Unbekannte haben in Etterschlag Bienenvölker gestohlen.
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Insbesondere Insekten sollen im Landkreis besser geschützt werden als bislang.

Einstimmiges Votum im Kreistag

Klares Bekenntnis zum Artenschutz

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Der Kreistag hat auf Antrag der ÖDP/UWS beschlossen, das neue Artenschutzgesetz so schnell wie möglich im Landkreis Weilheim-Schongau umzusetzen. Damit soll ein Beispiel für die Kommunen und Bürger gegeben werden.

Landkreis – „Der Landkreis besitzt zwar keine Riesenflächen, sollte aber mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte Markus Kunzendorf (ÖDP/Oberhausen) in der Begründung des gemeinsamen Beschlussantrags seiner Partei und der Unabhängigen im Kreistag. Der Rückgang der Artenvielfalt in der Region sei „besorgniserregend“, meinte er. Daher sei es nötig, umgehend zu handeln und das Artenschutzgesetz von 2019 auch im Landkreis umzusetzen.

Dazu gehört, dass in Zukunft für die Entwicklung und Vergabe von Baumaßnahmen Aspekte des Arten- und Naturschutzes maßgeblich mit bedacht werden sollen. Zudem sollen neu angelegte Außenanlagen rund um kreiseigene Gebäude in Zukunft generell unter Priorisierung einheimischer, insekten- und vogelfreundlicher Pflanzen bepflanzt werden. Dazu gehören laut der Beschlussvorlage, die einstimmig angenommen wurde, ein- und mehrjährige Blütenpflanzen wie der Wiesensalbei sowie Gehölzpflanzen wie die Linde, die Felsenbirne oder der Weißdorn. Die Möglichkeit einer nachträglichen Bepflanzung bei allen bereits bestehenden kreiseigenen Außenanlagen soll innerhalb von fünf Jahren geprüft werden. Und damit die Verwaltung dies auch nicht aus den Augen verliert, wurde beschlossen, dass das Ergebnis dieser Prüfungen einmal pro Jahr samt Kostenschätzung im Kreistag vorgelegt werden soll.

Das für insektenfreundliche Bepflanzung verwendete Saatgut soll von heimischen Pflanzen stammen. Um es zu sammeln, könne man das Samensammelgerät „Wiesefix“ des LBV verwenden.

Ein wichtiges Thema im Beschlussantrag von ÖDP und Unabhängigen war auch die Lichtverschmutzung. Diese betrifft laut dem Antrag vor allem die Außenbeleuchtung von Parkplätzen. Wenn irgend möglich, soll eine insektenfreundliche Beleuchtung installiert werden. „Die aus Sicherheitsaspekten notwendige Beleuchtung von Parkflächen muss allerdings gewährleistet werden“, schränkte Landrätin Andrea Jochner-Weiß ein. Zum Glück besitze der Landkreis aber keine Gebäude, die permanent angestrahlt werden.

Ein weiterer Punkt, der nun beschlossen wurde und umgesetzt werden muss, ist die Verwendung von regional und/oder ökologisch erzeugten Speisen und Getränken in den kreiseigenen Einrichtungen wie beispielsweise den beiden Krankenhäusern in Weilheim und Schongau. „Bis 2030 sollen 30 Prozent der Lebensmittel aus ökologischem Anbau stammen“, heißt es im Beschluss. Schulen und Krankenhäuser sollen regelmäßige Empfehlungen erhalten, wie sie ihr Angebote dementsprechend ändern können.

Aus dem ursprünglichen Antrag gestrichen wurde derweil der Passus, der sich mit dem Straßenbegleitgrün befasst. „Dabei wären hohe Kosten mit geringem Nutzen verbunden“, berichtete Kunzendorf aus einer Besprechung mit der Verwaltung. Das wollte die Landrätin dann aber doch nicht so stehen lassen. Es gibt einen Antrag zum Thema Straßenbegleitgrün, der schon ein paar Jahre in Bearbeitung ist und damals von Josef Taffertshofer (BfL/Wildsteig) gestellt wurde. „Der wird noch im Kreistag vorgestellt und behandelt“, versprach Jochner-Weiß. Deswegen habe man dieses Thema aus dem Artenschutz-Antrag der ÖDP/Unabhängigen weggelassen.

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