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Hier gibt's fast alles: Das Sortiment im Eisenwarenladen  "Koppelhuber" reicht von der Schraube bis zum Wetzstein. Das Geschäft schließt Ende Oktober.

„Koppelhuber“ in Weilheim

Eine Weilheimer Institution schließt

Weilheim - „Koppelhuber“, der legendäre Weilheimer Laden schließt: zuerst der Eisenwarenladen in der Oberen Stadt, dann das Sanitärgeschäft an der Johann-Baur-Straße. Als Grund werden Umsatzrückgänge genannt.

 Den rückläufigen Umsatz nennt Markus Erler von der Geschäftsführung als Grund dafür, dass die Firma „Koppelhuber“ beide Geschäfte in der Oberen Stadt schließt. Ende Oktober wird der Eisenwarenladen aufgegeben. Eine Mitarbeiterin muss sich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Ende März endet auch die Ära des Sanitärgeschäfts „Koppelhuber“, das sich an der Johann-Baur-Straße befindet. Vier Beschäftigte sind betroffen.

Es sei müßig, über die Gründe für den Umsatzrückgang zu spekulieren. Markus Erler, einer der vier Gesellschafter bei der Koppelhuber GmbH, die in München in der Maxvorstadt einen Sanitär-Großhandel führt, sieht mehrere Ursachen. Auf die Frage, ob die Ansiedlung des Baustoffmarktes im Osten Weilheims eine Rolle spiele, kommt von Erler die Antwort, das könne man nur vermuten. Die Entscheidung zur Geschäftsaufgabe sei eine Konsequenz der „Marktgegebenheiten“. Der Geschäftsführer glaubt an mehrere Ursachen. Dass solche kleine Läden aufgegeben werden, sei „scheinbar“ der Trend dieser Zeit.

Gut 15 Jahre ist es her, dass in Schongau das legendäre Eisenwarengeschäft „König“ mitten in der Altstadt, wo Kunden jede Schraube einzeln kaufen konnten, für immer zugemacht hat. Ebenso wie Eisenwaren „König“ für Schongau und das „Zementerhaus“ für Peißenberg ist „Koppelhuber“ für Weilheim eine Institution. Auch dort gibt es jede Schraube einzeln zu kaufen. Seit sieben Jahrzehnten ist das Geschäft fester Bestandteil des geschäftlichen Lebens in der Oberen Stadt. Selbst in „Dr. Doeblingers geschmackvolles Kasperltheater“ fand der Laden schon Eingang.

Firmengründer war Benedikt Koppelhuber. Dessen Tochter, Helga Grimmer, war langjährig Verkäuferin im Laden. Sie ging Ende 2014 in den Ruhestand.

Ende März 2017 wird die Tür beim Sanitärfachhandel und Spenglereibedarf geschlossen. Dann läuft in diesem Haus, das von Süden her über die Johann-Baur-Straße erschlossen ist, der Mietvertrag aus. Die Lage sei für die Entscheidung gewiss nicht ausschlaggebend gewesen, fügt Geschäftsführer Erler hinzu.

Zum Eisenwarenladen „Koppelhuber“ in der Oberen Stadt gehört auch ein Sanitärbereich mit einem kleinen Schaufenster und einer Ausstellung im ersten Stock. Die drei Vitrinen und dazwischen die dunkelbraune hölzerne Tür zum schmalen Laden – sie wirken wie eine Erinnerung an frühere Zeiten.

Blick ins Schaufenster

Im linken Schaufenster befinden sich eine gläserne, abgerundete Dusche für Platzierungen im Eck, ein raumhoher Handtuchhalter, vier Gießkannen in drei Farben, ein grüner Brunnen und mittendrin eine Schubkarre für Kinder. In der Auslage rechts der Tür sind auf altem weiß-blauem Karo-Tuch typische Artikel für ein Eisenwarenladen zu sehen: Rohrzange, Schaufel, Karabiner, Wetzstein, Wasserwaage und vieles mehr. Im rechten Fenster hängt eine Säge ebenso wie ein Teppichklopfer; daneben steht ein Besen.

Ebenfalls in der Oberen Stadt befinden sich – auf der gleichen Straßenseite wie „Eisenwaren Koppelhuber“ – das Geschäft „Bad & Design“ sowie die „Georg Schweiger GmbH“, ein Fachmarkt für Handwerker und Heimwerker sowie für Parkett.

Auch dieses Geschäft war mal ein klassischer Eisenwarenladen und ist früher durchaus mit „Koppelhuber“ zu vergleichen gewesen. Bestimmte Eisenwaren und Beschläge seien nach wie vor im Sortiment, sagt Markus Schweiger hinzu. Doch sei man mit den Bereichen „Holz“, „Parkett“, „Schließanlagen“ und „Einbruchsschutz“ inzwischen breiter aufgestellt, erklärt der Geschäftsmann.

Dass demnächst bei „Koppelhuber“ der Laden aufgegeben werde, darüber könne man auch in seiner Firma keinesfalls erfreut sein.

Johannes Jais

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