasiums-Bigband reihenweise Preise einheimst und die schon so einige Profi-Jazzer hervorgebracht hat. Der renommierteste dieser Musiker ist Johannes Enders, der 1967 in Weilheim geboren wurde, weltweit Konzerte gibt, dem Jazz aber auch regelmäßig eine Bühne in seiner Heimatstadt bereitet. 15 Mal in Folge hat er bis 2019 die Weilheimer Jazztage „Ammertöne“ organisiert. 2020 kam dann die Pandemie dazwischen und das kleine, feine Festival im Rahmen des städtischen Kulturprogramms musste ausfallen.

Doch das soll kein zweites Mal passieren. Weil keiner weiß, ob und wie zum angestammten Termin im Herbst heuer Konzerte möglich sein werden, gibt es 2021 schon mal auf jeden Fall eine „Sommer-Edition“ der „Ammertöne“. Zwei Abende im Stadttheater sind dafür fix, bei beiden ist auch Enders selbst live zu erleben: Am 29. Juli als Mitglied des „Claus Raible Quartet“ und am 19. August im Duo mit dem Pianisten Rainer Böhm.

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Die Formation um den Münchner Pianisten, Komponisten und Orchesterleiter Claus Raible feiert in ihrem Programm eine internationale Jazzlegende: den Bebop-Mitbegründer Thelonious Monk (1917-1982), dessen Einfluss weit über die Jazzmusik hinaus reichte. Neben Raible am Klavier, Enders am Tenorsaxofon und Martin Zenker am Kontrabass ist bei diesem Konzert ein weiterer Weilheimer Jazzprofi mit von der Partie: Schlagzeuger Severin Rauch.

Das „Johannes Enders/Rainer Böhm Duo“ stellt im August dann sein brandneues Album „Kokoro“ vor – das soeben für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik vorgeschlagen wurde. „Musik, die nicht eifert, posiert oder überrumpeln will, Musik, die ihre Wurzeln kennt und von da aufbricht, geschmackssicher und unaufgeregt“, so beschreibt der Musikkritiker Ulrich Steinmetzger, was auf „Kokoro“ zu hören ist. Und er schwärmt über die beiden Musiker: „Zwei, die sich aufeinander verlassen können, sind hier ganz und gar bei sich in einer erworbenen Souveränität, mit der im Rücken sie das Staunen nicht verlernt haben und das Gespür für Feinheiten.“

Sie dürften also wieder ein Ereignis werden, die „Ammertöne“ 2021. Und mit etwas Glück in Sachen „Corona“ gibt es nach der „Sommer-Edition“ des Festivals im November dann eine Zugabe. Geplant wären dafür Auftritte des Weilheimer Standard-Projekts „Jazzlokomotive“ und von „Enders Room“.

Die Sommer-Konzerte im Überblick:

„Claus Raible Quartet“ am Donnerstag, 29. Juli, und „Johannes Enders/Rainer Böhm Duo“ am Donnerstag, 19. August –
jeweils um 20 Uhr im Stadttheater Weilheim. Karten gibt es per E-Mail an info@stadttheater-weilheim.de sowie unter Telefon 0152/565 70 359. Die neue CD von Enders & Böhm ist in Weilheim in der „Lesbar“ und bei „Zauberberg“ erhältlich.

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