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Der Martinsumzug des Familienverbandes  hat Tradition in Weilheim. Das Foto zeigt den Umzug aus dem Jahr 2017.

Weilheim

Jubiläum für den großen Martinsumzug

Am Anfang war es eine kleine Gruppe aus dem Paradeis, die um den St. Martinstag herum mit Laternen um die Blöcke gezogen ist. Im Jahr 1969 wurde die Runde vergrößert und ab da trugen die Buben und Mädchen ihre Lichter durch die Stadt. Heuer findet der Martinsumzug des Familienverbandes, an dem regelmäßig mehrere hundert Menschen teilnehmen, zum 50. Mal statt.

Er gehört zum Weilheimer Stadtleben wie das Volksfest und der Andreasmarkt: der Martinsumzug, zu dem der Deutsche Familienverband Weilheim jedes Jahr einlädt. Es begann damit, dass die Weilheimer Familie Arneth im Jahr 1967 im Namen des „Bundes der Kinderreichen“, wie der Familienverband damals noch hieß, zu einem Martinsumzug in ihr Wohnviertel, ins Paradeis, eingeladen hatte. Dabei zogen mehrere Familien mit leuchtenden Laternen um die Blöcke. Wie auch im Jahr darauf war es nicht erlaubt, mit den Laternen durch die Weilheimer Innenstadt zu gehen, weil die Stadtverwaltung die Feuergefahr als zu hoch einschätzte – damals brannte in jeder Laterne noch eine echte Kerze.

Im Jahr 1969 war es dann so weit: Nachdem die Verantwortlichen des „Bundes der Kinderreichen“ erneut bei der Stadt nachgebohrt hatten, kam die Erlaubnis, mit den Laternen durch die Stadt zu ziehen, und am 9. November fand der erste Martinsumzug in der Weilheimer Innenstadt statt. Diese Zeitung berichtete am 13. November 1969 davon, dass der Umzug, an dem rund 300 Buben und Mädchen teilgenommen hatten, ein „voller Erfolg“ war. Damals war Startpunkt am Weilheimer Bahnhof und der Umzug endete am Pfarrheim. Der Zeitungsbericht endete mit dem Wunsch, dass der Martinsumzug „zu einem ständigen Brauch in der Kreisstadt werden“ möge.

Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Heuer findet der Martinsumzug, bei dem die Buben zu Ehren von St. Martin mit Lichtern durch die Straßen ziehen, nun zum 50. Mal statt. Auf eines sind die Verantwortlichen des Weilheimer Familienverbandes – diesen Namen gab sich der „Bund der Kinderreichen“ schließlich – besonders stolz: „Der Martinsumzug hat jedes Jahr stattgefunden. Er wurde nie abgesagt“, sagt Nicole Knorr-Strauch, die Mitglied im Vorstand des Familienverbandes ist und schon seit ihrem zweiten Lebensjahr beim Martinsumzug des Familienverbandes dabei ist.

Dabei hätte das Wetter oft genug Anlass dazu gegeben, alles abzublasen. Im Jahr 2007 zum Beispiel hat es so geregnet und gestürmt, dass das Pferd im Stall blieb und die Route verkürzt wurde. „Es gab Regen, Schnee, Graupel und immer wieder heftigen Sturm“, erinnert sich Manuela Saal, die ebenfalls im Vorstand des Familienverbandes sitzt und schon viele Martinsumzüge erlebt hat. Die Weilheimer Buben und Mädchen sind bei jedem Wetter mit ihren Laternen durch die Stadt gezogen – und in aller Regel hat ein echtes Pferd den Zug angeführt. Eines der Pferde, so erzählen die Veranstalter habe sich erst in Bewegung gesetzt, wenn es einen Lebkuchen gefressen hatte.

Vieles hat sich im Laufe der Jahre geändert: Der Startpunkt ist nun am Stadttheater, statt der Martinsbreze gibt es schon viele Jahre zum Abschluss Lebkuchen für die Buben und Mädchen, die ihre Laternen durch die Stadt getragen haben, statt echter Kerzen erleuchten inzwischen fast nur noch elektrische Lichter die Straßen. Während zu Beginn die „Jugendkapelle Bachhuber“ für die musikalische Begleitung sorgte, unterstützt nun schon seit vielen Jahren die Weilheimer Stadtkapelle die Eltern und Kinder, wenn sie St. Martins- und Laternenlieder singen.

Während es in den ersten Jahren immer mehr waren, die dem Pferd gefolgt sind – einmal hatte der Martinsumzug rund 1300 Teilnehmer – hat sich die Teilnehmerzahl inzwischen auf rund 600 eingependelt. Wenn es nach den Mitgliedern des Familienverbandes geht, soll die Tradition des Martinsumzuges noch lange bestehen bleiben: „Ich hoffe, dass ich auch mit meinen Enkeln noch dabei bin“, sagt Knorr-Strauch.

Der Martinsumzug des Familienverbandes Weilheim startet am Sonntag, 11. November, 17 Uhr am Stadttheater. Aufstellung: 16.45 Uhr. Der Zug führt über den Herzog-Albrecht-Platz, durch die Ledererstraße, die Pöltnerstraße, am Finanzamt vorbei, über die Hofstraße zum Kirchplatz, am Stadtmuseum vorbei zum Marienplatz. Von dort geht es in die Kreuzgasse, zur Herzog-Christoph-Straße, in die Cavaliergasse, zum Unteren Graben, in die Münchner Straße zur Schmidstraße.

Kathrin Hauser

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