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Fini Leis mit Tochter Pia Lenz und zweitem Bürgermeister Horst Martin.

Marnbach 

„Die Fini“ hatte einst den Kramerladen

Ihren 90. Geburtstag feierte Fini Leis, die in Marnbach einen Tante-Emma-Laden hatte. 

Marnbach Die Nachbarn gratulieren der „Fini“ zum runden Geburtstag, in der Schule unterschrieb sie seinerzeit ihre Schularbeiten mit „Josefine“, aber getauft wurde die Marnbacherin Fini Leis, die gestern ihren 90. Geburtstag feiern konnte, auf den Vornamen „Josepha“. In der lockeren Runde mit Bürgermeister Horst Martin, der mit Blumen gratulierte, sowie einigen Spontan-Besuchern gab ihre Tochter Pia Lenz sogar zu, sie habe selbst „lang gar nicht gewußt“, wie ihre Mutter wirklich heißt.

Fini Leis kam als Josepha Stocker in München-Obersendling zur Welt. Dort ging sie auch zur Schule und machte eine Lehre als Damenschneiderin. 1944 brannte das Elternhaus nach Fliegerangriffen ab, und so zogen die Eltern mit ihren vier Kindern nach Marnbach zur Schwester der Mutter und deren Mann. Nur ein Jahr später verstarben die Gastgeber unerwartet, Fini Leis’ Eltern erbten das Haus und übernahmen den Kramerladen und die angrenzende Schreinerei. Leis machte zwar noch ihre Schneiderprüfung, arbeitete dann aber bald bei der Mutter im Laden.

1956 heiratete sie den Deutenhausener Schreiner Theodor Leis, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt schon über zehn Jahre befreundet war und der die Schreinerei von Fini Leis’ Vater und Onkel übernahm. Es kamen Sohn Theo und Tochter Pia zur Welt, und irgendwann übernahm „die Fini“ den Kramerladen ganz, bis sie ihn – im Alter von 70 Jahren – 1995 schloss. In der Folgezeit kamen nach und nach sechs Enkelkinder auf die Welt.

In der spärlichen Freizeit unternahm das Ehepaar Leis die eine oder andere kleine Busreise, und die rüstige Seniorin betrieb leidenschaftlich Gymnastik im Sportverein. 2014 verstarb Theodor Leis, nachdem er vier Jahre von seiner Frau aufopfernd gepflegt worden war. Seither lebt Fini Leis – mit Unterstützung der Tochter – alleine in ihrer Wohnung. „Sie ist schon ein positiver Mensch“ sagt Pia Lenz über ihre Mutter.

Und das ist auch zu spüren in der kleinen Runde bei Sekt und Häppchen, obwohl die Sprache auch auf Leis’ schweren Sturz kam, der 2016 ihr Leben ein wenig schwieriger gemacht hat. „Des werd’ scho wieder“, sagt die seit einem Monat frischgebackene Uroma, die jeden Tag beim Sudoku ihre geistige Beweglichkeit erprobt. 

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