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Das Weilheimer Kammerorchester ist 40 Jahre nach seiner Gründung ein fester Bestandteil der Weilheimer Kultur. 

Jubiläumskonzert  des Weilheimer Kammerorchesters

Die Zugabe toppte alles

Jubel gab es für das Jubiläumskonzert  des Weilheimer Kammerorchesters in der Stadthalle. Vor allem die Zugabe begeisterte das Publikum.

Weilheim – Eine neue Farbe habe das Kammerorchester vor 40 Jahren nach Weilheim gebracht, wo das städtische Musikleben von Volksmusik, Blasmusik und Kirchenmusik dominiert worden sei, resümiert Johanna Davis, Geigerin des Ensembles und gemeinsam mit dem Dirigenten Vasja Legisa für die Konzertorganisation zuständig. Seit langer Zeit ist diese Farbe nun schon nicht mehr wegzudenken aus der Weilheimer Kultur. Das bestätigt Bürgermeister Markus Loth in seinem Grußwort vor der ausverkauften Stadthalle – und stellt ungefragt die weitere finanzielle Unterstützung der Stadt in Aussicht. Vor vielen hundert Ohrenzeugen, die umgehend in Applaus ausbrechen. Doch glücklicherweise sind die bei einem solchen Jubiläum unumgänglichen Redebeiträge angemessen kurz, so dass die Musik schon bald zu ihrem Recht kommt.

Die Ouvertüre im italienischen Stile D 591 von Franz Schubert ist ein gut gewählter Einstieg: Mit leichter Hand geschrieben wie ausgeführt verbreitet sie augenblicklich eine heitere, gelöste Stimmung und bringt mit ihren dezenten Rossini-Anklängen Italianità ins Oberland.

Von Wien respektive Italien geht es nach Sachsen: Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll gilt als Musik gewordene Liebeserklärung an seine Frau Clara. Dass dieses a-Moll-Konzert ein anspruchsvolles, hochvirtuoses Werk ist, versteht sich bei der Widmungsträgerin von selbst. Dass es die Virtuosität nie aus-, sondern immer in einen großen musikalischen Zusammenhang stellt und einen Pianisten verlangt, der auf dem Instrument singen kann, versteht sich wiederum bei diesem Komponisten von selbst. Detlev Eisinger, bereits zum fünften Mal als Solist beim Weilheimer Kammerorchester, wurde dieser Herausforderung gerecht.

Das Orchester erwies sich als einfühlsamer Begleiter: Weiche Streicherklänge trugen das Klavier wie auf sanften Schwingen im 1. Satz mit davon; anmutig verspielt gab sich der 2. Satz, der indes der Gefahr, die langsame Sätze in sich bergen, nämlich an Spannung zu verlieren, nicht ganz entging. Gesammelt und dicht dann wieder der Finalsatz, der an die bewegte Stimmung des Kopfsatzes anknüpfte und in Schlussjubel des Orchesters endete, was wiederum Jubel im Publikum hervorrief. Eisinger wurde so lange beklatscht, bis er sich erneut an den Flügel setzte und Chopins Nocturne Fis-Dur zugab.

Nach der Pause dann Beethovens „Pastorale“, die Sinfonie Nr. 6 in F-Dur, eine Programmmusik, wie sie 1808 noch selten vorkam, in den folgenden Jahrzehnten aber zum beliebten Genre wurde. Beethoven schildert hier eine Landpartie, wie er sie von Wien aus unternommen haben mag: Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande, Szene am Bach, Lustiges Zusammensein der Landleute, Gewitter und Sturm sowie der Dank an die Gottheit, diese unbeschadet überstanden zu haben. Vasja Legisa dirigierte auswendig, mit weichen, runden Gesten und ausdrucksvoller Mimik. Diese rundum positive Ausstrahlung fand ihren Widerhall im warmen Orchesterklang, in einer farbigen und nuancierten Ausgestaltung, wobei diverse Bläsersoli besondern zu würdigen sind. Doch auch die Stammbesetzung des Orchesters lief zu großer Form auf; erwähnt sei nur das warme, satte Leuchten der Streicher im letzten Satz.

Großer, herzlicher Beifall. Und eine Zugabe, die verblüffte: Brahms’ Ungarischer Tanz mit loderndem Feuer. Das Highlight des Abends…

Sabine Näher

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