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In Corona-Zeiten stieß die Familie Loth fürs Pressefoto nicht im Haus, sondern vor der Haustür auf den Wahlerfolg an: Weilheims Bürgermeister Markus Loth (2.v.l.)  mit (v.l.) Ehefrau Brigitte, Tochter Lisa und deren Freund Kevin.

Kommunalwahl 2020

Klarer Sieg in Weilheim: Vierte Amtszeit für Bürgermeister Markus Loth

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Markus Loth (BfW) bleibt Weilheims 1. Bürgermeister: Der 52-Jährige setzte sich in der gestrigen Stichwahl mit 61,4 Prozent der Stimmen gegen Herausforderin Angelika Flock (CSU) durch – und geht damit in seine vierte Amtszeit.

Weilheim – Es ist ein deutliches Ergebnis, und die Erleichterung darüber war Markus Loth am Telefon durchaus anzuhören: „Das bestätigt einen im Amt, macht Mut, bestärkt für die nächsten Herausforderungen.“ Angesichts der Corona-Krise hielt sich die Feierlaune beim Rathaus-Chef gestern Abend aber in Grenzen: „Es wird heute nicht spät werden“, sagte Loth, der das Stichwahlergebnis zuhause im engsten Familienkreis verfolgte. Am heutigen Montagmorgen steht im Rathaus bereits die nächste Corona-Besprechung an.

Auch Angelika Flock verbrachte den Stichwahlabend daheim – und sah ihre 38,6 Prozent als „passables Ergebnis“: „Ich habe es gewagt, gegen den Amtierenden anzutreten, der nicht polarisiert, keine Ecken und Kanten aufweist. Es ist keine Schande, da zu verlieren.“ Flock (61) ist die dritte CSU-Kandidatin, die Loth seit dessen Amtsantritt vor 18 Jahren herausgefordert hat. Und sie nahm dem BfW-Mann im Vergleich die meisten Prozente ab. 2008 kam Uta Orawetz für die CSU auf 21,2 Prozent, als sich Loth auf Anhieb mit 64,6 Prozent gegen drei Mitbewerber durchsetzte. 2014 entschied Loth mit 68,2 Prozent die Stichwahl gegen Stefan Zirngibl (31,8 Prozent) für sich.

Wie die anderen Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau ausgegangen sind, lesen Sie in unserem Wahlticker.

Als Stadtratsmitglied wolle sie sich „weiter für Weilheim einsetzen“, so Flock gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: „Da bin ich ja fantastisch gewählt worden, habe nur 97 Stimmen weniger als Markus Loth“. Deshalb würde die CSU-Spitzenkandidatin, die seit sechs Jahren 3. Bürgermeisterin ist, auch gerne als Stellvertreterin weitermachen. Bei den BfW rückt für Loth nun übrigens Hans Vollmann in den Stadtrat nach.

Die Wahlbeteiligung lag bei der gestrigen Bürgermeister-Stichwahl – die wegen der Corona-Krise komplett als Briefwahl abgewickelt wurde – bei 67,4 Prozent. Das sind fast sechs Prozent mehr als vor zwei Wochen und fast 16 Prozent mehr als bei der Stichwahl 2014. Auffällig war gestern allerdings die vergleichsweise hohe Zahl ungültiger Stimmen (2,6 Prozent). Sie darf wohl als Protest von Bürgern gedeutet werden, die weder Loth noch Flock wählen wollten – weil sich bislang beide auch eine oberirdische Umfahrung Weilheims vorstellen können (im Gegensatz zu den sechs anderen Bürgermeisterkandidaten, die am 15. März angetreten waren). Angesichts von Corona werde das Thema „Straße“ aber „deutlich in den Hintergrund treten“, glaubt Wahlgewinner Loth: Es sei ungewiss, „inwieweit der Staat überhaupt noch Geld für so etwas hat“.

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