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Ein Mann aus Unterhausen baute die Location

„Kampf der Realitystars“: Der Pavillon der RTL2-Stars ist ein bayerisches Unikat

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Derzeit zoffen sich Promis beim „Kampf der Realitystars“ auf RTL 2 im fernen Thailand. Für die luxuriöse Unterbringung war ein Mann aus Unterhausen zuständig.

  • Simon Regauer aus Unterhausen bei Weilheim (Landkreis Weilheim-Schongau) hat eine Firma in Thailand.
  • Für die RTL2-Sendung „Kampf der Realitystars" baute er die Unterkunft.
  • Der Oberbayer arbeitete sogar schon an der schweizer Version des „Bachelors“ mit.

Unterhausen/Phuket – Ganz zu Beginn von „Kampf der Realitystars“, als alles noch neu ist, alle noch nett zueinander sind, da schreitet Hubert Fella durch die Sala, die in den kommenden vier Wochen sein Zuhause sein soll. Fella, der ein „Star“ ist, weil er mit Matthias Magiapane verheiratet ist, welcher seinerseits schon mal für RTL im Dschungelcamp war, staunt. „Isch bin reingekommen und habe gedacht: Wow, isch bin der Könisch“, sagt er in die Kamera. Und er muss es wissen, testet er doch gemeinsam mit seinem Gatten allerlei Dinge für allerlei Fernsehsendungen.

Was er nicht ahnt und die meisten Zuschauer auch nicht – wo heute die Sala (thailändisch für „Pavillon“) steht mit ihrer modernen Küche, elektrischem Licht, sauberem, warmem Wasser, mit Pool und Betten und allem, was man als Realitystar für seinen Kampf braucht, war wenige Wochen vorher nichts außer weißem Sand.

Nach deutschem Standard: Eine Erdstange als Potenzialausgleich gehört auch in Thailand dazu. „Gelernt ist schließlich gelernt“, sagt Simon Regauer (r.).

Dass hier steht, was hier steht, ist Simon Regauer aus Unterhausen zu verdanken. Er ist Chef seiner eigenen Firma Regmon, die mittlerweile vier Mitarbeiter beschäftigt. Mit seinen 30 Jahren kann Regauer schon auf ein bewegtes Leben zurückblicken. 2011 war es, da hatte er gerade seine Lehre zum Elektroniker bei der Firma Minos in Polling als Deutschlands bester Auszubildender beendet. Und machte umgehend auch noch seinen Meister. „Das hatte den Vorteil, dass ich mir im Anschluss ein Stipendium fürs Studium aussuchen konnte“, berichtet er und grinst.

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Er entschied sich für ein Studium der „Sprachen und Kulturen Südostasiens“. Warum das denn? Regauer grinst wieder. „Es hat mich interessiert, ich wollte international arbeiten und war nach einem Urlaub ganz begeistert von Thailand.“ Schubladen, das wird spätestens jetzt klar, sind nicht so sein Ding.

Simon Regauer aus Unterhausen hat schon für den schweizer „Bachelor" gedolmetscht

Also studiert er. Und während seine Kommilitonen in den Semesterferien am Badesee liegen, steht Regauer am Strand in Thailand und arbeitet als Dolmetscher für die Schweizer Ausgabe des „Bachelor“. Die Produktionsfirma ist offenbar sehr angetan von dem patenten jungen Mann aus Unterhausen. Ein Jahr später ist er Aufnahmeleiter. Neben seinem Studium. „Das hat perfekt gepasst“, sagt Simon Regauer. Immer in den Semesterferien – im Februar/März und im August/September – wurde in Thailand gedreht. Mal der eidgenössische „Bachelor“, mal die „Bachelorette

Es spricht sich in der Branche herum, dass der Simon Dinge hinbekommt, an denen andere scheitern. Er arbeitet fürs Fernsehen, für Filmdrehs. Kaum hat er sich Ende des vergangenen Jahres in Thailand mit seiner eigenen Firma „Regmon“ selbstständig gemacht, klingelt das Telefon. Die TV-Produktionsfirma Banijay ist dran. RTL2 will „Kampf der Realitystars“ ins Programm nehmen, Banijay soll die Sendung produzieren und sucht einen Partner vor Ort in Thailand. Und natürlich denkt man da gleich an Simon Regauer und „Regmon“.

Strand, Palmen, weitab vom Schuss: Allein die Suche nach dem richtigen Standort nahm Wochen in Anspruch.

Regauer soll sich auf die Suche nach dem passenden Plätzchen für die lauschige Sala begeben, in der die Realitystars bis zu vier Wochen lang wohnen werden. Leichter gesagt als gefunden. „Das Anforderungsprofil war komplex“, erinnert sich Regauer. Abgelegen sollte die Stelle sein, weit weg von Touristenhotels. Die Kameras beobachten die Teilnehmer 24 Stunden pro Tag, da soll nicht im spannendsten Moment ein Touri durchs Bild laufen.

Die richtige Location für „Kampf der Realitystars" zu finden, war nicht leicht

Regauer recherchiert auf Google Maps, fährt mit dem Mietwagen die Küsten ab, macht Fotos und Drohnenaufnahmen. Immer wieder passt etwas nicht. Da stehen Nadelbäume am Traumstrand. Die wachsen zwar in Thailand, aber im Fernsehen sieht das nicht exotisch genug aus. Palmen müssen da stehen. Endlich hat er das perfekte Plätzchen gefunden – am Strand von Phuket. Produktionsleiter, Regisseur und Sender sind überzeugt: dort soll die Sala gebaut werden.

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Ob sie Simon Regauer bauen kann? Anfang Dezember kommen der Produktionsleiter und seine Entourage angeflogen. Regauer präsentiert den Traumstrand und sein Team: Architekten, Bauunternehmer, Statiker – alle an einem Tisch. Die allermeisten von ihnen Thailänder, mit denen Regauer schon gearbeitet hat.

Kontrolle ist besser: Vertreter des thailändischen Umweltministeriums prüften genau, ob der provisorische Steg die Korallen beschädigt.

Die Menschen vom Sender sind beeindruckt, Mitte Dezember gibt es grünes Licht – Regauer kann loslegen. Die Zeit drängt, im Februar sollen die Promis einziehen. „Am Ende hatten wir eine reine Bauzeit von vier bis fünf Wochen. Das war eine extrem knappe Kiste“, erinnert sich Regauer und grinst wieder. Er hat es geschafft. Klar.

Bei „Kampf der Realitystars" sind nackte Tatsachen und Buddha verboten

Die Baugenehmigung war das kleinste Problem. „Die Thailänder sind sehr daran interessiert, Werbung für den Tourismus zu machen“, berichtet er. Und so ein Starauflauf am Traumstrand ist Tourismuswerbung vom Feinsten. Ein Freibrief für die TV-Produktionsfirma ist das aber nicht. „Das Land muss wertgeschätzt, religiöse Regeln müssen beachtet werden“, sagt er. Buddhafiguren im TV sind tabu, Nacktheit auch. So duschen sich die Stars später brav in Bikini oder Badehose.

Die Genehmigung ist da – und sonst gar nichts außer feinem Sand, Palmen und türkisblauem Meer. Kein Strom, kein Trinkwasser, keine Abwasserleitungen. Alles wird gebaut. Nach deutschem Standard, darauf legt Regauer wert. Im Bad und in der Küche sind FI-Schutzschalter verbaut. Ganz wie zu Hause. Denn was Regauer gemeinsam mit rund 50 thailändischen Bauarbeitern da errichtet, ist keine Kulisse. Das ist ein Haus, in dem die Teilnehmer wohnen, schlafen, kochen, aufs Klo gehen. Vier Wochen lang, rund um die Uhr.

Hahn als Haustier: Ein Arbeiter wollte auch auf der Baustelle partout nicht auf seinen gefiederten Freund verzichten und brachte ihn täglich mit.

Die Arbeiten an der Sala für „Kampf der Realitystars“ laufen turbulent ab

Immer wieder werden auf dem Bau Nachtschichten eingelegt. Nach Feierabend spendiert Regauer seinen Leuten ab und an eine Flasche Schnaps und toleriert den Hahn auf der Baustelle. Das Haustier eines Bauarbeiters. Wo der ist, ist auch der Hahn. „Uns kam zugute, dass die thailändischen Handwerker Allrounder sind, die alles können und alles machen“, erinnert sich Regauer an die turbulente Bauphase. Am wichtigsten sei der respektvolle Umgang miteinander gewesen. Dann lässt sich jedes Problem lösen. Zwei- bis dreimal fährt Regauer in dieser Zeit vom Hotel zur 20 Kilometer entfernten Baustelle. Die Sala wird fertig. Rechtzeitig und in Regmon-Qualität.

Wenig später rollt der TV-Tross an. 70 Leute aus Deutschland sind für den Dreh nötig. Dazu noch einmal 50 Thailänder – Busfahrer, Reinigungspersonal, Handwerker, Einkäufer. Regauer kümmert sich um alles, selbst um das Catering für die Mitarbeiter am Drehort. Ab und an ist er während der Dreharbeiten sogar in der Sala, um Dinge zu warten oder zu reparieren. Wie haben ihn die „Stars“ behandelt? „Die waren alle sehr nett – schließlich habe ich für Abwechslung gesorgt“, erinnert er sich. Sonderlich viel geredet habe er aber nicht mit den Teilnehmern – diese sollten schließlich unter sich bleiben.

Simon Regauer verrät den Sieger von „Kampf der Realitystars" nicht

Vier Wochen später ist der Spuk vorbei. Letzte Klappe, der Sieger steht fest – „ich weiß aber wirklich nicht, wer gewonnen hat“, schwört Regauer. Ruhe zieht ein an der Sala und am Strand. Wie es weitergeht? Wird die Sala abgerissen oder kommt eine neue Staffel? Regauer schweigt eisern. Das gehört zum Geschäft.

Zum Geschäft gehört auch, dass Regauer selten zu Hause in Unterhausen ist. Weihnachten war er das letzte Mal da. Eigentlich wollte er jetzt mal wieder kommen, sagt er. Aber es ist schwierig in Zeiten der Corona-Pandemie. Flüge gibt es kaum, wenn er wieder nach Thailand einreisen möchte, müsste er auf eigene Kosten 14 Tage in ein teures Quarantäne-Hotel. Unterhausen wird warten müssen. Derweil gibt es aber schon wieder viel zu tun für Regmon in Thailand.

Wer mehr über Simon Regauer und seine Firma in Thailand erfahren möchte, surft im Internet zu: www.regmon.de

Rubriklistenbild: © Magdalena Possert/RTLZWEI

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