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Zahlreiche Besucher, darunter viele Geschäftsleute, waren zu der Stadtratssitzung am Donnerstag ins Rathaus gekommen, wo die Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt wurden.

Erweiterung der Fußgängerzone 

Jetzt werden alle Weilheimer befragt

In der Diskussion um die Erweiterung der Weilheimer Fußgängerzone zündete der Stadtrat am Donnerstagabend nun die zweite Stufe: die Bürgerbefragung.

Weilheim – Nachdem das Gutachten vorgestellt wurde, sollen nun alle Weilheimer über 16 Jahren befragt werden. Für das Gutachten war der Verkehr gezählt und analysiert und die Meinung derjenigen eingeholt worden, die in den fünf möglichen Erweiterungsstraßen (Ledererstraße, Pöltnerstraße, Kirchplatz, Hofstraße und Admiral-Hipper-Straße) ein Geschäft haben oder wohnen (siehe Kasten). Die Bürgerbefragung soll ein weiterer Baustein zur Meinungsbildung des Stadtrates sein.

Gegen die drei Stimmen aus Reihen der Freien Wähler (FW) sprach sich der Stadtrat für diese Befragung aus. Umstritten war die Fragestellung, sie ging aber mit knapper Mehrheit (14:16 Stimmen) in der Form durch, die die Verwaltung vorgeschlagen hatte.

Rund um die Bürgerbefragung gab es einen heftigen Schlagabtausch. FW-Fraktionschef Walter Weber warnte eindringlich vor einer solchen Vorgehensweise. Das Gutachten, so seine Argumentation, habe deutlich gezeigt, dass der überwiegende Teil der direkt Betroffenen diese Erweiterung nicht wolle. Bei einer Bürgerbefragung könnte aber rauskommen, dass die Bürger sie wollen. Der Stadtrat solle kein Risiko eingehen und dem Gutachten folgen, so Weber.

Mit dieser Einstellung standen die Freien Wähler allein auf weiter Flur. „Wir sollten das Risiko der Befragung eingehen“, sagte Klaus Gast (CSU). Die Entscheidung habe trotzdem der Stadtrat zu fällen. Dr. Claus Reindl (BfW) bezeichnete die Befragung der Bürger als „einen weiteren Baustein“, einen, „der vielleicht missachtet wird“. „Jetzt haben wir diejenigen befragt, die es betrifft“, stellte Alfred Honisch (Grüne) fest, die Fußgängerzone lebe aber auch von denen, die sich dort aufhalten. „Die Befragung muss man durchführen, damit das Bild rund ist“, sagte Wolfgang Mini (parteifrei) und Petra Arneth-Mangano (SPD) forderte, dass auch die positiven Aspekte einer Erweiterung den Bürgern genannt werden müssten. „Wir müssen alle Fakten erheben“, so Saika Merx (FDP), dazu gehöre auch die Befragung.

-Der Zeitplan sieht nun so aus:

28. Februar; Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle.

1. März bis 12. März: Befragung aller Weilheimer über 16 Jahren per Postkarte zur Erweiterung der Fußgängerzone.

22. März: Stadtratssitzung (mit Lenkungskreis) mit Beschlussfassung in Sachen „Erweiterung“.

gre

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