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Den Ernst und das freudige Thema des Palmsonntags boten die Musiker unter Leitung von Gundula Kretschmar. 

konzert zum Palmsonntag in weilheim  

Wiederaufführungen erwünscht!

Weilheim - Chor und Orchester der Apostelkirche überzeugten mit Mozarts „Missa brevis“. Und mit einer eher unbekannten Schubert-Messe.

Passend zum Geist eines Konzerts in der Karwoche trat am Sonntagabend der Chor der Apostelkirche ganz in Schwarz gekleidet auf. Und doch verwies Vikarin Annedore Becker eingangs sogleich auf den Doppelcharakter des bevorstehenden Konzertes: Da ebenso auch Palmsonntag sei, werde zuletzt auch ein eher kammermusikalischer Aspekt seinen Platz finden. Und sie behielt recht.

Zunächst aber herrschte in Mozarts „Missa brevis“ KV 65 ein sehr konzentrierter Charakter, der doch nicht die schöne Bewegtheit des Chores verhinderte. Eindringlich begannen manche Abschnitte aus der Mitte des Chores heraus mit der Zeile eines Vorsängers. Überaus einfühlsam wechselte der Chor der Apostelkirche die Klangfarben und gestaltete die „Cruxifixus“- Passagen in getragener Schwere, um dann für das „vitam venturi“, das kommende Leben, in einen hellen Kanon zu wechseln. Unter kurzen Einwürfen der Gesangssolisten und mit Begleitung durch das kleine, effektive Orchester mit Hans-Helmut Graeger an der Truhenorgel entstand ein runder Eindruck des Werkes, das Mozart mit erst 13 Jahren komponiert hatte.

Sehr eigenständig herausgearbeitet wurde ebenso der Charakter von Mendelssohns „Christe, Du Lamm Gottes“. Die Choralkantate folgte unter der Leitung von Kirchenmusikerin Gundula Kretschmar einem teils wiegenliedartigen Charakter („Gib uns deinen Frieden“). Abrundung schufen stimmige Celli im Orchester und genaue Wechsel von sanften Staffelungen zu stakkatohaften Gesängen im Chor.

Eher der Palmsonntagsfreude verpflichtet war Franz Schuberts Messe in C op. 48, D 452, wobei die Streicher im Orchester noch durch zwei Oboen Ergänzung fanden. Eingangs im „Kyrie“ wechselten Chor und Solisten sich ab, erst das „Gloria“ hatte längere Partien für Susanne Winter (Sopran), Rebekka Bigelmayr (Alt), Thilo Himstedt (Bariton) und Martin Burgmair (Bass) parat. Die zumeist verbundenen Stimm-Einsätze zeigten ein tadelloses harmonisches Gerüst und offenbarten bei Susanne Winter – die einzig eine längere Solo-Partie bestritt – eine angenehm warme Sopran-Tönung.

Mit sichtlicher Freude ging den Streichern unter Konzertmeisterin Dagmar Becker die zusehends freudige Struktur von der Hand, ergänzt um das aufstrahlende „altissimus!“ im Chor. Ebenso erfahrbar wurde der Textgehalt im prägnant ins Forte gewendeten „resurrixit“ („auferstanden“). Effektvoll steigerte der Chor Kraft und Tempo auf das Ende des Glaubensbekentnisses hin, und vollkommen unerwartet fand der – beim Komponieren auch erst 19-jährige – Schubert für das beschließende „Agnus Dei“ einen regelrecht beschwingten Rhythmus. Die Musiker unterstützten diesen leichten Ausblick durch ihre Interpretation überzeugend.

Annedore Beckers Aussage, dass Schuberts Op. 48- Messe eher unbekannt sei, gilt nun für Weilheim nicht mehr – Wiederaufführungen erwünscht!

Andreas Bretting

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