+
Zum Studi machte das „Kilian Brock Trio“ - von links Kilian Brock, Johannes Scghauer und Felix Wolf - das Weilheimer Stadttheater. 

„Kilian Brock Trio“

Junge Jazzer im Paradies

  • schließen

Weilheim – Das „Kilian Brock Trio“ mag es ungewöhnlich. Für sein Debütalbum hatte es das Stadttheater fünf Tage lang in ein Studio verwandelt.

 Dass Verse von Rainer Maria Rilke aus dem „Booklet“ der Debüt-CD des „Kilian Brock Trios“ sprießen, ist kein Zufall. Der Jazz dieser Nachwuchsformation ist durchaus lyrisch, man könnte auch sagen: Er ist ein Gedicht. Und er ist erstaunlich reif. Die Musiker zählen ja kaum 19, 20 Jahre, und die Aufnahmen entstanden schon Anfang 2015, ein Jahr nach Bandgründung. Ob so viel Talent und Fleiß gibt es keinen Zweifel: Hier ist die Zukunft des Jazz zu hören.

Kilian Brock (19), Pianist aus Pfaffenhofen, komponierte schon mit 15 für ein eigenes Jazzduo. Im Landes-Jugendjazzorchester traf er Ende 2013 die beiden Weilheimer Johannes Schauer und Felix Wolf, die sich in der Bigband des Gymnasiums für den Jazz begeistert hatten – und ihn nun wie Brock zu ihrem Beruf machen wollen. Schauer (20) studiert Jazz-Kontrabass in Berlin, Wolf (21) Jazz-Schlagzeug in Bern. Als „Kilian Brock Trio“ – der Namensgeber studiert Jazz-Klavier in Bern – gewannen sie noch im Gründungsjahr den 1. Preis beim Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ und 2015 einen Konzertpreis beim Bundesfinale. 2016 kam der Förderpreis des Kulturvereins Herrsching hinzu.

Und nun also das Debüt-Album: „Paradiesgarten“ heißt es, so wie ein wunderbar einsamer Wald oberhalb von Meran, dessen Ruhe und Beschaulichkeit Kilian Brock zum Titelstück inspirierten. Entsprechend entspannt nehmen sich die jungen Musiker Zeit, ihrer Idee von Jazz zu folgen, die offen ist für Einflüsse aus Klassik und Pop. Manches der sechs Stücke dauert gut zehn Minuten – und ist keine Sekunde zu lang. Stets umfängt die Melodie, manchmal treibt der Rhythmus, nie fehlt die Leidenschaft.

Für die Aufnahme hat das Trio im Februar 2015 Weilheims Stadttheater fünf Tage lang in ein Studio verwandelt. Man wollte schönen Raumklang und keinen Studiostress, konnte dort ohne Kopfhörer und Zeitdruck spielen. Die gute Atmosphäre und die Offenheit sind dem Ergebnis anzuhören, auch in „Der Mond ist aufgegangen“, dem einzigen „Traditional“ auf der CD, für das der Münchener Trompeter Bastien Rieser am Flügelhorn hinzukam. „Lauschende Wolke über dem Wald...“ beginnt das anfangs erwähnte Rilke-Gedicht. Gern lauscht man mit in dieser Wolke.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Penzberg ist Energiewende-Kommune: Späte Feier mit Preis-Tafel
Eigentlich ist es schon elf Monate her, dass die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ die Stadt Penzberg als „Energiewende-Kommune 2016“ ausgezeichnet hat. Gefeiert …
Penzberg ist Energiewende-Kommune: Späte Feier mit Preis-Tafel
„Das geht gar nicht“
Der Peißenberger Bauausschuss war nicht erfreut. In seiner jüngsten Sitzung übte er heftige Kritik am Landesamt für Denkmalpflege, das den Barbarahof unter …
„Das geht gar nicht“
Pfiffige Ideen gesucht: Penzberg verleiht Bürgerenergiepreis
Wer bekommt in Penzberg den ersten Bürgerenergiepreis? Diese Frage soll in genau zwei Monaten beantwortet werden. Ab sofort läuft die Bewerbungszeit bei der Stadt …
Pfiffige Ideen gesucht: Penzberg verleiht Bürgerenergiepreis
Hier finden Sie am Sonntag alle Ergebnisse des Wahlkreises Weilheim
Welche Kandidaten ziehen für den Wahlkreis Weilheim in den Bundestag ein? Hier finden Sie am Wahlabend die Hochrechnungen der einzelnen Gemeinden.
Hier finden Sie am Sonntag alle Ergebnisse des Wahlkreises Weilheim

Kommentare