Jeden Tag drei Straftaten in Weilheim

Weilheim - In Weilheim lässt es sich sicher leben, sagt Polizeichef Harald Bauer. Dennoch: Die Zahl der Unfälle ist stark gestiegen.

Einmal im Jahr, meist in der Mai-Sitzung des Stadtrates, rückt die Polizei im Rathaus an. Inspektionsleiter Harald Bauer gibt dann seinen Sicherheitsbericht, in dem er auf die Straftaten ebenso eingeht wie auf das Unfallgeschehen.

Harald Bauer ist Chef der Polizei in Weilheim.

Nachdem die Zahl der Straftaten im Stadtgebiet von 2013 auf 2014 um drei Prozent gestiegen war, ging sie 2015 um ein Prozent zurück, und zwar auf 1269 und somit durchschnittlich drei an jedem Tag. Darunter fallen 341 Diebstähle ebenso wie 206 Sachbeschädigungen, 141 Körperverletzungen und 100 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dass 100 Drogendelikte registriert wurden und damit 16 mehr als im Jahr zuvor, dem maß Bauer nicht allzuviel Bedeutung bei. Wenn ein Dealer gefasst werde, entwickelten sich meist mehrere Verfahren, sagte er.

„Nicht verstehen“ kann Bauer „die großen Sorgen in der Bevölkerung wegen der Asylbewerber. Die von diesen begangenen Delikte hätten kaum Auswirkungen auf die Bevölkerung. Von den 272 Flüchtlingen, die 2015 in Weilheim lebten, sind Bauers Worten nach 43 Straftaten begangen worden. So wurden zwei Ladendiebstähle, eine sexuelle Beleidigung und vier Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aktenkundig. Meist handelte es sich bei den Gesetzesverstößen aber um Beleidigungen und Körperverletzungen, die die Flüchtlinge sich gegenseitig zugefügt hätten.

Für die Polizisten seien die Einsätze in den großen Unterkünften oft schwierig, denn in vielen Fällen seien die auf engem Raum zusammen lebenden Männer alkoholisiert und aggressiv, oft seien auch Messer im Spiel. „Das sind verdammt heikle Einsätze“, stellte Bauer fest. Er sei oft in Sorge um seine Mitarbeiter und froh, wenn nach einem Einsatz alle gesund wieder zurückkämen.

Heikle Situationen in Asylunterkünften

Werner Loos (FW) warf ein, dass die Kriminalitätsstatistik die Situation nicht richtig wiedergebe. So müsste der Anteil der Ausländer an den Tatverdächtigen auf deren Anteil an der Weilheimer Bevölkerung heruntergerechnet werden. Das ergebe, dass jeder fünfte Ausländer straffällig werde, so Loos. Bei den Einheimischen sei dies jeder 47. „Ausländerkriminalität ist ein Thema, auch bei den Deutschen mit Migrationshintergrund“, so Bauer.

Die Zahl von 890 Verkehrsunfällen im Stadtgebiet ist laut Bauer die höchste seit zehn Jahren, wobei die Zunahme vor allem im Bereich der Ortsdurchfahrt der B 2 zu verzeichnen sei. Besonders ins Auge falle der Anstieg bei Unfallfluchten. Angesichts der Zunahme bei den Radunfällen kündigte Bauer eine Sicherheits-Aktion der Polizei für den Herbst an, die laufe unabhängig von der Initiative, die die Stadt plant (wir berichten).

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