Die Jugend marschiert voran: Rund 400 Teilnehmer zählte die Demo „Fridays for Future“ gestern in Weilheim.
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Die Jugend marschiert voran: Rund 400 Teilnehmer zählte die Demo „Fridays for Future“ gestern in Weilheim.

400 Teilnehmer demonstrieren

„Fridays for Future“ in Weilheim: „Konsequent sein – auch bei uns selbst“

400 Teilnehmer waren bei der „Fridays for Future“-Demonstration in Weilheim. Darunter viele Erwachsene. Zurecht, findet einer: „Wir haben schließlich die Katastrophe verursacht.“

Weilheim - Weit mehr Besucher als bei den meisten bisherigen Kundgebungen sind am Freitag zur Demo von „Fridays for Future“ auf den Weilheimer Kirchplatz gekommen. Unter den rund 400 Teilnehmern waren Jugendliche und Schüler allerdings eindeutig in der Minderheit. Eine Schülerin (14) aus Schongau hatte dafür eine einfache Erklärung: Frühere Kundgebungen waren meist am Vormittag während der Schulzeit, die gestrige in der Freizeit nach 13 Uhr.

Ein anderer, älterer Teilnehmer aus Breitbrunn findet nichts Falsches daran, dass so viele Erwachsene dabei waren: „Wir haben schließlich die Katastrophe verursacht.“

Keine Maske, dafür Abstand

Nach einjähriger Demo-Pause durften die Teilnehmer diesmal auf einen Mund- und Nasenschutz verzichten, nicht aber auf die Abstandsregelung. Darauf wies der Sprecher der Weilheimer „Fridays for Future“-Gruppe, Benjamin Göbel, hin, der die Veranstaltung moderierte. Anna, die die Montessori-Schule in Peißenberg besucht und als Erste auf die Bühne trat, wünschte sich statt Überflutungen, Dürren und verseuchter Meere biologische Vielfalt, „um wieder frei atmen zu können“. Der Vertreter des Bund Naturschutz Weilheim, Thomas Vijverberg, ging auf das Thema „Verkehr“ ein: Weniger Parkplätze in Innenstädten und höhere Parkgebühren forderte er unter anderem. Bei Klagen gegen Straßenneubauten wie aktuell in Dinkelsbühl stütze sich der Bund Naturschutz jetzt erstmals auf das Klimaschutzgesetz – und das mit guten Aussichten, wie er sagte.

Maiken Winter: „Müssen konsequent sein“

Welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Meere hat, darüber sprach Professor Stefan Emeis aus Weilheim. Der Meeresspiegel werde bis Ende des Jahrhunderts um einen Meter steigen, in 50 weiteren Jahren um fast zwei Meter, maximal sogar bis zu fünf Meter: Zudem hatte der Klimaexperte und Weilheimer Stadtrat noch einen Rat parat, den er an die jüngeren Besucher richtete: Beim Kampf gegen den Klimawandel gebe es keine einfachen Antworten. Allen, die etwas anderes sagen, sei zu misstrauen. „Wir werden etwas spüren müssen.“

Maiken Winter, Vorsitzende des Vereins „WissenLeben“, mahnte zur Disziplin: „Wir müssen konsequent sein – auch bei uns selbst.“ Auch wenn es manchmal die anderen nerve, müsse man immer wieder über den Klimawandel reden. „Wir können heute nicht mehr so tun, als hätten wir es nicht gewusst“, so Winter, bevor die Kundgebung mit einem Zug durch die Innenstadt fortgesetzt wurde.

Johannes Thoma

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