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Voller Einsatz: Carola Wimmer, Michael Ahn, Veronika Ahn-Tauchnitz, Annette Rill und Leonhard Klotz (v.l.) bei der Premiere im Stadttheater Weilheim.

Premiere

Jede Menge „Theater“ im Theater

Seit 25 Jahren spielen die „Almdudler“ in Weilheim für den guten Zweck. Heuer bringen sie zum Jubiläum das Stück „Theater“ auf die Bretter des Weilheimer Stadttheaters. Lohnt sich der Kartenkauf?

Weilheim – Der Einstieg ist klasse: Vor dem Tresen des grantigen Wirts (Michael Ahn) erscheint ein Defilée an Gästen für den Saal. Auf einen Leichenschmaus gehen sie, doch im Wirtsstüberl ist es ähnlich traurig – ausgerechnet wegen einer Komödie. Die nämlich soll, wieder einmal und höchst widerwillig, die lokale Theatergruppe spielen. Am besten in vertrauten Rollenbildern, fordert der Wirt, der zugleich „Altregisseur“ der Theaterer ist.

Es macht wirklich Spaß, hier die sauertöpfischen Minen der „Almdudler“-Truppe – die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert – zu sehen, ihren Sticheleien und den „Running Gags“ mit der Trauergesellschaft zu folgen. Dann zeigt sich: Gegen die Wiederkehr des ewig Gleichen beginnt eine Palastrevolte.

Neben dem griffigen Grant von Michael Ahn erscheint der agile Spielwitz von Leonhard Klotz besonders treffend. In der Oberflächen-Handlung ist er ein armer Schneider; in der einstudierten Binnen-Tragödie wird er zum ältesten Sohn des Großbauern. Die Umkehrung dieses Aufstiegs erlebt Annette Rill, die im Binnenstück zur Magd absteigt. Egal in welcher Handlung: stets sexy-schnippisch präsent ist Carola Wimmer.

Eine zunehmende Führungsrolle übernimmt Alex Schafferhans als „Jung-Regisseur“,. Dafür steht ihm auch Hochdeutsch gut zu Gesicht. Halb ernsthaft und halb karikaturhaft kommen seine Tipps zum besseren Spielerfolg. Ob die Darsteller aber wirklich zur besseren Lockerheit mit Korken im Mund vorsprechen, wer weiß… Das gestelzte Gebaren der Regietipps gab jedenfalls einen Lacherfolg in der gut besuchten Premieren-Audienz.

Vollgas im letzten Akt

Kurz schwächelt das Stück vor der Pause, als gar zuviel der Schauspielmöglichkeiten quasi wie im Stuhlkreis besprochen werden, doch die zweite Spielhälfte wirkt wieder beschwingt.

Fast schade ist, dass der Streit zwischen Alt- und Jungregisseur so rasch beigelegt wird und dass der „polnische Gehilfe“ (Johannes Lech) so wenig Einsätze bekommt. Da hätten sich noch mehr Pointen angeboten.

Deutliche Präsenz bekommen (und zeigen) dafür Ralf Lautenbacher und Werner Glienke, die sich als „Bauer“ und „Priester“ im Binnenstück mit brillanter Tollpatschigkeit selbst im Weg stehen.

Auch Veronika Ahn-Tauchnitz, Lisa Dreer und Sabine Buchenberger überzeugen. Im letzten Akt wird das Bühnenbild komplett verändert – wie genau, soll hier noch nicht verraten werden, nur soviel: Die Zuschauerperspektive verwandelt sich in eine Art Peepshow. Und der „Jung-Regisseur“ hatte ganz recht damit, dass man automatisch dorthin schaut, wohin alle blicken. Obwohl man also quasi „vorgewarnt“ ist, geht man der pointenreichen Schlussrunde gerne auf den Leim. Den Almdudlern unter der Regie von Rosi Pröll gelingt mit „Theater“ von Peter Landstorfer ein Stück, das nicht schwer im Magen liegt und das gut unterhält. Von Andreas Bretting

Weitere Aufführungen

Freitag, 27., Samstag, 28., Sonntag, 29. April, im Stadttheater Weilheim, 20 Uhr (sonntags bereits 18 Uhr).

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