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Die Hütte ist selbstverständlich mit dabei: „Knedl & Kraut“ überzeugten am Donnerstag in der Hochlandhalle als Kabarett-Musikanten.

"Knedl & Kraut" in Weilheim

Vom Abhängen zum Ablachen

Weilheim - Das Trio "Knedl & Kraut" gastierte erstmals in Weilheim. In der Hochlandhalle bestach das Ensemble vor allem durch seine Musikalität.

Der Name „Knedl & Kraut“ deutet auf leichten Humor und einen eher geringen Qualitätsanspruch hin. Doch der Mittwochabend in der Hochlandhalle bewies: Das Trio hat vollgültiges Kabarettniveau und toppt dieses noch durch herausragende Musikalität.

Zum ersten Mal gastierten Juri Lex, Daniel Neuner und Toni Bartl in Weilheim. Und obwohl ihr Programm „Eam schaug’ o“ nicht mehr ganz neu ist, füllte sich die Hochlandhalle mit rund 330 Besuchern. Für manche Zuschauer war es ein Wiedersehen, denn die Organisatoren – die Wirtsleute Katja und Franz Strobl aus Oberhausen – hatten die Protagonisten bereits auf der „Stroblbühne“ zu Gast. „Aber das Programm wird stets ausgebaut und verändert“, erläuterte Katja Strobl.

Dialekt und das Z’ammhocken in der mitgebrachten Holzhütte sind für die Kabarett-Musikanten sowieso selbstverständlich; hinzu kamen deftiger Sound durch starken Einsatz der Diatonischen sowie eine kernige Kalauerei mit geschickt aufgegriffenen rote Fäden. Am nachhaltigsten wirkte die Vorstellung der Freierspfade von Daniel Neuner, der kurios mit seiner kräftigen Statur ins Publikum kokettierte.

Robuste Volksmusik-Stücke mit der Tuba-Kraft des Pullachers Juri Lex wechselten mit eher gemütlichen Melodien zu Gitarre und Geige, bei denen dann aber stets ein recht g’scherter Text die Laune vom Abhängen zum Ablachen drehte. So geriet etwa das Lied zur Feier von Liebe und Treue zum Lob auf den Schnupftabak – und der hochrote Kopf des sich live „verschnupfenden“ Daniel Neuner erntete Lachsalven. In flottem Tempo trafen zwischendrin die Spaßettln ins Schwarze: übers Bier, die Wirtshauskultur, den Ehestand und über das Kriegsbeil zwischen den Orten Garmisch und Partenkirchen, den Heimatorten von Bartl und Neuner.

Für Überraschungen sorgten die Fertigkeiten an exotischen Instrumenten: Lex brillierte als Stehgeiger und als Imitator einer Okarina-Flöte per Hand, später zeigten Bartl und Neuner ihre Meisterschaft im Stakkato-Trommeln – Ersterer mit Schweizer Kastagnetten, Letzterer mit Löffeln auf der Krachledernen. Der Eindruck und der Jubel hätten bei „Deutschland sucht das Supertalent“ nicht größer sein können, doch die affektierte Fernseh-Show hätte keiner der Gäste mit der kantig-ehrlichen Hochlandhalle und der passenden Biertisch-Bestuhlung vertauscht.

Text: Andreas Bretting

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