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Bliebt auch in Sachen „Fusion“ eine Baustelle: Das Krankenhaus in Weilheim

Verbund-Pläne mit Landsberg und Fürstenfeldbruck

Klinik-Fusion  ist geplatzt

Der Traum von der Großklinik mit 1000 Betten in vier Krankenhäusern in drei Landkreisen ist geplatzt. Der Landkreis Landsberg ist aus dem Dreier-Verbund mit Weilheim-Schongau und Fürstenfeldbruck überraschend ausgestiegen. Jetzt ist die Frage, wie es weitergeht.

Weilheim Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß hat es kalt erwischt. Das gibt sie unumwunden zu. Kalt erwischt hat sie die Nachricht von ihrem Kollegen Thomas Eichinger aus Landsberg. Der teilte ihr per Whatsapp mit, dass der Landkreis Landsberg aus dem geplanten Verbund mit den Nachbarkrankenhäusern in Weilheim, Schongau und Fürstenfeldbruck aussteige.

Eichinger sagte gestern gegenüber der Heimatzeitung, dass das Krankenhaus Landsberg finanziell auf dem Weg der Genesung sei: Das Defizit von 2,3 Millionen Euro im Jahr 2016 sei auf 500 000 im Jahr 2017 zurückgegangen, bis 2019 werde eine Null-Linie angestrebt. Betriebswirtschaftlich sei eine Fusion also aktuell nicht mehr erforderlich. Da bei einer Fusion der Kliniken aber Gefahr bestehe, dass die „Hoheit über das medizinische Angebot“ aufgegeben werde, hätten sich Chefärzte, Pflegedienstleitung und Verwaltungsrat schließlich für den Abbruch der Verhandlungen ausgesprochen.

„Wir waren schon sehr weit“, so Jochner-Weiß über den Stand der von den Kreisgremien abgesegneten Verhandlungen mit den beiden Partnerlandkreisen. An deren Ende hätte mittelfristig eine Fusion zu einem Klinik-Verbund stehen sollen, vergleichbar mit der Krankenhaus-Holding in Starnberg. Eine Einheit, mit deren Hilfe die Zukunft der vier kommunalen Krankenhäuser in Weilheim, Schongau, Landsberg und Fürstenfeldbruck hätte langfristig gesichert werden sollen. Rund 1000 Betten, 2500 Mitarbeiter, 50 000 stationär aufgenommene Patienten unter einer Verwaltung sah der Plan vor. Und dazu eine weitreichende medizinische Kooperation unter dem Stichwort „Kompetenzzentren“. So hätten die beiden Weilheim-Schongauer Krankenhäuser unter anderem gern von der Kinderheilkunde des Landsberger Klinikums profitiert. Dass bei einer Fusion vier durchaus sehr verschiedene Kliniken zusammenkämen, war laut Jochner-Weiß klar. So schreibt das Fürstenfeldbrucker Klinikum schwarze Zahlen, das in Landsberg hat ein Defizit von 500 000 Euro, während das Minus der Weilheim-Schongauer Krankenhaus GmbH im vergangenen Jahr bei 5,8 Millionen Euro lag. „Wir wollten den Verbund nicht, damit wir unser Defizit abschieben können“, so Jochner-Weiß.

Für Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin steht inzwischen fest: „Das ist das Ende jetzt.“ Eine Fusion der Brucker Klinik nur mit den beiden Häusern in Weilheim-Schongau ergebe keinen Sinn. Man könne ja keinen Landkreis überspringen, Wie Karmasin berichtete, gebe es trotzdem Überlegungen, etwa auf Verwaltungsebene enger zusammenzuarbeiten. Das werde aber sicher nicht der große Wurf. Vielleicht, so Karmasin, gebe es zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Chance, in Gespräche einzusteigen.

Die sieht auch Eichinger so, denn niemand wisse, wie sich die Krankenhaus-Politik in den nächsten fünf bis sieben Jahren entwickeln werde. Am 18. Mai gibt es zudem noch eine große Dreier-Runde. Dabei gehe es zum einen um das Ende der Fusionsverhandlungen, zum anderen aber auch um künftige Kooperationen mit der Klinik Fürstenfeldbruck in Sachen „Pädiatrie“ und mit den Häusern in Weilheim-Schongau auch in Sachen „Geburtshilfe“.

Auch Jochner-Weiß hofft, dass der Traum noch nicht ganz geplatzt ist, denn an größeren Klinik-Einheiten führt für sie kein Weg vorbei, notfalls müssten andere Partner gesucht werden.

gre/stei

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