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Junge Männer sammeln für Sport-Anlage

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Nebenan ist noch Platz: Alexander Niklas (l.) und Patrick Mengel am Trimmpark in der Au. Auf der freien Fläche im Hintergrund wollen sie ein weiteres Trainingsangebot schaffen.
Nebenan ist noch Platz: Alexander Niklas (l.) und Patrick Mengel am Trimmpark in der Au. Auf der freien Fläche im Hintergrund wollen sie ein weiteres Trainingsangebot schaffen. © EMANUEL GRONAU

Sie haben Lust auf Bewegung: Patrick Mengel und Alexander Niklas trainieren gern, am liebsten mit dem eigenen Körpergewicht. Die beiden Weilheimer sind überzeugt, dass auch andere Spaß am Sport haben. Und wollen deshalb den Trimmpark in der Au erweitern. Dafür sammeln sie Spenden.

Update, 17. Mai: Der Bauausschuss der Stadt Weilheim hat das Vorhaben von Patrick Mengel und Alexander Niklas einstimmig und mit viel Lob abgesegnet. Mittlerweile wurde über den TSV Weilheim zudem ein Spendenkonto eingerichtet. „Selbstverständlich sind die Spenden zweckgebunden und werden ausschließlich für die Finanzierung der Erweiterung der Fitnessanlage in der Au in Weilheim genutzt“, sagt Mengel. Wer das Vorhaben finanziell unterstützen möchte, kann das nun mit einer Überweisung an das Konto mit der IBAN DE16703510300000255356 tun.

Weilheim – Patrick Mengel liebt Sport. Klettern mit seinem Spezl Alexander Niklas. Basketball- oder Beachvolleyballspielen, über eine Slackline laufen, einen Klettersteig gehen. Der Weilheimer ist einfach gern in Bewegung. Am liebsten widmen sich er und Mengel aber „Calisthenics“ – jener Sportart, bei der mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird. Dafür hingen sie Klimmzugstangen in der eigenen Wohnung auf, nutzen Ringe, die sie an Bäumen befestigten. Und sie trainierten mit anderen am „Trimmpark Au“. „Aber der Parcours ist nicht für unsere Übungen gedacht, wir müssen die Geräte zweckentfremden“, sagt Mengel. Beispielsweise fehlt eine hohe Klimmzugstange. Das brachte die zwei Weilheimer auf eine Idee: Sie möchten das Angebot in der Au, derzeit sieben Geräte, erweitern. Dafür sammeln der 19-jährige Mengel und Niklas (20) Spenden.

Ziel sei es, eine zusammenhängende Anlage zu kaufen, die aus senkrechten und waagerechten Stangen besteht und verschiedene Trainingsmöglichkeiten bietet. Zwar könnten auch einzelne Elemente angeschafft werden – doch dann bräuchte jedes eigene Fundamente. Ein zusammenhängender Park „ist stabiler und kostengünstiger“, ist Mengel überzeugt. Das Gerät sei auf einer bisher ungenutzten Grünfläche neben dem Trimmpark denkbar. „Die Lage ist besonders vorteilhaft, da die Au bereits ein vielgenutztes Erholungsgebiet ist und an Wohnsiedlungen angrenzt“, heißt es in einem Schreiben der jungen Männer, das sie an Firmen verschickt haben, um um Spenden zu bitten.

Die Stadt Weilheim begrüßt das Vorhaben zwar – kann es finanziell aber nicht stemmen. „Wir sind heuer klamm“, sagt Bürgermeister Markus Loth. Umso mehr begeistert ihn das Engagement der beiden Burschen. „Das ist eine ganz tolle Aktion. Einfach super. Es freut mich, dass wir solche jungen Leute haben.“ Loth kündigt Unterstützung an. Er möchte das Grundstück zur Verfügung stellen und kann sich gut vorstellen, dass die Stadt später die Unterhaltskosten übernimmt. Am morgigen Dienstag liegt das Thema im Bauausschuss vor, dann können die Stadträte darüber entscheiden.

Ihr „Ja“ allein würde aber noch nicht reichen – auch die Finanzierung muss noch geklärt werden. Mengel und Niklas waren fleißig, haben bereits mehrere Sponsoren gefunden. Sie planen zudem, ein Spendenkonto einrichten zu lassen, um weiteres Geld sammeln zu können.

Mögliche Sportgeräte haben sie bereits herausgesucht – in verschiedenen Preisklassen zwischen knapp 3000 und 10 000 Euro. Die beiden haben zudem im Hinterkopf, dass auch das Aufstellen Geld kosten wird – es braucht unter anderem Fundamente. „Wir versuchen, möglichst viel Geld bereitstellen zu können“, sagt Mengel. Die Sponsoren sollen dann später auf einer Tafel neben dem Sportgerät präsentiert werden – wie es auch bei der bestehenden Anlage der Fall ist.

Mengel ist überzeugt, dass das Angebot für viele Weilheimer interessant ist. Der Trimmpark werde „schon von vielen Bürgern regelmäßig besucht. Oft ergänzen Jogger und Spaziergänger ihre Leidenschaft mit einem Besuch in diesem Park“, sagt er. Mit der Erweiterung könne „der Körper umfassend trainiert werden“.

Eine ähnliche Anlage gebe es in Weilheim bereits am Jugendhaus Come-in. Die aber ist an Öffnungszeiten gebunden, es muss eine Aufsichtsperson vor Ort sein und das Angebot richte sich an junge Sportler. In der Au könnte stattdessen jeder rund um die Uhr trainieren – Klimmzüge und Sit-Ups machen schließlich keinen Lärm.

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