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Bei der Ausstellung zum Architektenwettbewerb wurde Anfang 2019 der Entwurf für die neue Kita „Sonnenäcker“ in Weilheim gezeigt – mit den Planern Arnd Rudolph, Andreas Rockinger und Stefanie Fuchs (v.r.)

Planung vorgestellt

Kita „Sonnenäcker“ in Weilheim: Teil eins kostet 5,6 Millionen Euro

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Im April 2020 soll mit dem Bau der neuen Kindertagesstätte „Sonnenäcker“ neben der Hardtschule begonnen werden. Für den Entwurf gab’s jetzt viel Lob im Bauausschuss – obwohl die Kostenschätzung für „Schnappatmung“ sorgte.

Weilheim – Die Planung für die Kita „Sonnenäcker“, die jetzt im Bauausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde, ist Ergebnis eines EU-weiten Architektenwettbewerbes. Und dieses Ergebnis hat seinen Preis: Auf 10,8 Millionen Euro beziffern die Planer die Kosten für das Gesamtprojekt. Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt sprach von „Schnappatmungssummen“ – die aber nur teilweise die Stadt selbst aufbringen muss. Gut 50 Prozent gibt es sicher als Zuschuss, weitere 35 Prozent dürften aus einem Sondertopf des Bundes hinzukommen. Nebenbei: Die bestehende Containeranlage am Sonnenacker, in der die „FortSchritt gGmbh“ seit 2017 das Kinderhaus „Am Sonnenfeld“ betreibt, kostet die Stadt laut Roppelt jährlich 150 000 Euro Miete. „Man sollte also schauen, das bald in Eigentum umzuwandeln“, so die Stadtbaumeisterin.

Kita „Sonnenäcker“ in Weilheim: Im April ist Baubeginn

Dieses Eigentum entsteht in zwei Bauabschnitten. In Teil eins wird ab April 2020 für rund 5,6 Millionen Euro der noch bestehende Acker an der Hardtkapellenstraße bebaut: Das zweistöckige Gebäude mit rund 1160 Quadratmetern Nutzfläche für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen soll Mitte 2021 fertig sein. Dann zieht „FortSchritt“ in diesen Neubau – und die Container werden übergangsweise von der städtischen Kita „Pfiffikus“ benutzt, während deren Domizil an der Andreas-Schmidtner-Straße/Römerstraße saniert und erweitert wird.

Nach diesem Provisorium soll dann die Containeranlage abgebaut und an deren Stelle für 5,2 Millionen Euro Teil zwei des Kita-Neubaus „Sonnenäcker“ entstehen – mit ebenfalls rund 1160 Quadratmetern Fläche für vier weitere Gruppen. Auch diesen Teil soll „FortSchritt“ betreiben. Einen Zeitplan für diesen zweiten Bauabschnitt gibt es aber noch nicht.

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Beide Neubauten auf dem Areal zwischen Hardtschule und Bolzplatz (das auf der Ostseite um etwa fünf Meter erweitert wird) werden äußerlich gleich aussehen, geplant sind „Hybride“ von Beton- und Holzbau, wie Architekt Arnd Rudolph im Ausschuss erläuterte. Sie sind aber nicht in einer langen Flucht, sondern versetzt geplant und Rudolph zufolge „so angeordnet, dass zwei große Freiflächen herausspringen“. Verbunden werden die beiden Gebäude mit einer Freitreppe in den Garten, welcher laut Landschaftsplaner Andreas Rockinger „einen großen Spiel- und einen Gärtnerbereich“ umfasst. Der Spielbereich, von Kindergarten und Krippe genutzt, werde mit Stegen, Hügeln und Weidentunnels gestaltet, große Bäume und Segel sollen Schatten spenden. Auch die Dächer werden begrünt – und mit Solaranlagen bestückt.

Es entsteht ein neuer Weg für das ganze Quartier

Zwischen dem Hardtschulgelände und der neuen Kita soll ein Fußweg von der Hardtkapellen- zur Andreas-Schmidtner-Straße entstehen, als „durchgehende Verbindung für das ganze Quartier“, so Rockinger. Ein öffentlicher Platz in diesem Bereich solle Treffpunkt-Qualität haben, dort schaffe man auch „ausreichend Radlstellplätze“. Für Autos sind bislang zwei Parkbuchten an der Schmidtner-Straße vorgesehen sowie an der Hardtkapellenstraße elf Stellplätze und ein „Hol-/Bringbereich“, an dem Eltern ihre Kinder aus dem Auto aussteigen lassen können.

Letzteres ist nach Ansicht von Brigitte Holeczek (BfW) aber „völlig an der Praxis vorbei“ geplant, auch Verkehrsreferent Claus Reindl befürchtet „Chaos“ im „Hol-/Bringbereich“, weil Eltern ihre Kinder in die Kita begleiten müssten. Rockinger versprach, die Stellplatzsituation noch zu diskutieren – und laut Stadtbaumeisterin Roppelt muss man ohnehin „die gesamte Parkplatzsituation an der Hardtschule überdenken“.

„Eine Bereicherung für unsere Stadt“

Insgesamt stieß der Entwurf auf Begeisterung im Bauausschuss (der einhellig zustimmte). Stefan Zirngibl (CSU) sah zwar Sparpotenzial, wenn auf die runden Ecken der Holzfassaden verzichtet würde. Doch laut Roppelt waren just diese Rundungen „ein Kriterium, das zur Preisvergabe geführt hat“ – und in der Jury saßen Vertreter aller Stadtratsfraktionen. Das Preisgericht habe „sehr gut entschieden“, lobte Holeczek: „Architektur muss ein bisschen mehr sein als nur quadratisch und praktisch, es geht auch um Ästhetik.“ Von einer „Bereicherung für unsere Stadt“ sprach Angelika Flock (CSU). Und Klaus Gast (CSU) sieht die „gar nicht so riesengroße Fläche“ bestens genutzt: „Da wirkt nichts gedrängt.“

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