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Ein Ehepaar aus Weilheim bleibt auf den Kosten von 295 Euro sitzen.

295 Euro einfach weg

Keine Zugfahrt, kein Geld zurück: Weilheimer Ehepaar sieht keinen Cent von der Bahn

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Corona-bedingte Absagen von Reisen sind ärgerlich. Vor allem, wenn man auf Teilen der Kosten sitzen bleibt. So geht es auch dem Weilheimer Karl Buchele.

Weilheim – Er und seine Frau Christine haben für Mitte Juni eigentlich eine Reise mit dem Schiff gebucht, berichtet Karl Buchele. Dafür hatte das Ehepaar die Zugfahrkarten von Weilheim nach Kiel, von wo aus die Reise gestartet wäre, bei der Deutschen Bahn gekauft. „295 Euro für zwei Personen mit Hin- und Rückfahrt haben wir bezahlt“, erzählt Buchele. Doch die Reise wurde auf Juni 2021 verschoben. Deshalb hat Christine Buchele zweimal bei der Bahn nachgefragt, ob es möglich ist, einen Gutschein zu bekommen, der im kommenden Jahr eingelöst werden kann.

„Das wurde mit der Begründung abgelehnt, dass für Fahrkarten bis 4. Mai Gutscheine ausgestellt wurden und für spätere Fahrkarten die Gültigkeitsdauer bis Oktober verlängert wurde“, so Karl Buchele. Das bringe den beiden aber nichts. Auf das Geld hätten er und seine Frau nicht bestanden: „Wir wollten einfach nur einen Gutschein, der bis Juni 2021 gültig ist“, erklärt der 83-Jährige.

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Auf Nachfrage bei der Pressestelle der Deutschen Bahn in München heißt es: „Mit der Verordnung der Kontaktsperren in Deutschland ab dem 13. März haben wir eine weitreichende Kulanz und seitdem die Stornierung und flexible Nutzung von rund fünf Millionen Fahrten ermöglicht. Diese Sonderkulanz mit der Möglichkeit, bis 13. März gekaufte Tickets schnell und einfach online in einen drei Jahre gültigen Gutschein umzuwandeln, hatte die DB zwischenzeitlich für alle Tickets mit Reisedatum bis zum 4. Mai verlängert.“

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Desweiteren mache die Bahn den Kunden das Angebot, dass „jedes bis 13. März gebuchte Fernverkehrsticket“ bis Ende Oktober flexibel und ohne Zugbindung genutzt werden könne. „Diese Regelung gilt auch für Sparpreis- und Super Sparpreis-Tickets. Wer diese stark rabattierten Tickets bucht, muss – wie bei Hotel- oder Flugbuchungen – wissen, dass die Erstattungsmöglichkeiten grundsätzlich eingeschränkt sind“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Ein solches Ticket hat das Ehepaar Buchele jedoch nicht gekauft. Es sei ein normales Zugticket zum normalen Preis gewesen, so Buchele. Jetzt bleiben die beiden Weilheimer auf den Kosten sitzen, denn eine andere Fahrt brauchen sie nicht.

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