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Neben seinem Wortwitz brachte Willy Astor am Dienstagabend in der Stadthalle auch Piano und Gitarre zum Einsatz. 

kabarett mit Willy Astor  

Er macht einfach Spaß

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Weilheim - Willy Astor setzt in „Reim Time“ auf bewährte Zutaten. Die lockten  diesmal aber nur rund 300 Besucher in die Stadthalle.

Dass er immer noch neue Wortspiele findet, das ist ein Wunder. Denn eigentlich hat Willy Astor in 30 Jahren auf der Bühne und auf CD, in Funk, Fernsehen, Büchern und Werbespots ja wirklich jeden denkbaren Wortwitz gemacht und keinen Kalauer ausgelassen. Zum „Kindischen Ozean“ reist sein Kinderprogramm, 32 Lieder „fürs Lacherfeuer“ versammelt sein Songbook zum Nachspielen – und „Reim Time“ heißt sein aktuelles Solo, das ihn am Dienstagabend mal wieder nach Weilheim führte. Dieses birgt, wie rund 300 – für Astors Verhältnisse muss man wohl sagen: nur 300 – Zuschauer in der Stadthalle erlebten, nichts wirklich Neues, aber reichlich Lustiges auf gewohntem Niveau. Willy Astor macht, was er schon immer macht: Er macht einfach Spaß.

Wie bei keinem Zweiten vereint sich in dem 54-jährigen Kindskopf hemmungslose Albernheit mit höchstem Sprachgefühl. So mischen sich in „Reim Time“ wieder Wortkunst und Zote, simpler Spaß am Spiel und fast fanatisches Feilen am Vers für den Feingeist. Im Veganer-Lied tummeln sich „Salatisten“, im „Senioren-Medley“ dichtet der Münchener einen Rock’n’Roll-Klassiker zu „See you later my Rollator“ um – und das meiste, das wirklich Lustige, lässt sich hier gar nicht wiedergeben, weil die schönsten Wortspiele bei diesem Komiker über abstruse Herleitungen funktionieren, die man kaum aufschreiben kann. Die muss man hören – im und vom Original.

Dieses hat an der Originalrezeptur übrigens nichts geändert. Da sind die Märchengeschichten, deren einziger Sinn es ist, möglichst viele Wortspiele zu transportieren: Astor kalauert darin zum Beispiel die Namen von gefühlt hundert Schauspielern oder Heimwerkertätigkeiten oder Spirituosen. Und da sind die Songschnipsel, für die der auch musikalisch Hochbegabte geläufige Hits mit neuem Text versieht.

Um einen roten Faden für seine wilde Mischung bemüht sich der Starkomiker erst gar nicht. Er reiht einfach Stück an Stück – und ist am besten, wenn er sich vom einstudierten Ablauf löst. Nach rund 90 Minuten Programm begann Astor am Dienstagabend einen gut 20-minütigen Zugabenteil, für den er sich hinsetzte, in dem er es sich ein bisschen gemütlicher machte, in dem er frische, vielleicht noch gar nicht ganz fertige Texte und Lieder ausprobierte – und dabei auch ernste Töne anschlug. „Einfach sein“ heißt Astors Sehnsucht nach einem tieferen, echten, ballastreduzierten Leben – gegossen in ein poetisches neues Lied, das leise daher-, dabei ohne Kalauer auskommt und sich seiner fast altbackenen Liedermacher-Attitüde nicht schämt (und auch nicht schämen muss). Da rückten die Zuhörer in der Stadthalle innerlich ganz eng zusammen. Was ihnen umso besser gelang, als sie davor so befreiend albern sein durften.

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